25 Kilometer bergauf und bergab durch die Region: Mountainbiketour anlässlich des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Die Mountainbike-Tour anlässlich des Heimatfests hat immer ihre Liebhaber, auch wenn es bei den Teilnehmerzahlen wetterbedingte Schwankungen gibt. „Zwischen 20 und 30 Starter haben wir im Schnitt“, meinte Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), der wieder den Tourguide auf der 25 Kilometer langen Strecke gab. Die war mit ihren 800 Höhenmetern rund um Überwald und Weschnitztal aber nicht allein dem sportlichen Aspekt vorbehalten, sondern vermittelte auch Wissenswertes aus der Region.

18 Radler waren es bei wechselhaftem, kühlem Wetter, die sich vom Einhaus aus auf die Strecke machten. Bei Sonne und besseren äußeren Bedingungen zählte man auch einmal 40, sagte Schröder. Die erste Etappe führte zum Steinbruch Mengelbach, wo Wolfgang Wagner die Mountainbiker bereits erwartete. Bis in die 70er Jahre wurde hier abgebaut, dann noch einmal von Mitte der 90er bis 2005.

Wagner wies weiterhin auf das Geozentrum hin und die Absicht, das Gebiet als „begehbares Biotop“ weiterzuentwickeln – aufgrund von drei besonderen, dort vorkommenden Arten. Er erwähnte auch die verbotenen touristischen Nutzungen. Seine Frage ging in die Tiefe: Welchen Wasserpegel hat der See im Steinbruch aktuell? 19 Meter lautete die richtige Antwort.

Über Weiher folgte der lange Anstieg zum über 500 Meter hohen Götzenstein bei Ober-Abtsteinach hinauf. Dort erläuterte Schröder die weit in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte. Auf diesem Hügel trat der Sage nach der fränkische Herrscher Dietbert zum Christentum über. Anlass soll die Rettung eines Kindes aus seiner Sippe vor dem Feuer allein durch den Glauben eines Christen gewesen sein. Schröder wollte deshalb wissen, wann die Franken zum Christentum konvertieren und sich taufen ließen. Rund um das Jahr 500 hieß die Lösung.

Dritte Station war an den Sühnekreuzen vom Wald-Michelbacher Draisinenbahnhof hoch zur Kreidacher Höhe.  Immer wenn ein Mensch ermordet wurde, wurde laut Sage ein Kreuz aufgestellt. Deshalb wird die Stelle auch mit dem früheren Galgen auf der nahe gelegenen Höhe in Verbindung gebracht. Hier ging es für die Teilnehmer darum, den letzten Galgen Deutschlands zu verorten. Der steht nicht weit weg, in Beerfelden, und ist ein Denkmal von besonderer überregionaler Bedeutung.

Die Tour charakterisierte Schröder als sehr angenehm. Man wartete immer auf die etwas langsameren und war so als Gruppe unterwegs. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken der näheren und weiteren Region. Die Auswärtigen hielten sich nach Rückkehr noch einige Zeit auf dem Heimatfest auf, freute sich der ZKÜ-Geschäftsführer. Den ersten Preis beim Quiz gewann Hannes Schweickert aus Zwingenberg, gefolgt von Sabine Steinbeck (Gernsheim) und Reiner Schmid (Rimbach).

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