Ehemalige Wald-Michelbacher Bürgermeister-Kandidatin Martina Tavaglione wechselt von der CDU zur SPD

Einen prominenten Neuzugang hat die Wald-Michelbacher SPD zu verzeichnen: Die ehemalige Bürgermeister-Kandidatin Martina Tavaglione aus Flockenbusch, bisher CDU-Mitglied, tauschte jetzt das schwarze mit dem roten Parteibuch. Der designierte Bürgermeister und SPD-Vorsitzende Dr. Sascha Weber freute sich, ihr dieses persönlich überreichen zu dürfen. Tavaglione sei nun im Weiler und auch in Unter-Schönmattenwag das erste und (vorerst noch) einzige Mitglied der Sozialdemokraten, schmunzelte er.

Dass die Chemie zwischen Weber und Tavaglione stimmt, ist kein Geheimnis. Die 40-Jährige hatte den SPD-Kandidaten nach ihrem Ausscheiden im ersten Wahlgang Mitte März, bei dem sie 8,9 Prozent erreichte, sofort unterstützt. Der lobte das Neu-Mitglied, sie sei „mutig, klar Stellung zu bestimmten Themen zu beziehen und Haltung zu zeigen“. Tavaglione habe sich bei Themen wie Schulpolitik und Windenergie, die ihr wichtig waren, mit Nachdruck engagiert. Und im Wahlkampf bewiesen, „dass sie sich hervorragend in kommunalpolitische Themen einarbeiten kann“.

Obwohl Martina Tavaglione im Wahlkampf keine Unterstützung aus den eigenen CDU-Reihen erhalten habe, „hat sie ein großartiges Ergebnis eingefahren“, lobte Weber. Er sei sehr glücklich, dass sie sich nun zusammen mit der SPD weiterhin für die Interessen der Gemeinde einsetzen wolle und froh, dass er sie für eine Mitarbeit gewinnen konnte.

Die so Gelobte gab das Kompliment gerne zurück. Sie sei dankbar, dass Sascha Weber nach dem ersten Wahlgang sofort auf sie zugekommen sei und ihr eine politische Zusammenarbeit angeboten habe, betonte Tavaglione – während aus ihrer bisherigen politischen Heimat „keine Reaktion kam“. Ihr sei es wichtig, sich weiterhin kommunalpolitisch zu engagieren, damit die bisherige Arbeit „Früchte tragen kann“. Und damit ihr Wahlslogan, „eine von uns für hier“, keine Eintagsfliege bleibt, sondern mit Leben erfüllt wird.

Die stellvertretende Ortsvorsteherin von Schönmattenwag sieht ihren Bürgermeister-Wahlkampf nicht als „One-Hit-Wonder“, sondern als Beginn eines andauernden Einsatzes „für meine Heimat, die mir sehr am Herzen liegt“. Ihre kommunalpolitischen Ziele, meint sie, könne sie eher mit der SPD durchsetzen. Auch wegen der „sehr vertrauensvollen Basis“ mit dem neuen Bürgermeister und Ortsvereins-Vorsitzenden.

Durch den Wahlkampf, so die Kandidatin, sei ihr sehr bewusst geworden, wie wichtig ein fortgesetztes Engagement für ihren Wohnort sei. „Ich habe kandidiert, weil ich ein großes Interesse an der Fortentwicklung meiner Gemeinde und den Menschen, die hier leben, habe“, hob Martina Tavaglione hervor. Neben dem Einsatz gegen weitere Windräder steht für sie außerdem die Schulpolitik ganz oben.

Wald-Michelbach als attraktiver Schulstandort habe eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung des Überwald-Ortes – „ob Familien hier bleiben und sich neu ansiedeln“. Die Bemühungen des Kreises Bergstraße als Schulträger will sie deshalb von Gemeindeseite her immer konstruktiv begleiten und dabei auch die nötigen Akzente aus kommunaler Sicht setzen.

In punkto Windkraft sei sie voll mit dem künftigen Bürgermeister auf einer Linie, so Martina Tavaglione. Der wolle wie sie „weitere Windräder auf Wald-Michelbacher Gemarkung und im Überwald verhindern“. Windenergie sei im Odenwald „nicht sinnvoll“, sagt das Neumitglied. Ihr geht es weiterhin darum, die Gemeinde in ihrer Außendarstellung präsenter zu machen. Denn die Region lebe vom Tourismus – und den gelte es noch stärker anzukurbeln.

Sascha Weber stellte heraus, dass eine gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen im Interesse des Ortes liege. Eben diese habe es bereits im Wahlkampf zwischen beiden gegeben. „Wir stehen uns in etlichen Themen inhaltlich nahe“, sagte er. Was eine gute Basis für weitere Aktivitäten bilde. Tavaglione ergänzte, diese Übereinstimmung habe sie auch dazu bewogen, sich für Weber auszusprechen: „Es war eine Personen- und keine Parteienwahl.“

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