Heißer Überwälder-Bike-Marathon mit einem guten Starterfeld mit gutem Starterfeld

Wo im vergangenen Jahr der Matsch so richtig quietschte, staubte es diesmal. Wo der Regen 2016 den Fahrern gewaltig zusetzte, waren es diesmal die hochsommerlichen Temperaturen, die absolut an die Substanz gingen. Aber besser so, dann kommen mehr Fahrer zum Überwald-Mountainbike-Marathon nach Siedelsbrunn. Wenn es auch wiederum zu heiß war, als dass man Rekordzahlen hätte vermelden können. Denn 2015 waren es bei optimalen Bedingungen 360 Starter auf der Strecke mit ihren 25, 50 oder 75 Kilometern, im 2016er-Schlamm nur 220, jetzt aber immerhin wieder 265.

Der 16. Bike-Marathon neuerer Zählung, vom TV 02 unter Leitung des Vorsitzenden Stefan Wenisch mit etwa 50 Helfern wiederum gewohnt routiniert ausgerichtet, war gleichzeitig der zweite Lauf zur Rosbacher Bike-Challenge. Die Rennserie gewinnt immer mehr an Bedeutung in der Szene und der Gesamtsieg ist hart umkämpft. Den Gesamtsieg beim 16. Überwälder Bike-Marathon rund um den Hardberg über die 50-Kilometer-Strecke holte sich wie schon 2016 Sascha Starker von der SSG Bensheim. Bei den Damen gewann ebenfalls wieder Lisa Heckmann vom VC Darmstadt.

Stefan Wenisch freute sich über den wiederum guten Besuch. Aus dem mittel- und nordhessischen Raum nebst angrenzenden badischen und pfälzischen Gebieten, aber auch aus anderen Teilen Deutschland kamen die Mountainbiker in den Überwald. Schon in den vergangenen Wochen waren etliche TV-Helfer mit dem Rad oder Motorrad unterwegs, um die Strecke zu präparieren und auszuschildern.

„Die Bike-Fahrer sind immer voll des Lobes über unsere Strecke – warum sollten wir hier etwas ändern“, ist laut Wenisch der Verlauf seit etlichen Jahren unverändert. Ans fahrerische Können wurden einige Anforderungen gestellt. Ihn ärgerte aber, dass im Vorfeld der Tour einige Markierungen nicht nur abgerissen, sondern auch gestohlen worden waren. Moderator Thomas Reiber wies in der Begrüßung auf die „herausfordernde Streckenführung“ hin. Die Tour liege überwiegend im Wald, habe auch einen sehr hohen Trail-Anteil sowie kurze, aber knackige Anstiegen.

Kurz nach dem Start am Veranstaltungsgelände kommt der erste Anstieg Richtung Hardberg-Sender. Die Downhillpassagen an Skihang und Sauhohl stehen für „eine technisch recht anspruchsvolle Strecke“. Der Marathon habe sich dadurch einen besonderen Namen gemacht und ziehe jedes Jahr „ein besonderes Starterfeld“ an, so Wenisch.

Unverwüstlich ist Dr. Steffen Neuendorf. Der 72-jährige Welt- und Europameister seiner Altersklasse im Crosstriathlon stammt aus Wald-Michelbach, startet für den SC Beerfelden und war wieder über 25 Kilometer unterwegs. Als Jüngster fuhr der 14-jährige Bjarne Knievel für den SC Weinheim die Kurzdistanz. Er ließ mit seiner Zeit von wenig mehr als einer Stunde etliche ältere Fahrer hinter sich.

Über „mein Heimrennen“ freut sich Gesamtsieger Starker aus Bensheim besonders. Denn ansonsten ist er bei 30 bis 40 Veranstaltungen im Jahr in ganz Deutschland und europaweit dabei. Demnächst will er noch versuchen, seinen Startplatz beim kommenden WM-Start am Bodensee zu verbessern. Starker lobt die „technisch anspruchsvolle Strecke“, was man sonst recht wenig finde. Das sei sowohl für die Zuschauer als auch Fahrer attraktiv.

In diesem Jahr findet die Rossbacher Bike-Challenge zum sechsten Mal in Folge statt. Vor fünf Jahren wurde Siedelsbrunn mit aufgenommen. Zwischen Mai und September werden auf der jeweiligen Mittelstrecke die entsprechenden Wertungsläufe angeboten. Dieses Mal fand am Hardberg der zweite Lauf statt.

Reiber erläuterte Teilnehmern und Zuschauern die Strecke, machte sie mit dem Startprozedere vertraut und gab danach den Besuchern Details zu den einzelnen Fahrern. Später moderierte er zusammen mit Organisator Ralph Berner und TV-Vorsitzendem Stefan Wenisch die Siegerehrung. In der 16. Auflage war wieder „ein gut besetztes Feld“ am Start.

Heute seien im Geopark Bergstraße-Odenwald 1000 Kilometer Mountainbike-Strecken markiert, sagte der Kreisbeigeordnete Karten Krug bei der Eröffnung. Er hob die touristische Bedeutung dieser Sportart hervor und wies auf die landschaftliche Schönheit der Region hin. Auch Bürgermeister Joachim Kunkel war voll des Lobes über die vom TV ausgerichtete Veranstaltung und hob deren Strahlkraft für die Sportszene heraus – was wiederum mehr Gäste in den Überwald bringe.

Den 75-Kilometer-Fahrern zollte Wenisch höchsten Respekt bei dieser Witterung. Kunkel lobte „die Gemeinschaftsleitung von vielen Helfern“. Der TV habe vor mehr als 25 Jahren mit dem Mountainbike-Rennen – woraus dann der Marathon wurde – eine „richtungsweisende Veranstaltung“ geschaffen. Der Odenwald sei dafür „die ideale Region“.

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