Kindertheater der Gras-Ellenbacher Heimatbühne feiert am 18. Juni Premiere mit „Pinocchio“

Nicht mehr lange, dann steht der Holzjunge das erste Mal auf der großen Bühne. Und will dann dort wie auch im Märchen von Carlo Collodi nichts sehnlicher, als endlich ein normales Kind zu werden. Die Jugendgruppe der Gras-Ellenbacher Heimatbühne führt das Stück „Pinocchio“ erstmals am Sonntag, 18. Juni, beim Hoffest von „Jäig’s“ auf. Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren und die Akteure sind mit voller Konzentration bei der Sache.

„Die aktuelle Probe ist sehr gut verlaufen“, bilanzierten die beiden Regisseure Andreas Willutzki und Ann-Marie Teichert zufrieden. Die besten Szenen der jugendlichen Schauspieler waren ihrer Beobachtung nach am Anfang, „da dann die Kinder noch voll konzentriert auf ihre Rollen waren“. Zum Ende hin ließ zwar die Konzentration etwas nach. Das war aber „nach fast zweistündiger Probe und 13 Kulissenumbauten“ sowie bei den entsprechenden Temperaturen auch verständlich.

„Wir haben jetzt noch zwei Termine vor der Generalprobe und sind sehr zuversichtlich, dass alles klappt“, ergänzte Ann-Marie Teichert. Die Aufführung ist sehr farbenfroh: Denn es handelt sich um ein Märchenspiel in 14 Bildern von Matthias Weißert nach dem Kinderroman von Carlo Collodi. So mit Pinocchio und Gepetto, Pinocchio mit dem Fuchs und dem Kater, dems Puppenspieltheater, mit der Fee und einer Spielplatzszene. Manche der 13 jungen Schauspieler sind gleich in mehreren Rollen zu sehen.

Das Stück haben sich die Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 15 Jahren selbst herausgesucht. Denn es sollte ihrem Wunsch zufolge ein längeres sein als im vergangenen Jahr. Willutzki machte deshalb drei Vorschläge: Till Eulenspiegel, ein Märchen – und eben Pinocchio. Die reine Spielzeit beträgt eine Stunde, nach dem siebten Bild gibt es eine kleine Pause. Besonderen Spaß macht den jugendlichen Akteuren die Szene mit dem Kasperltheater. Da sind sie fast alle auf der Bühne zu finden „und es geht rund“, schmunzelte der Regisseur.

Zum Inhalt: Die weltberühmte Vorlage wurde für die heutige Zeit umgeschrieben und ist in ihrer Art und Weise für die Kinder sehr lehrreich. Pinocchio ist nach seiner Entstehung in der Tat ein „Holzkopf“. Statt in die Schule zu gehen, lässt er sich von der listigen und gemeinen Füchsin und dem bösartigen Kater in die Irre führen. Und obwohl sie ihn schmählich im Stich lassen, fällt er jedes Mal wieder auf ihre falschen Versprechungen herein.

Der Fee gegenüber, die ihm immer wieder helfen will, erweist er sich dagegen als ziemlich undankbar. Statt aufs Neue in die Schule zu gehen, wozu ihm die Fee die Chance gibt, lässt er sich immer wieder verlocken und verführen. Nicht einmal als der Hunger ihn plagt, ist er bereit, für ein Stück Brot zu arbeiten. Erst als es ihm ganz dreckig geht, die Fee ihm aber trotzdem wieder auf die Beine hilft, lernt er, dass Geben genauso wichtig ist wie Nehmen. Jetzt erst ist er ein „richtiges Kind“ und kann zu seinem Vater zurückkehren.

Die Premiere dieses lehrreichen Märchenspiels findet zum zehnten Hoffest bei „Jäig’s“ statt – im Hof, abgeschirmt vom anderen Trubel. Die Theaterspieler sind deshalb der Familie Kumpf dankbar. Nicht nur für die Bereitstellung der Räumlichkeiten zur Unterstellung der vielen Kulissen und der Requisiten, sondern auch dafür, „dass wir schon einige Proben auf dem Hof machen durften“, so Willutzki.

Die zweite Vorstellung ist am 24. Juni beim Sommerfest der Residenz „Leben am Wald“ auf der Seebühne vorgesehen. Hier gilt der Dank des Teams der Familie Unger-Seip für die Unterstützung und die Bereitstellung der Örtlichkeiten. Dritter Termin ist am Sonntag, 25. Juni, auf vereinseigenen Freilichtbühne „Zwerg Alberich Odeon“. Zwei weitere Vorstellungen sind nach den Sommerferien ebenso auf der Freilichtbühne geplant.

Info: Premiere Heimatbühnen-Kindertheater „Pinocchio“ Sonntag, 18. Juni, Hoffest Jäig‘s, Samstag, 24. Juni, Seebühne Leben am Wald, Sonntag, 25. Juni, Freilichtbühne Alberich, jeweils 15 Uhr. Karten bei der Kurverwaltung in der Nibelungenhalle unter 06207/2554, unter http://www.heimatbuehne.net oder an der Theaterkasse.

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