Mit dem Verkauf von Waren aus Imasgo in Burkina Faso will der Verein „Christen für Afrika“ die Menschen unterstützen

Eine lange gehegte Idee ging nun endlich in Erfüllung: Der Verein „Christen für Afrika“ eröffnete sein „Imasgo-Atelier“ bei Martine Rüdinger auf der Hardt in Hammelbach. Dort sollen Produkte aus Burkina Faso zum Verkauf kommen. Deren Erlös geht dann direkt wieder an die Menschen des westafrikanischen Staats, damit sich diese ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. „Es kamen sehr viele Besucher, sehr interessierte Leute, die unsere Projekte kennenlernen wollten“, freute sich Rüdinger. „Gute Gespräche und neue Ideen“, meinte sie im Rückblick.

„Das Projekt wollten wir schon länger verwirklichen“, sagte Vereinsvorsitzender Franz Stevens. In den 90er Jahren, als die Hilfe startete, gab es die Idee eines Weltladens in Birkenau. Der wurde dann in die Tat umgesetzt, noch bevor 1995 die Partnerschaft mit Imasgo in die Wege geleitet war. Wobei die Birkenauer sowohl hier wie dort nicht räumlich festgelegt sind: „Wir sehen es weiter“, schmunzelte Stevens. Deshalb „Christen für Afrika“ mit Mitgliedern auch aus Fürth und Hammelbach.

Nachdem es nun den Weltladen nicht mehr gibt, „wollten wir es selbst in die Hand nehmen, bestimmte Waren anzubieten“, um so den fairen Handel zu unterstützen. Ein ständiger Betrieb ist laut Stevens nicht möglich, weil dem Verein das Personal fehlt. Deshalb soll das Atelier punktuell geöffnet werden. Daneben nimmt der Verein an Ausstellungen teil. Im August ist das auf der Tromm, Ende September beim Kunsthandwerkermarkt der Firma Bellut in Airlenbach.

Da außerdem viele Anfragen nach den Öffnungszeiten kamen, „wollen wir regelmäßig das Imasgo-Atelier ab September einen Samstag im Monat aufmachen“, kündigte Rüdinger an – immer mit neuen Objekten direkt aus Burkina Faso. Erster Termin ist beim Tag der offenen Ateliers im Rahmen des Kultursommers Südhessen am 16. und 17. September. Dann gibt es auch eine Fotoausstellung von Peter Hahn und Rüdinger mit Motiven aus Afrika.

Der Transport von Burkina Faso in den Überwald ist immer eine Aktion für sich. „Jeder von uns hat 23 Kilo frei“, schmunzelte Stevens. In den Koffer kommt ein großer Karton, in dem alles Zerbrechliche gut verpackt ist. „Meine Kleider von der Hinreise verschenke ich meist dort“, macht der Vorsitzende Platz für den Rücktransport der Waren. Wenn Freunde vor Ort sind, dann transportieren diese größere Dinge in einem Container mit zurück. Kalebasse-Trommeln wurden schon einmal in der Kabine zwischen die Füße genommen.

Was in Hammelbach erlöst wird, geht direkt in den Einkauf der nächsten Ware. „Wir kaufen Stoff für einen Schneider in Imasgo“, so Stevens. Der näht dann Kleider auf Bestellung, bekommt seinen Lohn dafür und kann damit einen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten. Quasi eine Win-win-Situation. Auch Trommeln werden auf Bestellung gefertigt.

Das ist jedoch nur eine kleine Palette der Waren, die aus Burkina Faso nach Deutschland kommen. Darunter sind auch afrikanische Tiere aus Ebenholz oder Kaïcedra, von den Dorfbewohnern hergestellter Schmuck aus Glas, Papier, Horn und Stoff, filigrane Basteleien in Form von Autos oder Fahrrädern aus alten Blechdosen oder ein nach Traubenzucker schmeckendes Produkt aus dem Inneren der Affenbrotbaum-Frucht. Aus der Tuareg-Region in Nord-Burkina ist Silberschmuck zu finden. Traditionelle Körbe nahmen die Vereinsmitglieder bereits mit, gedacht ist aber auch an Auftragsarbeiten.

Die Idee fürs Atelier hatte Martine Rüdinger Anfang April. „Seitdem bin ich am Einrichten“, sagte sie. Ihr Solern-Projekt, bei dem aus dem Erlös des Second-Hand-Bücherverkaufs Solarlampen finanziert werden, ist weiter eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen wurde um die 500 Lampen übergeben. Damit können die Kinder auf dem Land, wo es keinen Strom gibt, lernen. Für diese denkt man auch darüber nach, einen Standfuß vor Ort entwickeln zu lassen.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, mit dem Produktverkauf die Menschen in Imasgo zu unterstützen, damit sie auf eigenen Beinen stehen können“, betonte Stevens. Deshalb habe man den Laden auch komplett von den anderen Projekten wie etwa der Schule getrennt. „Die Menschen in Afrika sollen genug Geld verdienen, um sich Dinge des täglichen Lebens selbst finanzieren zu können.“

„Ich war drei Tage lang am Kochen“, schmunzelte Martine Rüdinger. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sie bot typisch afrikanische Speisen und Getränke an. So Dégué aus Hirse, Quark und braunem Zucker, frische Mango, ein Gericht aus Kochbananen, den Hibiskustee Bissap mit Ingwer, braunem Zucker und Limonen oder Riz gras mit Hähnchen. Das Gewürz Soumbala, aus dem Baum Neré gewonnen, wurde abgepackt verkauft. Der folgende Trommelabend war gut besucht „und die Stimmung richtig toll“, freute sie sich.

Informationen: http://christen-fuer-afrika.de

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