Proppenvolles Zelt bei der Predigt vom „Gams Jens aus de Gorschigga“ auf der Kerwe in Unter-Schönmattenwag

Besser kann man sich den Verlauf einer Kerwe nicht vorstellen: Gerammelt volles Zelt am Sonntagnachmittag, beste Laune bei den Gästen, viele schöne Darbietungen und Stimmung ohne Ende, sodass keiner mehr nach Hause wollte. Für die Feuerwehr als Veranstalter aufs Neue ein großer Erfolg, nachdem bereits der Auftakt den Brandschützern ein breites Lächeln auf die Lippen gezaubert hatte.

Den Auftakt machte zum Frühschoppen die Blasmusik Schimmeldewog mit ihrem bekannten Potpourri aus Märschen und Walzern, aber auch eingängigen Popstücken. Da mundete das Mittagessen gleich doppelt gut. Schiffschaukel, Karussell und Schießstand wurden schwer belagert, als dann der Auftritt des Kindergartens anstand. Viele Familien mit Geschwisterkindern oder einfach Interessierte mit dem Nachwuchs hatten sich am Alten Weg eingefunden, um den beiden bunten Gute-Laune-Tänzen mit Puscheln zuzuschauen.

Ganz grün wurde es danach auf der Bühne, als die Kinder der Grundschule Schimmeldewog mit ihren Schul-T-Shirts einliefen. Aus 70 Kehlen wurde unter der Leitung von Nina Reuber „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens geschmettert. Das folgende Schimmeldewog-Lied und das abschließende „Dankeschön“ bekamen riesigen Beifall, sodass eine Zugabe in Form von einem weiteren Sahnehäubchen fällig war. Von der Feuerwehr gab’s dann dieses Dankeschön noch in Form einer Süßigkeit, ehe die Kinder zu den stolzen Eltern eilten. Burkhard Melchior von der gleichnamigen Tanzschule hatte darüber hinaus mit ein paar Schülern noch zwei Tänze einstudiert, die danach zur Aufführung kamen.

Bevor der Höhepunkt des Nachmittags nahte, bei dem selbst die Stehplätze an den Zelteingängen knapp wurden, gab es für die Kinder zusammen mit Kerweparre und Kerwejugend noch eine kleine Rundfahrt durch den Ort. Die einen auf geschmückten Fahrrädern, das schaukelnde und schunkelnde Kerwekomitee hoch zu Anhänger hinter den Traktoren. Am Zelt wurde für die Einfahrt des Triumvirats extra die Plane hochgemacht, sodass Jens Gam von den Massen umjubelt absteigen und die Bühne emporschreiten konnte.

Nach der ausgiebigen Vorstellung der Kerwejugend waren dann Mundschenk Benedikt Staat und Kerweborscht Lukas Milke dran. Die gehörige Portion Nervosität überspielte der „Gams Jens aus de Gorschigga“ mit viel Selbstironie und einer gehörigen Portion Mutterwitz, sodass er selbst bei Hängern die Lacher auf seiner Seite hatte. Die galten aber in der Regel anderen. Denn: „Ich waas, dass veel Lait schun ziddern, verrigte Gschichde du ich quasi widdern.“

Der Kerweborscht kommt zwar nicht aus dem Ort, sagte er, bringt trotzdem aber ganz gute Eigenschaften für seinen Job mit: „Saufe konn der wie en Unner Schimmeldewäer, der bringt selbschd en Lidder humbe, uff omol leer.“ Jens Gam wusste dann von zweien aus Korsika zu berichten, die extra zum Motorrad-GP nach Katar geflogen war. Das Problem: Es schüttete und die Rennen verschoben sich immer mehr. Das Ende vom Lied, als es ernst wurde: „Un sou haast es als des Renne startet, ab zum Taxi, weil des Flugzaig bestimmt ned wartet.“

Erstaunliches wusste der Kerweparre von den Aschbacher Fußballern und ihrem Drang zu FKK-Sport zu berichten: „Die wärn defär bekannd, dass se gern mol, ziehe blank.“ Was bei einer vorbeifahrenden ehemaligen Bürgermeister-Kandidaten aus dem Flockenbusch für manche offenen Fragen sorgte: „Vielleischd is des ah ned basierd, un isch häb blous phantasierd.“

Apropos: „Ich häb do en kurze Witz mit oam Wort an de Zahl. Ich verzäihl ehn kurz, er lautet ‚Bürgermeisterwahl‘“, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Nachdem genüsslich die jeweiligen Schwächen der Kandidaten abgearbeitet worden waren, gab Gam dem Gewählten auf den Weg: „Wie in de heilische Mess misse mer do druff oner dringe, hoffentlich is ehm bewusst, was fer Ufgabe winke.“

Ob dem Kerweborscht bewusst war, dass sein Nachbar auf der Bühne auch ihn kräftig durch den Kakao ziehen würde? Auf jeden Fall war Lukas Milke das Geschehene manchmal doch zu peinlich, sodass er ein wenig auf Abstand ging. Was aber nichts daran änderte, dass sein in die Hose gegangener Autokauf für viel Spott gut war. Es heißt jetzt BMW zu verkaufen: „Wenn oner intresse hot, konn er des Subbermobil bei ehm kaafe.“

Eine Warnung an alle Schimmeldewäer hatte Jens Gam auch parat: „Iwwerleigt eich genau was iwwers Johr alles gschieht, es kennt a sei, dass des eiern Kerweparre sieht. Seid ouständig un losst die Faxe soi, dann kummt er a negschd johr – ned in die Redd noi.“ Wobei ihm jede Peinlichkeit zupass kommt: „Ich dets jo ehrlich subber finne, wenn was bassiert, dann sin die Lait beim nächschde Kerwesunndog a werrer amüsiert.“

Advertisements