Viel Andrang beim Hoffest auf dem Hartenroder Petershof

Die Resonanz übertraf selbst die kühnsten Erwartungen: Beim ersten Hoffest auf dem Petershof herrschte von der ersten bis zur letzten Minute Hochbetrieb. Viele Gäste nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern aus dem gesamten Überwald wollten sich vor Ort über die Arbeit auf dem familiengeführten Bauernhof in der Ortsrandlage von Hartenrod informieren. Der nächtliche Platschregen hatte zum Glück pünktlich zu Festbeginn aufgehört. Bestes Ausflugswetter also.

300 Kühe nennt die Familie Gölz derzeit Ihr Eigen. Die sind unter anderem in der 2500 Quadratmeter großen, neuen Halle untergebracht. Außerdem wurde auf dem Hofgelände ein neuer Melkstand gebaut. Beide Gebäude stießen auf großes Interesse von Landrat Christian Engelhardt, der ebenfalls vorbeischaute. Er fragte in diesem Zusammenhang Peter Gölz, wie der Betrieb denn die Milchpreiskrise im vergangenen Jahr überstand.

„Zum Glück waren wir in diesem Jahr tilgungsfrei“, meinte der Juniorchef. Denn damals lagen die Preise bei 20 Cent pro Liter. „Um über die Runden zu kommen, brauchen wir 30 Cent“, so Gölz. Seit vergangenen Herbst stiegen die Preise seinen Worten zufolge wieder, aber haben derzeit auch gerade diesen Break-even erreicht.

„Wir wollen mit dem Hoffest zeigen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert“, betonte Verlobte Patricia Weckbach. Dabei wurde auch Firmen die Möglichkeit zur Präsentation gegeben, die beim Stallbau mitwirkten. Eine Landmaschinen-Ausstellung rundete das Angebot ab. Die ersten Planungen begannen bereits kurz nach Weihnachten, in den vergangenen drei Wochen bestimmten die Vorbereitungen die tägliche Arbeit.

Wie bei Ärzten auch gebe es in der Landwirtschaft Spezialisten, betonte Peter Gölz. „In unserem Gebiet kennen wir uns zu 1000 Prozent aus“, betonte er das Fachwissen. Die Konsumenten wollten günstig essen und trinken, „sehen aber nicht, dass hinter den Betrieben auch Familien stehen“, sagte er. Deshalb gehe es unter anderem darum, „dass wir die Realität aufzeigen“. Sieben Mitglieder der Familie Gölz, dazu noch ein Angestellter und ein Azubi, unterhalten den Hof. Im August kommt ein zweiter Auszubildender dazu.

Die Familie möchte daneben „Vorurteile gegenüber der Tierhaltung entkräften“, die oftmals aus Unkenntnis entstehen. „Die Verbraucher sollen schauen, wie es vor Ort tatsächlich abläuft.“ Denn oftmals gebe es falsche Vorstellungen. Der Petershof ist ein reiner Familienbetrieb. Drei Generationen wohnen derzeit auf ihm, „aber an dieser Stelle gibt es den Hof schon seit bald 300 Jahren“, so Großvater Peter Gölz. Der Vorname verpflichtet, denn erstgeborener Sohn und Enkel heißen ebenso, wie auch schon mindestens drei Generationen zuvor. Enkel Peter hat vor eineinhalb Jahren seinen Meisterbrief gemacht.

Das Programm beim Hoffest war breit gefächert. Zum Frühschoppen mit anschließendem Mittagessen, bei dem die Gerichte der Metzgerei Müller aus Affolterbach reißenden Absatz fanden, spielte die Kocherbacher Trachtenkapelle unter Leitung von Achim Wagner auf. Die „Kuschel-Polka“, der Marsch „Wien bleibt Wien“ oder „Aus Böhmen kommt die Musik“ hießen die Titel, bis es mit dem Lied „Dem Land Tirol die Treue“ einen gesungenen Abschluss gab. Nachmittags unterhielt dann das Nibelungenduo mit Harald Walz und Linde.

Viel Andrang hatte beim Kinderschminken Daniela Dörsam zu verzeichnen. Bei der Milchtankstelle bot die Familie Rettig aus Lautertal Eis an, während an der „Milk-Bar“ Simone Krüger mit dem Thermomix verschiedene Milchshakes zauberte. Dazu gab es auch Smoothies aus frischem Obst. Gegenüber in der großen Scheune, in der die Tische und Bänke kaum ausreichten, tobten sich die Kinder aus. Denn dort gab eine riesige Strohhüpfburg, die Lust aufs Klettern machte.

Der Nachmittag gehörte auf der Bühne den Kindern und Jugendlichen. Das Tanzstudio Dance Passion aus Fürth, bei dem auch Valentina Gölz aktiv ist, zeigte verschiedene Aufführungen. Über 40 Tänzerinnen zwischen sechs und 17 Jahren standen auf der Bühne. Diese sind nicht nur als Hobby dort aktiv, sondern teilweise auch auf Wettbewerben erfolgreich. „In vier Kategorien haben wir vor kurzem süddeutsche Meistertitel geholt“, freute sich Valentina Gölz.

Unter der Leitung von Stefanie Niehren traten neben Solisten und Duos die „Kool Kids“, „Refreshed“ und „Infinity“ auf, alle zwischen sechs und zwölf Jahren alt. Bei den „Firesteps“ ab sieben und „Black Seven“ ab 15 Jahren handelt es sich um zwei Wettbewerbsgruppen. In den „Fantastic Flames“ sind Jugendliche ab 13 Jahren aktiv.

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