Ein Musiksommer am Wald-Michelbacher Überwald-Gymnasium in all seiner fetzigen Pracht

Mit dem zweiten Teil des diesjährigen Sommerkonzerts setzte das Überwald-Gymnasium gegenüber dem ersten Abend noch einen drauf. Die Bühne bog sich teilweise unter den vielen Schülern, die sich dort in den verschiedenen Ensembles zusammenfanden. Das Programm war durch die hohe Bläserklassen-Dichte sehr spritzig, fetzig und unterhaltsam, was sich im frenetischen Applaus niederschlug. Über ein ausverkauftes Haus durfte sich Schulleiter Reinhard Fahrenholz in seinem Begrüßungsworten aufs Neue freuen.

Die 5C unter Sebastian Schertel, über 20 Kinder, spielte ihr Wettbewerbsprogramm, mit dem sie beim Aufwind-Wettbewerb der Mannheimer Bläserphilharmonie teilgenommen hatte. Die beiden anspruchsvollen Stücke, „Greensleeves“ und „Blues for Flutes“, wurden von den Schülern klasse gemeistert, sodass es vom Lehrer zum Schluss ein „super“ zu hören gab.

Die „ÜWG-Guys“ ließen die Macht mit sich sein. Am Klavier begleitet vom Michael Teichert, entführten sie unter der Leitung von Stefan Römer mit Augenzwinkern in die Star-Wars-Welten. Jakob und Benedict Steffan, Johannes Klever, Moritz Rech und Börn Dörsam erweckten dabei die verschiedenen Figuren der weltbekannten Science-Fiction-Saga zum Leben.

Auch die 6B von Schertel war mit ihrem Wettbewerbsprogramm zu hören. Ein fanfarenartiger Beginn, sanfte und leise Klänge, dann wieder ein majestätischer Schluss kennzeichneten „Ash Lawn Echoes“. Beschwingt wie die Wellen des Meeres dann das Beach Boys Medley, bei dem das Ensemble auf den weltbekannten Popsongs surfte.

In die Abba-Welt entführte dann die 7B, ebenfalls unter Schertels Leitung. „Mamma Mia“ hieß das Best-of der schwedischen Superstars, bei dem die Welthits nur so purzelten. Mit der Eisenbahn ging’s danach durch den Wilden Westen der USA Mitte des 19. Jahrhunderts. In „The Great Locomotive Breath“ bestimmten die Pfeif-, Lauf- und Signalgeräusche das Klangbild. Erst kam der Zug langsam in Fahrt, rollte gemächlich weiter, um dann mit Unterstützung des treibenden Schlagzeugs Vollgas zu geben.

Das „sinfonische Blasorchester“ ließ die Bühne dann aus allen Nähten platzen, sodass einige Musiker sogar davor ihre Stühle hinstellen mussten. In dieser AG wurden zusammen mit der Big Band die Stücke vom Jahreskonzert gespielt. Unterstützung gab’s von der Feuerwehrkapelle in Gestalt von Kirsten Ehret, Michaela Jäger und Katrin Gölz.

Mit Inbrunst von Schertel dirigiert, war der Auftritt eindeutig der instrumentale Höhepunkt der beiden Sommerkonzerte. Nach dem majestätischen „Summon the Heroes“ von John Williams waren dann zwei Gute-Laune-Medleys zu hören, bei denen es vor allem auf Schülerseite kein Halten mehr gab. Begeistert wurde mitgeklatscht.

Was bei dieser Songauswahl kein Wunder war. Beim Blues-Brothers-Medley aus dem Kultfilm ging musikalisch einfach nur die Post ab. Treibende, fetzige Rhythmen und große Spielfreude kennzeichneten die bekannten Stücke wie „Gimme some lovin‘“. Das andere Medley hieß etwas irreführend „Bugs Bunny and Friends“. Dahinter verbarg sich aber keineswegs nur das Langohr, sondern ein Potpourri aus verschiedenen Filmmusiken wie Dick und Doof, Paulchen Panther oder Tom und Jerry. Mit lang anhaltendem, frenetischem Applaus, ging es in die Pause.

Folkmusik gab es dann erneut von „Pub of Éirie“ zu hören. „Tri Martolod“ aus dem Bretonischen ist ein Stück, das auch gerne von Mittelaltergruppen gespielt wird. Bei der Ballade „Ride on“ und dann „The Hill of Plenty“ war diesmal Elmar Berghaus am Gesang zu hören. Am Schlagzeug unterstützte wieder Referendar Sören Lüdemann. Einfach nur Gaudi pur waren die „Flintstones“, vom Chor unter Leitung von Stefan Römer geboten. Während über 20 Schüler mit Umrahmung durch Michael Teichert am Klavier die Zeichentrick-Figuren zu musikalischem Leben erweckten, machte sich Sebastian Schertel als Fred einen Spaß daraus, wahlweise nach Wilma zu rufen oder unter viel Gelächter ein „Yabba Dabba Doo!“ einzustreuen.

Was instrumental das Blasorchester, sollte vokal der Mittel- und Oberstufenchor unter Leitung von Stefan Römer sein. Über 30 Schüler versammelten sich zum Abschluss auf der Bühne, um eine bunte Reise durch die Liedliteratur zu unternehmen. Afrikanisch ging’s los mit „Singahamgayo“ mit Jakob Steffan an der Djembe, bei dem der ganze Chor einmarschierte. „That’s what friends are for“ (Klavier Stefan Köhler) mit einem Solo von Sarah Sittner oder „Say something“ mit Unterstützung am Cello durch Christiane Köhler bestachen durch den Wechsel zwischen den hohen und tiefen Stimmen, aber auch das schöne Gesamtbild. Mit „Kein schöner Land“ ging es ganz traditionell und der Aufforderung zum Mitsingen zu Ende.

Dave Brubecks „Take Five“ ist einer der Jazz-Standards schlechthin und wird gerne gespielt und gecovert. Zwar war die „Jazz Combo“ des ÜWG bei „Take Five“ nur zu viert, wagte sich aber trotzdem mit verschiedenen Soli an das Stück. Begeisterter Beifall zum Schluss belohnte die vier Schüler. Vor allem Robin Beckenbach bekam mit seinem fulminanten Schlagzeugsolo lauten Zwischenapplaus. Auch Selina Blessin (Keyboard) und Lena Molitor (Posaune) zeigten ihre Fähigkeiten auf den Instrumenten. Begleitet wurden sie von Lennard Brücher am Bass.

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