Das Wetter ist egal: stimmungsvoller Auftakt des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Für seine erste „offizielle“ Amtshandlung hätte sich der frischgebackene Bürgermeister Dr. Sascha Weber sicherlich besseres Wetter gewünscht. Angesichts des fortwährenden Geplätschers von oben galt es aber, bei der Heimatfest-Eröffnung das Beste aus der nassen Sache zu machen. Was auch hervorragend gelang, denn Freibier mundet bei allen Temperaturen. Der überdimensionale Schirm auf der Hofwiese vor dem Einhaus erlebte somit gleich seine erste Bewährungsprobe als Regenschutz.

Die Kocherbacher Trachtenkapelle leitete mit ihren schmissigen Weisen aus Polka, Walzer und Märschen den Abend ein. Zu diesem hatte sich trotz der ungemütlichen Witterung eine schöne Anzahl Bürger eingefunden. Von Ernst Gräber, Heinz Fischer und Nothung Köhler wurde das Schmucke(r) Freibier-Fass für den Anstich entsprechend vorbereitet, sodass nichts schiefgehen konnte.

Weber wird es den rührigen Helfern danken, dass mit zwei gezielten Schlägen von ihm bereits der Gerstensaft floss, nachdem sich der scheidende Bürgermeister Joachim Kunkel im vergangenen Jahr lange umsonst abgemüht hatte. Damals war ein neuer Zapfhahn zum Einsatz gekommen, dessen Widerborstigen Zähmung nicht recht gelingen wolle. In diesem Jahr, schmunzelte Thorsten Heckmann von der Schmucker-Brauerei, kehrte man wieder zum Altbewährten zurück.

Der neue Rathauschef freute sich in seinen Begrüßungsworten, neben den beiden Landtagsabgeordneten Karin Hartmann und Birgit Heitland auch seinen Bürgermeister-Kollegen aus Montmirail, Etienne Dhuicq, mit Familie begrüßen zu dürfen. Auch die Kreisbeigeordnete Diana Stolz wohnte der Eröffnung bei. Wie viele Feuerwehrangehörige, die nach der nachmittäglichen Großübung zu Ehren der beiden Bürgermeister Präsenz auf dem Heimatfest zeigten.

Weber dankte dem Hauptamt für die Organisation des Fests im Vorfeld. Auch würdigte er den Einsatz der vier Vereine, die den Ablauf stemmen. Dies sind die SG mit verschiedenen Abteilungen, TSV Aschbach, TV 02 Siedelsbrunn und ÜSC. „Es ist schön, als erste Amtshandlung das Heimatfest zu eröffnen“, sagte der Bürgermeister. Den Kocherbachern, bei denen erst selbst früher mitspielte, dankte er für die musikalische Umrahmung.

Die Kapelle war es auch, die nach geglücktem Anstich ein „Prosit“ spielte. Zuvor hatte Heckmann seitens der Brauerei viele Glückwünsche an den neuen Bürgermeister überbracht. „Der Schirm erfüllt seinen Zweck“, meinte er mit Blick auf die vielen Tropfen. Das Freibier fand im Anschluss viele Abnehmer unter dem Schirm und im Zelt.

Der restliche Abend gehörte dann zwei Bands aus der Region. Die „Knetkepp“ und „The RoxXx“ spielten nach Kräften gegen den Regen an und hatten damit auch schönen Erfolg. Bis zum Ende des Doppelkonzerts um halb 2 Uhr morgens waren die Besucher dabei. Denn die Setliste der Gruppen bot für jeden Geschmack etwas, sodass alle auf ihre Kosten kamen.

Die „Knetkepp“ mit Daniel Arnold (Schlagzeug), Janina Becker (Keyboard), Patrick Gräber (Bass und Gesang), Sonja Schmitt (Gesang) sowie Nico Böhm und Michael Jungmann (Gitarre) hatten Schlager, Volksmusik, Rock, Pop, Alpenländisches, Neue Deutsche Welle und Blues parat. „Ein Kompliment“ hatte die Band für die Gäste, sah aber auch den „Long train running“ oder es ging „Sexy“ zu. „Let me entertain you“ von Robbie Williams ist bereits ein Klassiker, ebenso die „Schwarze Natascha“ oder die „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang. Udo Jürgens wurde ebenso berücksichtigt wie Tina Turner oder BAP und Andreas Gabalier – „Bed of Roses“ von Bon Jovi darf in keinem Set fehlen.

Die Setliste von „The RoxXx“ umfasste vom klassischen Rock-Sound über Pop- und Partysongs von früher und heute bis hin zu aktuellen Hits alles, was das musikbegeisterte Herz begehrte. Musiker und Gäste waren gut drauf und sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Das Programm las sich wie ein „Who’s who“ der bekanntesten Pop- und Rocksongs der vergangenen 30 und mehr Jahre. Bryan Adams „Summer of 69“ war ebenso dabei wie „Footloose“ von Kenny Loggins, genauso aber „99 Luftballons” von Nena oder „Edge of Glory“ von Lady Gaga.

Im abschließenden Set setzte die Band rockig noch einen drauf. Da standen dann die Scorpions mit „Rock you like a Hurricane“ auf dem Programm. Die alten Recken von Manfred Mann’s Earth Band kamen mit der Gotthard-Version ihres Hits „Mighty Quinn“ zu ihrem Recht. Der Journey-Knaller „Don’t stop believin“ sorgte ebenso wie „Knocking on heavens door” in der Guns’n‘Roses-Version dafür, dass die Stimmung bis zuletzt auf dem höchsten Level blieb.

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