Kocherbacher Trachtenkapelle will den Nachwuchs begeistern

Mitgliedergewinnung ist für Vereine heutzutage überlebenswichtig. Ganztagsschulen, Computer und viele andere Freizeitangebote machen es immer schwieriger, Jugendliche entweder neu zu begeistern oder bei der Stange zu halten. Bei der Trachtenkapelle Kocherbach geht man das Thema deshalb offensiv an. Sie bietet – nicht nur Heranwachsenden – an, nach Ende der Sommerpause in Kreisen der Aktiven ein Instrument zu erlernen.

Trompete, Flügelhorn, Posaune, Tenorhorn, Saxofon und Klarinette stehen den Interessierten zur Auswahl, wenn sie sich ab dem 25. August immer freitags um 19 Uhr im Kocherbacher Dorfgemeinschaftshaus einfinden. Denn für diese sechs Instrumentengruppen gibt es in der Trachtenkapelle die entsprechenden Cracks, die ihre Kenntnisse im Unterricht gerne an Jüngere weitergeben. Für Kinder ist laut Michel das optimale Einstiegsalter ab zehn Jahren aufwärts, da die Proben erst abends stattfinden.

„Wir sollten ein paar Jugendliche ins Orchester aufnehmen“, betont Ansprechpartnerin Franziska Michel. Ein bis zwei hat die Kapelle etatmäßig in Ausbildung und „was zum Thema Jugend laufen“. Da nicht immer alle Aktiven an der Probe teilnehmen können und sich in einigen Registern der Altersdurchschnitt immer weiter nach oben bewegt, wollen die Verantwortlichen rechtzeitig die Initiative ergreifen. „Es sollen von Anfang an gleich alle dabei sein“, gibt es keine Einschränkungen.

Das 50. Jubiläum bot sich in diesem Zusammenhang bestens an, um wieder Einsteigerkurse anzubieten. Wobei Michel betont, dass grundsätzlich jeder willkommen ist: der blutige Anfänger, der noch nie ein Instrument in Händen hatte, der Schüler, der bereits im Musikunterricht damit in Berührung kam, der Wiedereinsteiger, der mal in Jugendjahren aktiv war, aber auch gestandene Musiker, die bereits anderswo aktiv sind. „Bei uns sind alle willkommen“, schmunzelt sie.

„Wer noch keine Erfahrungen hat, bekommt zu Beginn Einzelunterricht“, hebt die 23-Jährige hervor, die selbst ab 2004 die Trompete in der Trachtenkapelle erlernte. Wer bereits Vorkenntnisse aufweisen kann, wird dann in die reguläre Probe integriert, die ebenfalls freitags im Anschluss um 20 Uhr startet. „Die ersten drei Anmeldungen haben wir schon“, freut sie sich. Die Neuzugänge bekommen die Instrumente anhand bekannter Musikstücke erläutert.

Michel betont, dass man nicht unbedingt in jugendlichem Alter sein muss, um ein Instrument zu erlernen. „Jürgen Gölz erlernte das bei uns mit 42 Jahren“, macht sie deutlich, dass es nach oben hin keine Grenzen gibt. Je nachdem wie viele neue (junge) Musiker sich einfinden, könnte man auf deren Musikgeschmack auch mit der Aufnahme aktueller Songs eingehen.

Nach der Sommerpause geht es bei der Trachtenkapelle los mit der Vorbereitung des Oktoberfests. Da könnten dann Stücke von Helene Fischer, Andreas Gabalier oder Pur den Eingang ins Repertoire finden. Oder auch ein Rockklassiker wie „Smoke on the water“. 20 bis 25 aktive Musiker haben die Kocherbacher derzeit.

Die Aktivitäten der Trachtenkapelle sind beileibe nicht nur aufs Musizieren von Märschen, Polkas und Walzer beschränkt, betont sie. „Die Ausbildung ist lukrativ“, lacht Michel. Wer als Jugendlicher mitwirkt, der „bucht“ auch ein großes Freizeitprogramm mit. Das reicht von Grillfest, DVD-Abend oder gemeinsamem Pizzaessen über ein Probenwochenende bis hin zum Besuch des internationalen Musikkapellentreffens in Kirchberg/Tirol. „Wir wollen jedes Jahr ein besonderes Event bieten“, so Franziska Michel.

Info: Trachtenkapelle Kocherbach, Franziska Michel, Telefon 0176-28901327, oder Vorsitzender Toni Emig, Telefon 0160-94604897, Facebook Trachtenkapelle Kocherbach

 

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