Eine Bank am Abtsteinacher Hardberg mit Weitblick für zwei Menschen mit einem ebensolchen

Für den Überwald waren sie in den vergangenen Jahren eine stabile Bank: Der Wald-Michelbacher Bürgermeister Joachim Kunkel 18 Jahre, sein Abtsteinacher Amtskollege Rolf Reinhard sogar schon seit 24 Jahren. Und eine stabile Liegebank am Hardberg unterhalb des Sendemastes wurde nun den am 30. Juni aus dem Amt scheidenden Rathauschefs gewidmet. Eine mit Weitblick, wie ihn auch die Kommunalpolitik in ihrem Handeln bewiesen, hieß es in der Laudatio.

Für die beiden kam diese besondere Ehrung völlig überraschend. Denn sie waren unter dem „Vorwand“ einer Arbeitsbesprechung an die Freifläche mit der atemberaubenden Aussicht gelockt worden. Vertreter von Zukunftsoffensive Überwald, Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, Wirtschaftsförderung, Kommunalpolitikern und Bürgermeister-Kollege Markus Röth aus Grasellenbach waren mit im Boot. Die Kosten teilen sich ZKÜ und Geopark.

Auf der linken Seite öffnet sich der Blick ins Gorxheimertal, gleich daneben raucht es aus dem Großkraftwerk Mannheim und lassen sich im Dunst bereits die Pfälzer Berge erahnen. Mit der Unterbrechung durch den Hohberg wird dann der Blick auf Ludwigshafen frei. Wieder einen Hügel weiter liegt im Vordergrund das Ried, dahinter lassen sich die Pfalz und der Donnersberg ausmachen.

Kein Wunder also, dass ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder von einem der Orte im ganzen Über- und Odenwald „mit dem schönsten Blick“ schwärmte. So frei und weit, wie man ihn sonst selten finde. Es habe die Überlegung gegeben, wie man beiden eine Erinnerung schaffen könne. Den in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bewiesenen Weitblick habe man an dieser Stelle bildlich aufgegriffen, sagte Schröder. „Sie haben sich für die Region eingesetzt“, so der ZKÜ-Geschäftsführer. „Als Privatier“ könnten sich die Polit-Rentner nun immer einen schönen Blick verschaffen.

„Es war uns ein Anliegen, uns mit einem Geschenk zu bedanken“, sagte Geo-Naturpark-Geschäftsführer Reinhard Diehl. Rolf Reinhard scheide mit Beendigung seiner Zeit als Bürgermeister auch als Vorstand beim Geopark aus, sagte er. Nicht ohne Grund sei der Überwald ein Zentrum der Institution, betonte Diehl. Denn die dortigen drei Bürgermeister waren immer sehr engagiert. Es gebe nur wenige andere Gemeinde-Kooperationen in dieser Form.

Man brauche als Geopark immer starke Partner im politischen Bereich, meinte der Geschäftsführer. Die habe man im Überwald zu jeder Zeit gefunden. Rolf Reinhard werde dem Geopark ehrenamtlich verbunden bleiben, freute sich Diehl. An die scheidenden Bürgermeister gewandt äußerte er die Hoffnung, dass sie die Gelegenheit fänden, „die schöne Bank zu nutzen“. Diese Sitzgelegenheiten erfreuten sich großer Beliebtheit, betonte er. Von den Mitarbeitern selbst gebaut und massiv im Boden eingelassen, „werden sie stark von den Gemeinden nachgefragt“.

Rolf Reinhard dankte „für das tolle Geschenk an meinem Lieblingsplatz“. Schmunzelnd meinte er: „Besser hätte man das Ding nicht stellen können.“ Die Bank sei zwar zwei Leuten gewidmet, aber stark sei man „erst durch das Team“. Alle hätten die Bürgermeister bestens in ihren Bemühungen unterstützt. „Wir sind immer auf offene Ohren gestoßen.“ Er wünsche sich, dass diese Zusammenarbeit sich auch unter den Nachfolgern fortsetze. „Ich trage die Region im Herzen“, so Reinhard.

„Wir sind immer mit größtem Engagement für eine benachteiligte Region eingetreten“, brachte Joachim Kunkel das Leitmotiv der Arbeit auf den Punkt. Ein geeintes Auftreten sei jederzeit von Vorteil gewesen. „Es war eine wunderbare Zeit“, so der Wald-Michelbacher über seine 18 Dienstjahre. Der 58-Jährige will es nach seinem Amtsende erst einmal ruhiger angehen lassen, sich der Familie mit dem ersten Enkelkind, Haus und Sport widmen. Ähnlich auch Rolf Reinhard. Der 53-Jährige lässt die 24 Jahre im Amt zwei oder drei Monate sacken, bevor er sich dann neuen Aufgaben widmen möchte.

Die Freifläche vor der neuen Bank und den beiden schon bestehenden Sitzbänken war 2003 durch den Borkenkäfer-Befall und die folgenden Baumfällungen entstanden, erläuterte Revierförster Jürgen Lampert. Der Abtsteinacher Bauhof stellte dann den Sandstein und die Sitzgruppe auf. Der Forst sorgte für den Freischnitt.

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