Junge Musikschüler aus Weschnitztal und Überwald zeigten ihr großes Können

Während es draußen donnerte, blitzte, und platschte, öffnete sich in der evangelischen Kirche eine völlig andere Welt. Getragene, sanfte, die Ohren umschmeichelnde Töne herrschten beim achten Schülerpodium der Jugendmusikschule Überwald-Weschnitztal vor, als dort die verschiedenen Eleven ihre Künste auf den Instrumenten zeigten. Die Zuschauer im voll besetzten Gotteshaus sparten bei den verschiedenen Darbietungen nicht mit Beifall.

Den Beginn machte das Klarinettentrio Elisabeth Korte, Gila Tremper und Martin Vogel. Das Thema aus der 6. Sinfonie Andante und das Andante aus dem Capriccio Italien von Peter Tschaikowski bildeten den Auftakt. Felix Mendelssohn-Bartholdys „Engels-Terzett“ aus dem Elias schloss sich an, von den drei Musikern auf ihren Instrumenten prächtig dargeboten.

Danach schlug die Stunde der Kinder und Jugendlichen: Zwischen zehn und 16 Jahren sind die Musikschüler alt, die in Hammelbach teilweise ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Eine wohlgesetzte Sonatina für Saxofon und Klavier von Joseph Haydn spielte Johanna Knapp auf ihrem Instrument, begleitet an den Tasten von Martin Vogel. Die Musikschüler proben seinen Worten zufolge zwei Mal pro Woche zusammen und genießen dazu noch einmal zusätzlichen Einzelunterricht.

Das „River flows in you“ von Yiruma brachte Alicia Fedler am Klavier viel Beifall ein. Den Freundschaftswalzer von Chrennikow spielte sie vierhändig mit ihrer Lehrerin Evelyn Nieth. Die begleitete danach auch Jonathan Forrester aus der Klasse von Andrea Schmitt auf der Trompete, der die „Sonata en si b“ von Jean Baptist Loeillet spielte. Ein langes Stück, das volle Aufmerksamkeit in seinen verschiedenen Teilen erforderte. Klar und sauber gespielt, heimste er dafür zahlreichen Applaus von den Rängen ein. Hier war deutlich erkennbar, dass sich Jonathan bereits einige Jahre der Trompete widmet.

Bei Beethovens Romanze in F-Dur hatte dann auch der Himmel ein Einsehen. Die Sonne schien hell durch die bunten Kirchenfenster und tauchte alles in gleißendes Licht. Sarah Weiß auf der Violine aus der Klasse von Monica Brecht ließ unter Klavierbegleitung durch Evelyn Nieth dabei die Töne durchs Kirchenschiff schweben. Ein ums andere Mal bestach das Stück durch das Zusammenwirken der beiden Instrumente, um sich am Schluss musikalisch in höchste Höhen emporzuschwingen.

Danach wurde es voll auf der Auftrittsfläche. Die über 20 Köpfe zählende Bläserklasse 5 nahm Aufstellung für ihren ersten öffentlichen Auftritt. Und bestritt diesen mit Bravour. „Morgenstimmung“, „Hard Rock“ und „Let’s Rock“ hießen unter der Leitung von Martin Vogel die kurzen Stücke, mit denen die Zehn- und Elfjährigen begeisterten. Denn sie proben erst seit vergangenen Oktober zusammen. Das war ihrem Spiel aber in keinster Weise anzumerken.

Die etwas Älteren aus der Bläserklasse 6 waren im Anschluss dran. Sie musizieren bereits seit eineinhalb Jahren gemeinsam. Martin Vogel ist auch hier der Leiter. Mit einem Choral starteten die ebenfalls über 20 Kinder, bevor es danach mit „School Spirit“ weiterging. „Twist and Shout“ war dann ein echter Knaller, kam flott rüber, ehe die Musikschüler beim „Eye of the Tiger“ Boxer Rocky Balboa durch die Ränge joggen ließen.

Bei der Stückeauswahl durften die Kids mitreden. „Ich habe es mal angespielt“, meinte Vogel zu „Eye of the Tiger“. Nach erstem Fremdeln kam es dann doch ins Repertoire „Die haben richtig Gas gegeben“, lobte er seine Schüler. Allerdings ist nach dem Auftritt auch wieder neues Liedgut gefragt. „Wir beginnen dann damit, andere Stücke einzuüben“, so der musikalische Leiter.

Advertisements