Großer Zuspruch für Backtage der Feuerwehr Ober-Schönmattenwag: 100 Frühstücks-Portionen gingen weg

Zum dritten Mal bot die Feuerwehr während ihrer Backtage am Sonntagmorgen ein Frühstück an. So gut wie dieses Mal wurde das noch nie angekommen. „Wir haben 100 Portionen verkauft“, freute sich der Ober-Schönmattenwager Vorsitzende Jürgen Walter. Wie sowieso dieses Jahr der Zuspruch außerordentlich gut war, sodass zum Schluss der Veranstaltung der Platte komplett geputzt und die veranstaltende Feuerwehr ausverkauft war.

Wenn der Feuerwehrverein zu den Backtagen ruft, dann kann er auf seine treuen Gäste zählen: Mit 100 Broten und nur einem Verkaufstag startete man 2009, seit 2013 wird Samstag und Sonntag gefeiert – und dabei gehen inzwischen 250 Laibe Sauerteigbrot und noch einmal 30 Laib Weißbrot über die Theke. Viele hungrige Mäuler nicht nur aus Schönmattenwag gilt es alle zwei Jahre zu stopfen, wenn die Feuerwehrleute abwechselnd mit dem Kohlenmeiler das historische Backhaus bei Familie Hecker in der Hintergasse anschmeißen.

Das Motto „Backen wie vor 100 Jahren“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Bäckermeister Matthias Sauer fertigt – nomen est omen – nach einem alten Familienrezept den Teig für ein Sauerteigbrot ohne jegliche Zusätze. „Das kann man sehr lange aufbewahren“, so Sauer. „Der Teig wird einen Tag vorher zubereitet“, sagt er, damit er erst noch gehen und dann wieder ruhen könne. Bei der Vorbereitung kann er auf die Hilfe der örtlichen Bäckerei Beutel zählen, die die Backstube zur Verfügung stellt und übers Wochenende auch verschiedene Fahrten unternimmt.

Den fertigen Brotlaib lässt Sauer zwei Stunden liegen, knetet ihn dann nochmal durch und lässt ihn wieder eine halbe Stunde „in Ruhe“. Aufgrund dieser langen Zubereitungszeit findet man ein solches Sauerteigbrot heutzutage kaum noch in den Bäckereien. Unterstützung bekommt Sauer am Ofen und in der Vorbereitung von Sven Hecker, dessen Familie auch Wohn- und Backhaus gehören.

Zu den Backtagen kam es eher per Zufall. Matthias Sauer wurde gefragt, ob er nicht mal im Backhaus bisschen Brot backen wolle. „Das wurde dann soviel, dass man eine ganze Belegschaft damit versorgen konnte“, schmunzelt er. Als eine erste größere Fuhre den Testlauf im Ofen überstanden hatte, kam die Idee mit dem Fest auf. Und das hatte wiederum so viel Erfolg, dass von Jahr zu Jahr der „Brotausstoß“ in die Höhe geschraubt wurde.

Sven Hecker ist schon ein paar Tage im Vorfeld gefragt: Denn er heizt langsam den Ofen immer höher, damit dieser am Freitag vorher quasi seine „Betriebstemperatur“ schon erreicht hat. „Sonst würde der reißen“, erläutert Jürgen Walter, wenn man ihn von jetzt auf nachher voll anheize. Am Freitag schiebt dann Sauer die ersten Sauerteiglaibe hinein, damit diese am Samstag schneidfertig sind. „Mit ganz frischem Brot wäre das nicht möglich.“

„Wir haben immer einen sehr guten Zuspruch“, freute sich Walter. Dieses Mal eben besonders gut. Denn die Wehrleute hatten auf dem Heimatfest Flyer verteilt. Die fanden scheinbar so viele Abnehmer, dass der Vorsitzende viele Auswärtige unter den Gästen zählte. Der morgendliche Regen am Sonntag tat zum Andrang keinen Abbruch. Zum Büffet gab es neben dem leckeren Brot auch Käse, Wurst, Eier und Marmelade.

Streusel- und Apfelkuchen sowie Nussschnecken und Zwetschgenmürbs vom örtlichen Bäcker Beutel versüßten den Nachmittag. Zum fünften Mal luden die Brandschützer inzwischen zum gemütlichen Beisammensein ein. Das Brot gab’s natürlich nicht nur zum Mitnehmen, sondern mit Koch- und Handkäse auch gleich zum direkten Verzehr. Am Samstagabend wurde es dann auch bisschen deftiger, als Flammkuchen erst belegt und dann in den glühenden Ofen geschoben wurden.

Jürgen Walter kann sich an viele ehemalige Backhäuser im Ort erinnern. „Früher kam da die Nachbarschaft zum Brotbacken einmal alle zwei Wochen vorbei“, sagt er – als es noch keine Bäcker gab. So wie jetzt Einheimische und Auswärtige. Um die 50 Helfer und Wehrleute sorgten an beiden Tagen dafür, dass es den Gästen an nichts mangelte. Der Erlös kommt der Feuerwehrkasse zugute und soll vor allem in die Jugendkasse gesteckt werden.

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