Aus dem alten Silo wurde in Gadern eine kleine ökumenische Kapelle

So kann ein altes Silo auch neue Verwendung finden: Aus dem ehemaligen Speicher von Hans Emig wurde auf dem Grundstück von Familie Gölz jetzt eine kleine ökumenische, private Kapelle. Deren Weihe im Rahmen einer Andacht feierte nun halb Gadern mit. Bei herrlichem Wetter waren viele Gäste in den Hof gekommen, um das in einjähriger Arbeit gestaltete Johannes-Kapellchen in Augenschein zu nehmen und sich vom Wald-Michelbacher Posaunenchor unterhalten zu lassen. Dieser umrahmte auch die ökumenische Andacht mit der evangelischen Pfarrerin Martina Beyer und ihrem katholischen Kollegen, Pfarrer Janusz Pycia.

„Eigentlich war zuerst an einen Abriss gedacht“, erläutert Ideengeber Simon Gölz. Denn das kleine Bauwerk war ziemlich heruntergekommen. Als die Entscheidung dann pro Erhalt fiel, kam zuerst ein Dach drauf. Der schöneren Optik wegen sollte es ein Spitzdach werden. Das sah dann schon fast so aus wie ein Kirchturm – und dann war die Idee geboren, daraus eine kleine Kapelle zu machen. Der Eingang wurde verbreitert, ein Kreuz fand sich noch im privaten Fundus.

Als Schutzheiligen wählte die Familie Johannes den Täufer, weil bald der Johannistag ansteht, so Simon Gölz. Die Glocke wurde sogar eigens aus Italien importiert. Bei der Realisierung konnte man auf viele helfende Hände zählen. Oliver Hanstein packte beim Dach mit an, Christian Gutfleisch kümmerte sich um die Elektrik und wenn weiterer Bedarf war, gab es Unterstützung aus dem Dorf. Walter Gölz war für den Fußboden, den Verputz und die Inschrift zuständig.

Wichtig war es laut Simon Gölz, dass die Kapelle sowohl evangelisch als auch katholisch gesegnet wird. „Denn meine Mutter Ute ist evangelisch, mein Vater Manfred katholisch“, lachte er. Eigentlich wollte man die Andacht in einem eher kleineren Rahmen feiern, aber wie es auf dem Dorf halt so ist, wurde daraus dann doch eine größere Feier. In den Kühlschränken türmten sich die Getränke, im alten Stall stand ein kleiner Imbiss bereit. Auch Bürgermeister Joachim Kunkel und sein Nachfolger Dr. Sascha Weber nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild des privaten Engagements zu verschaffen.

Inklusive Planung dauerten die Arbeiten ein Jahr. „Zum Ende hin wurde es etwas hektisch“, schmunzelte Gölz. Denn der Johannistag am 24. Juni rückte immer näher. Doch mit etwas Beschleunigung wurde alles rechtzeitig fertig. Nach der Begrüßung durch Ute Gölz läutete Christel Beisel, die früher schon die Glocke am Schulhaus bediente, die Andacht ein. Diese gestalteten die beiden Geistlichen mit dem Psalm 84, „Wohl denen, die in deinem Hause wohnen“.

Zimmermannsmeister Hanstein kletterte dann mittels Leiter auf das Dach und sorgte mit den Scherben eines Sektglases für das sprichwörtliche Glück. Ortsvorsteher Franz-Josef Gölz und Kunkel würdigten in ihrer kurzen Ansprache die investierte Arbeit der Familie. Manfred Gölz ging kurz auf die Vorgeschichte ein. Es gab verschiedene Optionen, sagte er. Weil Gadern keine Kirche hat, wurde der Gedanke der ökumenischen Kapelle geboren. Diese soll nun der Ortsbevölkerung bei Bedarf offen stehen.

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