Lob für den „top geführten Vorzeigebetrieb“: Besichtigung des Keil-Hofs in Kocherbach

Es gab Lob von allen Seiten für den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Keil in Kocherbach. Mitglieder von Gemeindevorstand und -vertretung, des Ortsbeirats, der ehemalige Bürgermeister Joachim Kunkel, Mitglieder der Geschäftsführung der Hohenloher Molkerei sowie von den Keils eingeladene Bekannte nahmen an einer Führung die Neuerungen auf dem Hof in Augenschein. Die Besucher waren sehr angetan vom „top geführten Vorzeigebetrieb“. Der neue Bürgermeister Dr. Sascha Weber mit Wurzeln in Kocherbach war ebenfalls eingeladen, konnte wegen privater Termine aber nicht teilnehmen.

„Wir wollten den Interessierten zeigen, wie eine familiengeführte Landwirtschaft funktioniert“, sagte Seniorchef Franz Keil, der zusammen mit seinem Sohn Manuel den Hof leitet. Vier Familienmitglieder sind in die tägliche Arbeit eingebunden. Derzeit leben vier Generationen auf dem Hof, dessen Ursprünge sich mehr als 200 Jahre zurückverfolgen lassen. Dazu kommen eine festangestellte Kraft und ein Auszubildender, weshalb man auch als Lehrbetrieb fungiert. Artgerechte Tierhaltung und Bewirtschaftung standen im Mittelpunkt des Rundgangs, dem sich ein gemütliches Beisammensein am Wohnhaus anschloss.

Besonderes Augenmerk der Besuchergruppe galt dem vor zwei Jahren neu erbauten Stall und der vergangenes Jahr in Betrieb genommenen Biogasanlage. „Der Stall entspricht den neusten Richtlinien für artgerechte Tierhaltung“, betonte Manuel Keil. Er sei fast rundherum offen. Die Kühe „sind nicht angebunden“, gehen von allein zum Melken, könnten sich in ihm frei bewegen und auch in den Außenbereich laufen. Gemolken wird durch einen Melkroboter, der ebenfalls auf dem aktuellsten Stand der Technik ist.

Die Biogasanlage liefert im Jahr 600.000 kW Strom. Sie wird nur mit Gülle und Mist aus dem eigenen Gelände betrieben. Zugeliefert werde nichts. Damit wird laut Keil der Gülle-Geruch minimiert, der früher durch den Ort waberte. Die Verminderung der Geruchsbelästigung sei mit ein Grund für die Errichtung gewesen, um Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Natürlich ging es daneben auch um die Stromerzeugung. Was man nicht für den Betrieb braucht, wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Noch einmal 400.000 kW PV kommen aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das Futter für die Kühe, Gras, Mais, Heu, wird auf den eigenen Flächen produziert, erläuterte Manuel Keil. „Wir kaufen nichts zu.“ Die Besucher waren fasziniert von den verschiedenen Anlagen mit ihrer gesamten Technik. „Viele wissen gar nicht mehr, wo die Milch herkommt und wie Landwirtschaft von statten geht“, lachte Keil. Ein Grund für die angebotene Besichtigung sei auch gewesen, die heutige Arbeitsweise zu vermitteln.

Manuel Keil freute sich über die vielen positiven Rückmeldungen nicht nur am Tag selbst, sondern auch noch im Nachhinein. „Ich bin oft darauf angesprochen worden“, sagte er. Die Tour sei von allen sehr positiv aufgenommen worden. „Der Hof macht was her“, so eine Äußerung. „Eine sehr ansehnliche Anlage“, lautete eine weitere Reaktion.

Die Keils freuten sich, dass mit Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzendem der Hohenloher Molkerei in Schwäbisch-Hall auch Vertreter des Milch-Abnehmers zugegen waren. Deren Produkte würden auch in hiesigen Geschäften angeboten. Bei der Besichtigung war die ganze Familie mit dabei, von Manuel Keils Großvater bis zu seinen Kindern, die als vierte Generation schon in den Startlöchern stehen.

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