Die Wald-Michelbacher Union startet Mitte August das Chorprojekt „Männerchor goes modern“

Männerchöre müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Bei der Wald-Michelbacher Union macht man sich schon seit längerer Zeit Gedanken, wie man neue Sänger für den bald 150 Jahre alten Chor in Zeiten zurückgehender Vereinsbindungen begeistern kann. Ausdruck dafür ist das Projekt „Männerchor goes modern“ mit dem Fokus auf populärer Chormusik, das am 18. August startet und seinen Abschluss mit dem Auftritt „Chor meets Bistro“ am 5. November im „Bistro B10“ am Draisinenbahnhof finden wird.

„Unsere Idee war, Interessierte für ein zeitlich begrenztes Projekt zu begeistern“, erläutert Schriftführer Julius Rückert. Eine Vereinsmitgliedschaft oder -bindung ist für die Teilnahme nicht erforderlich, es geht einfach nur um den Spaß am Singen und an der entsprechenden Literatur. Denn die ist getreu dem Titel an aktuellen, zeitgenössischen Songs ausgerichtet. Beatles, Wise Guys, Beach Boys, Queen oder Andreas Bourani sind einige der Interpreten, die zu Gehör kommen sollen.

Für die Union sind das nicht unbedingt unbekannte Interpreten. „Manche Songs haben wir bereits im Repertoire“, sagt Rückert. Für Wettbewerbe würden in der Regel andere, traditionellere Stücke eingeübt. Aber die modernen Songs „machen uns allen Spaß“. Deshalb sei die Literatur des Projekts „auch ein Stück weit Eigeninteresse“. Letztendlich sei ja die heutige Volksmusik eine, „die das Volk singt“. Und genau darum handle es sich: „populäre Musik, die alle Generationen anspricht“.

Je nachdem wie viele Interessierte sich anmelden, kann die Liste der einstudierten Stücke auch anwachsen, hebt Rückert hervor. Natürlich, lacht der Schriftführer, wäre es für die Union der Idealfall, wenn danach ein paar Projektsänger beim regulären Chor hängen bleiben. „Aber zuerst einmal geht es um Spaß und Ausprobieren“, sagt er. „Wir wollen ein tolles Projekt auf die Beine stellen“.

Der Verein bringt darin seine Expertise und sein Know-how ein. Noten werden gestellt, ebenso bei Bedarf Proben-CDs. Grundsätzlich sind alle willkommen, egal ob sie bereits einmal im Chor gesungen haben oder nicht. Jung oder Alt, ausgebildeter Tenor oder Anfänger, irgendetwas dazwischen? „Jeder ist genau richtig bei uns“, meint Julius Rückert.

„Ein blutiger Anfänger“ wird von Dirigent HaJo Karl an die Hand genommen, erläutert er. Jeder Interessierte bekommt einen Paten aus dem Chor zugewiesen, der ihn unterstützt. „Alle Aktiven sind schon viele Jahre dabei und haben die entsprechende Erfahrungen“, so der Schriftführer. Und die geben sie natürlich gerne weiter.

„Keine Noten lesen zu können ist kein Hinderungsgrund“, schmunzelt Rückert. Selbst manche Altgedienten könnten das nicht und erschließen sich die Musik über das Gehörte. Neben den Anfängern und etwas Fortgeschrittenen sind gerne auch erfahrene Sänger aus anderen Chören gesehen, die einfach nur Spaß an diesem Projekt haben könnten.

Wer zu Beginn, am 18. August, nicht sofort Zeit hat, kann auch gerne zu einer der späteren Proben kommen, hebt Rückert auf die Flexibilität des Ganzen ab. Der Union geht es darum, „mehr Präsenz im Ort zu zeigen“ – zusätzlich zur Teilnahme an Wettbewerben in der weiteren Region. Das sei schon bestens bei der Traumnacht gelungen. Hier gab es Auftritte in der katholischen Kirche Wald-Michelbach und der Kirchenruine Hammelbach, die sehr gut aufgenommen wurden. Der Chor sieht sich laut dem Schriftführer als „Botschafter der Musik und der Gemeinde“.

Info: Projektumfang zwölf Proben à eineinhalb Stunden, Auftakt Freitag, 18. August, 20.15 Uhr, Probe dann wöchentlich immer freitags um 20.15 Uhr, am ersten Freitag im Monat 19 Uhr, Hotel Restaurant Birkenhof, Stoewerstraße 20, 69483 Wald-Michelbach. Mehr auf www.mgv-union.de und beim Vorsitzenden Matthias Fischer, Telefon 01515 6123343, E-Mail 1.Vorsitzender@mgv-union.de

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