ZKÜ braucht wegen weniger Fördermitteln ab 2018 mehr Gelder der Überwald-Gemeinden

Im kommenden Jahr sollten sich die drei an der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) beteiligten Gemeinden Gedanken über deren zusätzliche finanzielle Ausstattung machen. Mit diesem Appell schloss Geschäftsführer Sebastian Schröder seinen Sachstandsbericht, den er den Gemeindevertretern auf der vergangenen Sitzung gab. Grund für die Unterdeckung ist seinen Worten zufolge das Auslaufen des Förderprogramms Aktive Kernbereiche und Citymanagement im Jahr 2018, das bisher immer 40.000 Euro jährlich in die Kasse spülte.

Die Stammeinlage von 25.000 Euro ist Schröder zufolge noch komplett vorhanden. An weiteren verfügbaren Mitteln gebe es aktuell etwa 83.000 Euro. Das „Citymanagement“ im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“ betreibt die ZKÜ seit Mitte 2015. Bis Ende 2014 hatten jährliche Efre-Zuschüsse noch zusätzliches Geld in die Kasse gespült.

Von März 2016 bis 2017 agierte man für Mörlenbach im Sinne eines Projektentwicklers. Umfang hier: etwa 10.000 Euro. Wie Schröder betonte, habe man nur durch diese Projekte bei seit dem Jahr 2010 unveränderten kommunalen Zuschüssen in Höhe von 113.000 Euro jährlich noch annähernd ausreichende Erträge erzielt. Denn die Aufwendungen lägen jährlich bei zirka 180.000 Euro.

Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass die ZKÜ weiterhin arbeitsintensive Informations- und Vermittlungstätigkeiten im Bereich Tourismus anbiete, „aus denen sich jedoch keine Erlöse erzielen lassen“. Man könne nicht plötzlich Geld für etwa verlangen, das sieben Jahr lang kostenfrei war. Auch Wirtschaftsservice und Gründerzentrum seien als kostenlose Services etabliert.

Er listete bis Ende 2018 eine jährliche Unterdeckung von etwa 25.000 Euro auf, ab 2019 von etwa 65.000 Euro. „Gegen Mitte 2019 dürften die verfügbaren Mittel der ZKÜ aufgebraucht sein“, so Schröder. Weswegen sie spätestens 2018 „eine angepasste Finanzausstattung seitens der drei Gesellschafterkommunen“ Wald-Michelbach, Abtsteinach und Grasellenbach brauche. Im Jahr 2016 ergab sich seinen Worten zufolge ein Fehlbetrag von 6300 Euro.

In punkto Tourismusförderung nannte Schröder als wiederkehrende Aufgaben die Betreuung und Koordination der 26 Geopark-vor-Ort Begleiter, Aktualisierung und Verteilung der Themenbroschüren oder Pflege der Website sowie des Facebook-Auftritts. Auch geschehe die Koordination von Arrangements und Angeboten über die ZKÜ. Im ersten Halbjahr habe es bereits Anfragen mit etwa 3500 Personen gegeben. „Wir bewegen uns auf stabilem Niveau“, so der Geschäftsführer. Aktuell sind fast schon die Zahlen des Gesamtvorjahres erreicht.

Schröder wies daneben auf die Eröffnung der Radlerstation in Wahlen und des Draisinenrundwegs in Mörlenbach hin. Dazu kommen die Glücksorte und eigene Veranstaltungen wie die Überwälder Traumnacht. Mit Blick auf die Wirtschaftsförderung nannte er beim Gründerzentrum 280 Einzelberatungen mit einer Umsetzung von 27 Prozent. Etwa im bundesdeutschen Rahmen. Allerdings hätten Existenzgründungen wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt aktuell an Bedeutung verloren, so Schröder.

Es gehe darum, ein gründerfreundliches Umfeld zu schaffen, Hilfe bei der Standortsuche und dem Gründungsvorgang zu bieten sowie Unterstützung bei der Anfertigung von Businessplänen zu geben, betonte er. Die ZKÜ sieht sich auch als Kontaktstelle zu Behörden, Hochschulen und Partnern, bietet Workshops und Seminare sowie ist auf Messen präsent.

270 Firmen im Überwald werden derzeit von der ZKÜ betreut, erläuterte der Geschäftsführer.  Es gebe eine Bestandspflege zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, Unterstützung bei Krisenmanagement und Unternehmensnachfolge sowie bei Ausbildung, Personalvermittlung und Weiterbildung. Man kümmere sich um Gewerbeimmobilien sowie liefere Kontakte und Unterstützung bei der Suche nach Geschäfts-, Kooperations- und Netzwerkpartnern.

Bea Boshoven-Krämer (SPD) sprach auch im Namen der anderen Gemeindevertreter, als sie die „Erfolgsgeschichte ZKÜ“ würdigte, die weitergeführt werden müsse. Viele Dinge seien in den vergangenen Jahren durch die Gesellschaft angestoßen worden. „Wir können uns nicht erlauben, nicht weiterzumachen“, sagte sie unter großer Zustimmung der anderen Mandatsträger.

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