Abtsteinach: Eine Straße wird saniert, die andere nicht

Der wasserrechtliche Antrag der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim für den Steinbruch in Mackenheim ist genehmigt, teilte Bürgermeister Rolf Reinhard auf der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung mit. Der sei „die Vorstufe der Vertiefung“. Deshalb werde die Genehmigung dafür in absehbarer Zeit wahrscheinlicher, sagte er. Jedoch gebe es dann immer noch die Möglichkeit einer Klage, wie sie durch Mörlenbach bereits im Raum stehe.

Der Bürgermeister gab daneben die Ankündigung von Hessen Mobil bekannt, dass im kommenden Jahr die Fahrbahndecke der Landesstraße 535 von der Landesgrenze aus Heiligkreuzsteinach kommend bis an die Ecke Weinheimer/Hauptstraße in Unter-Abtsteinach erneuert werden soll. Man werde deshalb zügig klären, was an Kanalbaumaßnahmen zu erledigen sei. Die Kostenermittlungen seien angelaufen.

Für eine andere Straße hatte er keine gute Nachricht. Auf Antrag der SPD war die Gemeinde an Hessen Mobil herangetreten, um eine zeitnahe Sanierung der maroden L 3257 Richtung Gorxheimertal zu erreichen. Doch die Antwort der Behörde war ernüchternd. Es wurde laut dem Rathauschef darauf verwiesen, dass sich das Landesstraßennetz allgemein in einem schlechten Zustand befinde und es einen Sanierungsstau gebe. Die L 3257 sei nicht in der Dringlichkeitsliste enthalten und eine Erneuerung deshalb in den kommenden Jahren auch nicht vorgesehen sei, hieß es.

In seinen Mitteilungen aus dem Gemeindevorstand erwähnte Reinhard weiterhin die Ersatzbeschaffung eines Mulchgeräts. Daneben habe man den Jahresabschluss 2016 festgestellt und die Arbeiten für den Einbau einer zweiten Lagerebene im Bauhof vergeben. Außerdem wurde die Gebührenkalkulation für Abwasser in Auftrag gegeben.

Der Jahresabschluss 2015 wurde seinen Worten zufolge noch einmal aufgeschnürt. Das habe damit zu tun, dass die Fehlbeträge aus 2009 und 2010 in diesem mit dem Eigenkapital verrechnet werden können. Diese Möglichkeit hatte das Land für 2016 abgeschafft, Abtsteinach wollte es aber erst im vergangenen Jahr durchführen. Da es auch anderen Gemeinden so ging, wurde nun diese Alternativlösung geschaffen. Nach der Zustimmung durchs Revisionsamt wird der Abschluss den Gemeindevertretern noch einmal vorgelegt.

Mit Blick auf die Entwicklungen im Forst bezeichnete es Reinhard als „absoluten Fehlschritt“, das Einheitsforstamt möglicherweise aufzulösen (wir berichteten). Wenn die Privateigentümer nicht mehr dabei seien und plötzlich mehrere Förster für ein Gebiet zuständig seien, „gibt das ein absolutes Chaos“. Eine Aufsplittung aus wirtschaftlichen Gründen „macht überhaupt keinen Sinn“, kritisierte er. Es werde völlig der öffentliche Charakter des Waldes mit seiner Erholungsfunktion vergessen.

Erfreut zeigte sich der Bürgermeister über die Entwicklung bei der Solardraisinenbahn. Trotz der schlechten Nachrichten im Vorfeld gab es einen guten Start und einen „hervorragenden Zuspruch“. Die Fahrgastzahlen haben sich seinen Worten zufolge „wesentlich besser entwickelt als geplant“. Er äußerte seine Hoffnung, dass der Zuspruch weiterhin so anhält.

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