Wissenswertes über die Kultur des aufgeweckten Volkes: Bunter Abend der Aschbacher Kerwejugend unterhielt bestens

Eva Wetter und Jörg Meinhof sind das neue Kerwepaar. Sie wurden von der versammelten Kerwegemeinschaft am Sonntagabend in ihr Amt gewählt. Das brachte die schöne Pflicht für beide mit sich, später den Kerwetanz eröffnen zu dürfen. Im kommenden Jahr sind die beiden dann auserkoren, den Fassbieranstich durchzuführen. Die Proklamation war aber nur ein Teil des bunten Abends, zu dem die Kerwejugend eingeladen hatte.

Bei super Stimmung und musikalischer Unterhaltung durch Harald Walz und Linde wurden die Gäste im vollbesetzten Saal bestens unterhalten. Bis kurz nach Mitternacht kamen die Klänge von der Bühne, aber danach war noch lange nicht Schluss. Mit einer „Rundreise durch Aschbach“ unterhielt die Kerwejugend zu Beginn. Dabei wurden so manche Einheimische auf die Schippe genommen, bekamen aber auch Vereine oder Institutionen ihr Fett weg.

Etwa das Geo-Infozentrum am Wiesental. Hier machte völlig überraschend eine Reisegruppe Station. Die dortigen Guides waren völlig von den Socken, dass nach langen Jahren wirklich mal Touristen den Weg gefunden hatten. Prompt gab es dann eine Ortsrundfahrt, bei der die Besucher „viel über die Kultur des aufgeweckten Volkes“ erfuhren. Mit verschiedenen passenden Musikeinspielungen wurde an den Highlights des Dorfes Station gemacht.

Etwa am Ententeich, wo natürlich der Ententanz nicht fehlen durfte. Oder am Pfarrheim und dem Tennisheim – praktisch seit Menschengedenken ein Rohbau. Folgerichtig erschien ein Bautrupp auf der Bühne. Nach der Begegnung mit dem Aschbacher Urgestein Willi Dörsam wurde es sportlich: Der Besuch beim TSV stand an. Prompt packte Harald Walz seine TSV-Hymne aus. Ebenfalls ein Ziel: die steile Dürr-Ellenbacher Straße und die Feuerwehr-Bar (Musik: „Die kleine Kneipe“ von Udo Jürgens).

Ein Besuch beim Gesangverein mit einem Lied übers schöne Aschbach gab’s ebenso wie einen Abstecher zu den „Hussmouge“-Fastnachtern. Am Schluss, das war klar, liefen die mit Selfiesticks, Fotoapparaten und Infomaterial bestückten Touris bei der Kerwe ein. Dort erwartete sie bereits die Kerwejugend mit diversen auf den Ort umgetexteten Schlagern. „Durch die Straßen Aschbachs musst du gehen, um das wahre Leben zu verstehen“, hieß es etwa mit Anklang an die „Sieben Brücken“ von Karat.

Die drei Kerwepfarrer Franziska Michel, Marius Strauch und Patrick Scholz hatten im Anschluss wieder allerhand ausgegraben, was ihre Mitmenschen lieber unter Verschluss halten würden. So manch peinliche Begebenheit wurde von ihnen ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt und sorgte für etliche Lacher im Publikum.

Nachdem sich das Trio erst einmal ausgiebig selbst vorgestellt hatte, ging’s in die Vollen: „Im Ord passiern iwwas Joar vel Sache, un wischdisch is, dass alles gut ausgäiht un ma konn lache“, meinte Patrick. Er berichtete vom Missgeschick eines Aschbachers, der sein Boot in Mannheim abholen wollte, dem es aber bei der Heimfahrt aus dem Ruder lief: „Des Boot samt Hänger allo uff de Gass, do warn a schun die erschde Aage vun Träne nass.“

Wie ein Ortsbürger beim Hausarzt mit der falschen Überweisung rausspazierte, schilderte Marius: „Der will mich zum Gynäkologe schicke, dodebei duts mer doch in moim Ohr dricke.“ Franziska wusste einiges über den teuren Kuchen einer Aschbacherin zu berichten: „Hoddisch in de Aldi, ojkaafe un wirra zurick, un weida gäiht des Kucheglick. Kozi Zeit speda wird re bewusst, wie wertvoll war der Kuchegenuss. Weil hie un zurig is es bassiert, die Gemoinde hod kräfdisch obkassiert.“

Diverse Erlebnisse mit den Folgen einer Weinprobe im Saukopftunnel, den feierfreudigen Aschbachern bei der Einweihung des Wald-Michelbacher Feuerwehrhauses oder den Kerwebäsen mischten sich mit verschiedenen Ortsnachrichten, die die Betroffenen sprachlos zurücklos zurückließen. „Mer doanke allene, die sind in unsre Red vorkumme, vor allem do defer, dass ehr uns des net häbt iwwel genumme“, schloss Marius.

Der montägliche Frühschoppen fand bei schönem Wetter vor der Halle statt. In der wärmenden Sonne kamen viele Gäste zusammen, die bis in den späten Nachmittag beieinander saßen. Dann stand auch schon der Abschied von der diesjährigen Kerwe an.

Advertisements