Wald-Michelbacher Ausschuss gegen Windräder im Bereich Brombach-Nord

Die Umsetzung des Bebauungsplans „Dornweg“ in Siedelsbrunn ist eine ziemlich dornenreiche Angelegenheit. Was nicht an der Größe oder Art des Projekts liegt. Denn eigentlich dreht es sich nur um ein Grundstück, auf dem ein Wohnhaus errichtet werden soll. Allerdings kam von den Trägern öffentlicher Belange eine Vielzahl von Stellungnahmen zurück, sodass sich jetzt der Bau- und Energieausschuss erneut mit dem Thema zu befassen hatte.

Bei Helmut Gremm (SPD), gleichzeitig Ortsvorsteher von Siedelsbrunn, riefen die Einwände Unverständnis hervor. „Man denkt Wunder was, welches Baugebiet entstehen soll“, sagte er. Dabei handle es sich nur um ein Gelände. Manchmal, so dränge sich ihm der Eindruck auf, sei das Landratsamt „eine Behinderungsbehörde für die Bürger“. Denn in den Gremien „diskutieren wir schon ewig darüber“, wies Gremm darauf hin, dass das Thema bereits zum vierten Mal auf der Tagesordnung sei. „Das ist ganz schlecht“, machte auch Hans Trumpfheller (FW) seinem Unmut Luft.

Bürgermeister Joachim Kunkel stellte klar, dass es sich nicht um ein Problem handle, „das die Gemeinde geschaffen hat“. Sein Verständnis für die geforderten Maßnahmen „hält sich in überschaubaren Grenzen“, sagte er. Seiner Meinung nach „wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen“. Auch wenn die Bauherren wussten, was auf sie zukommen würde, sei das unbefriedigend. Er hoffe, dass sich das Thema nun durch einen einstimmigen Beschluss zu den eingegangenen Anregungen erledige, so Kunkel. In diesem Wunsch folgten ihm die Mandatsträger.

Thema war im Ausschuss daneben die Änderung des Landesentwicklungsplans Hessen 2000. Hier beschloss das Gremium auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig, vier relevante Punkte in die Stellungnahme aufzunehmen. So will Wald-Michelbach erreichen, als Mittelzentrum eingestuft zu werden. Außerdem soll eine Zuordnung zum ländlichen Raum erfolgen, wie es bei der Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs diskutiert und zugesichert worden sei.

In die Stellungnahme soll weiterhin die Gewährleitung der verfassungsrechtlich garantierten Planungshoheit mit aufgenommen werden. Daneben will man erreichen, dass die Vorgabe, zwei Prozent der Fläche für Windenergie bereithalten zu müssen, abgemildert wird. Hingewiesen wird in diesem Zusammenhang auf die Ausführungen der Gemeinde zum Regionalplanentwurf bezüglich der Erneuerbaren Energien.

Der Bau- und Energieausschuss will keine Windenergieanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft von Unter-Schönmattenwag/Flockenbusch auf badischer Seite. Deshalb will man erreichen, dass das Gebiet „Brombach-Nord“ aus dem Entwurf des Teilflächennutzungsplans Eberbach-Schönbrunn zur Windenergie wieder herausgenommen wird. 53 Hektar sind dort vorgesehen. Diese Entscheidung fiel bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen.

Auf hessischer Seite sind drei Windräder im Gespräch, gegen deren Errichtung es auch schon Proteste gab. Wie viele auf Brombacher Seite dazukämen, ist nicht ganz klar. Im dortigen Ortschaftsrat ist man nicht glücklich mit der Ballung auf den Hügeln im Umfeld und wollte – wenn überhaupt – dort nur ganz wenige Rotoren zulassen, heißt es. Doch durch die Ergänzung auf hessischer Seite ist man von diesem Überlegungen wieder abgerückt und steht nun generell dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Schon einmal, 2012, hatte sich Wald-Michelbach äußerst kritisch zu diesen Planungen geäußert. Damals schon gab es den Hinweis, dass mit der Verwirklichung des Windparks auf dem Stillfüssel Ober- und Unter-Schönmattenwag „eingemauert“ würde. Denn beide Vorranggebiete lägen sich auf den Bergkuppen des Ulfenbachtals gegenüber. Allein die Größe der Anlagen und die Drehbewegungen der Rotoren könnten eine „erdrückende Wirkung“ auf die Bürger haben.

Weiterhin werden als Kontra-Argumente Landschafts-, Immissions-, Gesundheitsschutz und Naherholung genannt. Auch sei kein ausreichender Abstand der Konzentrationsgebiete zueinander gegeben, der auf vier oder fünf Kilometer beziffert wird. Die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds, Flächenverbrauch oder Schattenwurf sind weitere Aspekte. Bereits 2012 hier wurde – neben Flockenbusch – die Streichung von Brombach-Nord als Windvorranggebiet aus den Planunterlagen gefordert.

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