Alle sind sich einig: Die Wald-Michelbacher Hofwiese hat enorm gewonnen

Die Überwald-Gemeinde hat ein zweites Veranstaltungszentrum. Bietet die Rudi-Wünzer-Halle optimale Voraussetzungen für Indoor-Termine, so ist die jetzt eingeweihte Hofwiese vor dem Einhaus bestens geeignet für Freiluft-Events. Der Platz erhielt im vergangenen Jahr ein völlig neues Aussehen und wirkt jetzt heimeliger und einladender als zuvor. 170.000 Euro ließ sich die Gemeinde die Umgestaltung kosten. Für den Sonnen- und Regenschirm Marke XXL, wie es einen auch in Rimbach gibt, wurden noch einmal 40.000 Euro in die Hand genommen.

Für den Gemeindevertreter-Vorsitzenden Nothung Köhler begrüßte Stellvertreter Stefan Doetsch (CDU) die vielen Gäste aus der Kommunalpolitik, Planer, ausführende Firmen, aber daneben ebenso interessierte Bürger. Um gleich das Ambiente unter dem Schirm auszutesten, waren die Sitzgarnituren darunter aufgestellt worden. Ein Gläschen Sekt zu Beginn stimmte auf die Festworte ein. Für die Bewirtung und die musikalische Umrahmung sorgte der MGV 1951, der im Einhaus sein Vereinsdomizil hat.

Doetsch freute sich, dass der Platz nach der provisorischen Zwischeneinweihung beim Weihnachtsmarkt nun offiziell seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die Gemeindevertretung habe vor einem Jahr „die gute und weise Entscheidung getroffen“, die Umgestaltung in dieser Form in die Wege zu leiten. Die Hofwiese „hat enorm gewonnen und ist sehr schön geworden“, sagte er. Doetsch lobte die Kombination aus Zweckmäßigkeit und schönem Ambiente. Sie biete nun das passende Umfeld für Kerwe, Heimatfest und Weihnachtsmarkt.

Architekt Hans-Dieter Bretschneider wies auf den ursprünglichen Zustand des Platzes hin, der die Überlegungen für eine Neugestaltung in Gang setzte. „Er war geschottert, es bildeten sich immer wieder Wasserlachen“, sagte er. Wichtig sei bei den Planungen gewesen, „dass ein repräsentativer Platz entsteht“, der für Feste nutzbar sei. Gleichzeitig ging es darum, die Parkplätze zu erhalten.

Klar war bei den Gedanken seinen Worten zufolge, „dass das Einhaus den Platz dominieren soll“. Dies habe man mit der gepflasterten Fläche davor erreicht, „die das Gebäude mitsamt Backhaus einfasst“. Bretschneider zufolge dienen die Pflasterkreise als Orientierungsfunktion. Im Zuge der Umgestaltung wurden daneben Zufahrten und Gehwege verbreitert oder neu geordnet.

Wie der Architekt weiter erläuterte, ist die restliche Fläche als Schotterrasen ausgebildet, sodass die komplette Hofwiese weiter als Festplatz nutzbar ist. Das direkte Parken vor dem Einhaus werde jetzt durch Poller unterbunden. Auf den Freiflächen finden sich Bretschneider zufolge mehrere Steinblöcke von im Odenwald kommenden Sorten – eine Idee von Theo Reichert.

„Die Bauzeit war relativ knapp“, schmunzelte er. Ganze elf Wochen zwischen Gassen- und Weihnachtsmarkt standen zur Verfügung. Dazu kam, „dass wir viel Unvorhergesehenes im Untergrund gefunden haben“. Ohne das beherzte Anpacken der Baufirma und Wochenend-Arbeit hätte man den Termin nicht halten können, lobte Bretschneider. Neben 800 Quadratmeter Pflasterfläche sind 500 qm Schotter, 27 Stellplätze und ein Behindertenparkplatz entstanden.

Miriam Kubat, die mit ihrer Kollegin Carin Engel seitens der NH Projekt Stadt für Planung und Finanzierung zuständig war, hob hervor, dass Wald-Michelbach und Grasellenbach ab 2008 beim Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ punkten konnten. Die Hofwiese werde nun den Bedürfnissen der künftigen Nutzer gerecht, sagte sie. Sie reihe sich erfolgreich in die Reihe der bisherigen Maßnahme wie Gass und Bereich zwischen den Kirchen ein.

Laut Kubat hat der Überwald „alle Erwartungen als Pilotstandort erfüllt“, lobte sie. Eigentlich mit einer Laufzeit von acht Jahren angedacht, habe man eine Verlängerung des Förderprogramms erreicht. Seit 2008 seien 6,2 Millionen Euro geflossen – bei einer Förderquote von 70 Prozent durch das Land Hessen. Dieses begleite die aktiven Kernbereiche „wohlwollend“, sagte sie.

Wie Bürgermeister Joachim Kunkel ergänzte, hat das Programm „uns in den vergangenen Jahren sehr geholfen“. Der Ortskern habe dadurch „unglaublich an Qualität gewonnen“. Die Gemeinde fühlte sich bei der NH „sehr gut aufgehoben“. Mit dem Ergebnis „können wir glücklich und zufrieden sein“. Man habe sich beim Planungs- und Umsetzungsteam bestens aufgehoben gefühlt. Bei den 2015 begonnenen Planungen waren laut Bürgermeister auch die Vereine immer mit eingebunden.

Neben noch laufenden privaten Maßnahmen soll als Abschluss auf der Hofwiese ein Pavillon entstehen. In diesen soll dann möglichst noch in diesem Jahr die ZKÜ einziehen. Denn der Wunsch ist, die Wirtschaftsförderung und Tourismusagentur ins Zentrum der Gemeinde zu holen, dort, wo sich das gesellschaftliche und kulturelle Leben abspielt.

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