Bergsträßer und Odenwälder Junioren siegten in Wald-Michelbach gegen chinesische Teams

Die Odenwälder Jungs wissen jetzt, dass sie sich gegen eine chinesische Jugendfußball-Auswahl behaupten können. 1:0 und 2:0 siegten je ein B- und C-Junioren-Team des Jugendfördervereins (JFV) Wald-Michelbach/Abtsteinach und des Kreises Bergstraße bei Freundschaftsspielen gegen eine Mannschaft der Stadt Qingdao und eine des Bezirks Yanbian. Die waren im Rahmen des fünften deutsch-chinesischen Fußball-Austauschprojeks in der Metropolregion zu Gast und machten auch einen Abstecher in den Überwald.

Organisiert wird alles von der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft mit Sitz in Mannheim. Wie deren Vorsitzender Felix Kurz sagte, gibt es die Jugendfußball-Turniere seit 2012 – damals mit zwei Mannschaften aus dem Reich der Mitte. 2014 reisten vier deutsche Teams nach China, im Jahr 2015 waren bereits vier chinesische Teams in der Rhein-Neckar-Region zu Gast. „Wir wollen den Jugendaustausch noch stärker betonen“, sagte Kurz, und den Kontakt zwischen den Heranwachsenden unterstützen.

Seinen Worten zufolge ist es wichtig, gerade in jungen Jahren fremde Kulturen kennenzulernen. „Kinder gehen unbekümmerter an alles heran“, betonte er. Die Kontaktpflege sei leicht, „weil Sport und Fußball verbinden“. Deshalb wurde auch um die eigentlichen Turniere in Mannheim und Worms, an denen neben den vier chinesischen auch sechs deutsche Mannschaften teilnehmen, ein Rahmenprogramm gestrickt, damit sich die Jugendlichen untereinander kennenlernen können. Die ersten partnerschaftlichen Schritte sind schon getan: Die Sinsheimer Max-Weber-Schule unterzeichnete eine Vereinbarung mit der Hui-Schule in Shenyang.

Kurz sah neben einem sportlichen auch einen wirtschaftlichen und touristischen Aspekt. Durch die Medien werde der Odenwald als Marke nach China transportiert. „Die Menschen dort sehen dann, wie schön es hier ist und wollen vielleicht mal Urlaub machen.“ Damit sei man „in Millionenstädten auf dem Radar“. Zumindest bei der Delegation war die Begeisterung über die „traumhaft schöne Landschaft“ schon mal groß, beobachtete er. „Eine Teilnehmerin sagte mir, sie wolle gar nicht mehr nach Hause“, lachte Kurz.

Fußball wird laut Kurz in jeder Klasse von Qingdao unterrichtet, einer Hafenstadt zwischen Peking und Shanghai. „Das ist dort Pflichtfach.“ Von dort war der U16-Schulmeister zu Gast. Aus Yanbian, an der nordkoreanischen Grenze, war es eine Schulvereinsmannschaft. Die Kontakte laufen über die chinesische Freundschaftsgesellschaft mit dem Ausland (CAPFFC), die der Regierung unterstellt ist.

Es sei eine „tolle Sache“, eine ausländische Mannschaft im Fußballkreis Bergstraße begrüßen zu können, sagte Jugendwart Sascha Wilke. Ebenso wie wenn dann Spieler von hier in einer Auswahlmannschaft bei einem Turnier China mitkicken dürfen. Er sei froh, beim JFV die entsprechende Unterstützung gefunden zu haben. Für den Kreis bedeute es „ein Riesenaushängeschild“, wenn Teile der chinesischen Delegation vor Ort sind. „Alles läuft sehr gut“, freute er sich.

Nach der Begrüßung durch den JFV-Vorsitzenden Christian Fornoff zeigte sich Landrat Christian Engelhardt erfreut, dass in den 45 Jahren diplomatischer Beziehungen mit China diese längst über den rein wirtschaftlichen Aspekt herausgewachsen seien. Das gegenseitige Kennenlernen der jeweiligen Lebensweise stehe im Vordergrund, so der Landrat. Was durch den gemeinsamen Sport gefördert werde. „Heute geht es um den Spaß“, wünschte Engelhardt den Teams viel Erfolg.

Für die chinesische Delegation begrüßte die Referatsleiterin Europa, Wang Wei. Sie wies darauf hin, dass abseits aller wirtschaftlichen die menschlichen Begegnungen die wichtigste seien. Es gebe zwei Hauptaufgaben bei der Entwicklung der deutsch-chinesischen Freundschaft: „die Menschen und die Städte zusammenfügen“. Beides sei mit den Fußballspielen der Jugendlichen bestens gelungen.

„Das ist eine tolle Sache für den JFV als junger Verein“, wertete Vorstandsmitglied Sascha Gölz die Freundschaftsbegegnungen sehr positiv. „Wir konnten uns bestens präsentieren.“ Daneben wurde den 14- bis 16-Jährigen die Möglichkeit gegeben, auf internationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln. Für den JFV gab es deshalb kein Zögern, die Anfrage des Kreisjugendfußball-Verbands auf Ausrichtung positiv zu bescheiden.

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