Bergfest zieht immer viele Besucher auf die Tromm

Das Bergfest auf der Tromm, inzwischen zum sechsten Mal immer am ersten August-Wochenende durchgeführt, ist immer eine feste Bank im Veranstaltungskalender. Regelmäßig füllt sich der Höhenrücken mit vielen Menschen, wenn es rund um Odenwald-Institut, Hof-Theater, Atelier „artstract“ und Goldschmiede-Atelier von Helena Clemens-Kohrt Spiel, Spaß, Infos und Attraktionen nebst schönem Kunsthandwerklichem gibt. Das Motto lautete diesmal „Der Natur auf der Spur“.

Schon um die Mittagszeit herrschte auf dem Kunsthandwerkermarkt bei herrlichem Wetter reger Betrieb. Messermacher Otto Morr aus Wald-Michelbach hat vom kleinen Küchenmesser bis hin zum großen Hirschfänger alles dabei. Er fertigt sowohl Griffe als auch Stahl in Handarbeit. Verschiedene Hölzer und Gehörne kommen dabei zum Einsatz. Gebrauchsmesser, Outdoor-Artikel oder Jagdmesser für Jäger, Angler und Waldläufer – Morr hat für alle die entsprechende Klinge im Sortiment.

Kunstglaser Peter Hermanns aus dem Lindenfelser Ortsteil Winterkasten fühlt sich bei seinen Arbeiten augenscheinlich der Historie seines Heimatorts verpflichtet: Der Nibelungendrachen ist auf einigen seiner kunstvollen Fensterdekorationen zu finden. Blumenmotive, aber auch detailverliebte, verzierte Gartenlampen bildeten einen weiteren Schwerpunkt der ausgestellten Objekte.

Schreibgeräte, Gewürzmühlen und Holzgefäße hat Thomas Sauer aus Wahlen mitgebracht, der vor Ort verschiedene Dinge auch gleich selbst drechselt. „Sehr entspannt“ ist für den in Neckarsteinach arbeitenden sein einziger Markt, den er mit seinen Exponaten besucht. Unter den erstaunten Blicken der Besucher entstehen auch Füllfederhalter nach einem eigenen Entwurf von Sauer.

Dorothee Flachs aus Hirschhorn war zum dritten Mal auf dem Markt dabei. Sie ist, wie Organisatorin Helena Clemens-Kohrt auch, Mitglied im Zusammenschluss der Odenwälder Kunsthandwerker. Flachs stellt all ihre Kreationen selbst in ihrer Hirschhorner Werkstatt „Midlandfilz“ her. Tücher, Taschen, Kopfbedeckungen und Sitzkissen bilden den Schwerpunkt. „Ich war schon immer am Filzen interessiert“, erzählte sie. Sie verwendet Rohwolle vom Schaf, die sie direkt verarbeitet. „Sie wird durch das Filzen gewaschen“, erläutert sie.

Ein paar neue Kreationen hatte Johannes Gehrig von den Odenwälder Feinen Bränden aus Litzelbach im Gepäck, der mit seiner Frau Monika schon Stammgast ist. Etwa den „Odenwälder Druiden“ aus Obstler, Misteln und Kräutern. Der ist angelehnt an den istrischen Schnaps „Biska“, nach dem er einmal gefragt wurde – und sich prompt daran machte, die Ingredienzien zu erkunden. Der Raubacher Jockel wiederum ist ein Brand, dessen Alkohol vom alkoholfreien Bier der Mossautaler Schmucker-Brauerei stammt.

Aus Mossautal stammt auch Barbara Macholz mit ihrer Keramik. Ihr Beruf, „von dem man kaum noch leben kann“, ist aber für sie eine wunderbare Möglichkeit, „sich zum Ausdruck zu bringen“. Sie hat gebranntes Steinzeug für den Alltagsgebrauch im Gepäck, das auch die Spülmaschine überlebt. Seit 35 Jahren arbeitet Macholz als Keramikerin und hat den Dingen ihren Stempel aufgedrückt. Die drei Linien bei den Tassen und Tellern „sind meine Handschrift, die habe ich entwickelt“.

Stelen in verschiedenen Formen und Farben sind dagegen das Metier von Claudia Rippl aus Schönau. Fast schon eine „Sucht“ ist es für sie, Achatscheiben mit einzuarbeiten. „Ich liebe die Schatten, die von den Gläsern geworfen werden“, sagt sie. „Deshalb gefällt mir meine Arbeit besonders.“ Das gebogene und geschweißte Metall wird von ihr zum Glas hin mit Zement ausgearbeitet. Gerade von unten nach oben Strebendes kennzeichnet ihre Werke. Für Rippl ist es praktisch, dass ihre eigenen Lieblingsfarben Grün und Türkis „auch bei der Kundschaft gut ankommen“, lacht sie.

Der Trommer Hof, in dem jetzt das Odenwald-Institut untergebracht ist, war begehrtes Ziel bei den Kindern. Die Leseratten konnten sich in der Bücherei Lektüre eindecken. Nebenan wurden beim Kinderschminken aus den Kleinen ruckzuck ein Löwe oder ein Schmetterling. Das handwerklich gefertigte Eis vom Keilvelter Hof war wie immer der Renner. Martina Tolnai hatte wie auch im vergangenen Jahr ihre Salbe, Cremes und Öle aus Wildkräutern im Gepäck.

Flohmarktartikel und Haushaltsgegenstände konnten bei Regina Klieber aus Kocherbach auf Spendenbasis erworben werden. Der Erlös geht an eine Selbsthilfegruppe der Uni Heidelberg, Bürger für Leukämie und Tumorerkrankte, „BLUT“. „Ich war selbst einmal an Leukämie erkrankt und möchte auf diese Weise etwas von der erfahrenen Hilfe zurückgeben“, erläutert Klieber. Sie startete mit gesammelten Dingen aus der Verwandtschaft. „Wenn es gut angenommen wird, soll ein solcher Verkauf regelmäßig stattfinden“, sagt sie.

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