Menschen-Kicker-Turnier war eine große Gaudi im Kerweprogramm des SV Affolterbach

Der Titelverteidiger ist entthront: „Stoanisch United“ musste sich beim dritten Menschen-Kicker-Turnier anlässlich der Affolterbacher Kerwe bereits im Halbfinale geschlagen geben. Dieses Mal siegten „Auf geht’s ihr Blauen“ vor den „Blue Boys Affolterbach“, die bereits 2016 auf dem Treppchen standen, und den „Kölsche Jungs“. „Schobbepetzer“, „Ajax Dauerstramm“ oder „Shades of Pink“ (eines von drei reinen Frauenteams) lauteten weitere illustre Namen der Teilnehmer-Mannschaften.

Herzlich willkommen zum Turnier, das der SV am Samstagnachmittag anlässlich der Kerwe durchführte. Der Andrang und der Spaß waren groß: 16 Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Torwart kämpften fünf Stunden lang im überdimensionalen Tippkicker-Feld um den Titel des Kerwemeisters. „Eklat“ dann im Viertelfinale: Ein Stangentor entschied das Derby. Turnierfavorit FC Dauerdicht schied – natürlich unberechtigt, wie alle meinten – aus, helle (gespielte) Aufregung an allen Ecken. Eben Gaudi pur.

Das Kicker-Turnier, 2015 Jahr das erste Mal durchgeführt, habe – neben den Konzerten – „den besten Zuspruch unserer Kerwe-Attraktionen“, freute sich Jörg Rettig vom SV-Förderverein. Auf dem Sportplatz war es richtig voll. Mannschaften und Zaungäste hatten viel Spaß. Vier Mannschaften in vier Gruppen standen sich je sieben Minuten in der Vorrunde gegenüber. Die Finalrunde lief nach dem bewährten K.o.-Prinzip ab. Die Teams kamen nicht nur aus dem Überwald, sondern auch aus Weinheim oder Reichelsheim.

Am Abend zuvor hatte die Coverpartyband „Xtreme“ wieder für ein Kerwe-Highlight gesorgt. Über 500 Fans in der Peter-Heckmann-Halle feierten eine heiße, vierstündige Party bis tief in die Nacht. Das eher jüngere Publikum kam – auch wegen der warmen Temperaturen – erst zu späterer Stunde zahlreich in die Halle, aber zum Schluss hin war wirklich jeder in Bewegung. Vom Anfang bis zum Ende war die Peter-Heckmann-Halle voll. Keiner machte vor 2.30 Uhr schlapp, als das Licht wieder anging. „Xtreme“ ist bereits von der letztjährigen Kerwe als feste Größe gesetzt. Der SV sei „sehr zufrieden mit dem Abend“, so Rettig, „es herrschte eine super Stimmung“.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Patrick Haberbosch und Lukas Baum für den männlichen Part und Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Wetter oder Schlager. Bastian Ludäscher (Gitarre), Björn Buhl (Bass), Benedikt Weiß (Schlagzeug) und Johannes Böhm (Keyboards) sorgten für die treibenden Rhythmen.

„Wake me up“ von Wham oder der „Summer of 69“ von Bryan Adams hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein 90er- oder Ed Sheeran-, Bayern- oder Wolfgang-Petry-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten, Robbie Williams oder Nena. Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Mark Forster („Chöre“) oder AC/DC („Highway to Hell“) der beste Mix, um die Gäste bei Laune zu halten. Das abwechslungsreiche Programm der jungen Musiker, kombiniert mit einer aufwändigen Bühnen- und Lichtshow, machte auch nicht halt vor einem Dance-Medley.

Am Samstagabend kamen mit den „Knetkepp“ aus dem Überwald die Lokalmatadoren in die Halle. Janina Becker (Keyboard), Daniel Arnold (Schlagzeug), Patrick Gräber (Bass und Gesang), Lea und Tobias Walter (Gesang) sowie Nico Böhm und Michael Jungmann (Gitarre) spielten Gute-Laune-Songs hoch und runter. Schlager, Volksmusik, Rock, Pop, Alpenländisches, Neue Deutsche Welle und Blues: Es gab nichts, was es nicht gab.

„Ein Bett im Kornfeld“ hatte die Gruppe für die Gäste aufgestellt, sah aber auch den „Long train running“ oder es ging „Faust auf Faust“ zu. „Hold the line“ von Toto ist bereits ein Klassiker, ebenso die „Schwarze Natascha“ oder der „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang. Udo Jürgens wurde ebenso berücksichtigt wie Tina Turner, „Summer of 69“ von Bryan Adams darf in keinem Set fehlen – ebenso wie „Bed of Roses“ von Bon Jovi.

Der Besuch war laut Rettig allerdings „nicht so gut“, ähnlich wie im vergangenen Jahr, als der Samstag gegenüber den früheren Veranstaltungen zurückfiel. Vor allem der Zuspruch aus der Ortsbevölkerung fehlte bei der großen Sause, die bis 2 Uhr in der Nacht andauerte. Die Stimmung war aber trotz der nicht geschlossenen Reihen vor der Bühne die ganze Zeit über gut, beobachtete er.

Info: Am Montag setzt sich das Programm mit dem traditionellen Frühschoppen fort. Ab 11 Uhr wird der letzte Tag der Kerwe noch einmal in vollen Zügen mit Harald Walz gefeiert. Zum Mittagessen gibt es einmal mehr Wellfleisch, sodass der Frühschoppen bis in den späten Nachmittag hinein ausgedehnt werden kann. Bei der „Alles muss raus-Party“ ab 16 Uhr lässt das Kerweteam die Preise purzeln. Es findet im Außenbereich auch ein Schaustellerbetrieb statt. Gerade die kleinen Gäste werden ihre Freude an den Verkaufsständen, am Karussell und der Schiffschaukel haben.

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