Jede Form von Rauchen ist gefährlich: Herzstiftung war mit der Aktion „Rauchzeichen“ zu Gast an der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach

„Die trauen sich, Fragen zu stellen und sind neugierig“: Der Wald-Michelbacher Arzt Dr. Thomas Hering und Katharina Benedickt von der Deutschen Herzstiftung waren „begeistert“ vom Wissensdurst der Siebtklässler an der Eugen-Bachmann-Schule. Die wurden von beiden im Rahmen der Aktion „Rauchzeichen“ über die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit informiert. Das Projekt fand erstmalig an der EBS statt.

Jeweils eine Doppelstunde war für die siebte Jahrgangsstufe aus Real- und Hauptschule reserviert, erläuterte Daniela Riedinger, die als Sucht- und Präventionsbeauftragte die Veranstaltung koordinierte. Das große Interesse der Schüler zeigte sich auch daran, dass sie über die Pausenklingel hinaus sitzen blieben und weiter Fragen stellten. Die drehten sich ums Kiffen, um Marihuana in der medizinischen Anwendung, um die Gefahren einer Bong oder einer Shisha.

„Jede Art von Sucht ist gefährlich“, wollte Hering den Jugendlichen vermitteln. Er möchte sie dazu bringen, erst gar nicht mit Drogen egal welcher Art anzufangen. Der Arzt beleuchtete das Thema aus seiner täglichen Arbeit und freute sich über die Rückmeldungen. „Die Schüler haben toll mitgemacht“, lobte er.

Die Herzstiftung ist seit 2005 mit dem Projekt Rauchzeichen unterwegs. Zuerst im Großraum Frankfurt, dehnt sich nun der Radius aus. Präsentationen und Filme werden dabei mit praktischen Beispielen zum Anfassen verdeutlicht. So zeigte Benedickt anhand des schwarzen Flecks auf einem Taschentuch sichtbar, wie viel Teer nur durch eine Zigarette in der Lunge landet.

Im ersten kurzen Streifen berichteten Patienten über ihre Erfahrungen mit dem Rauchen und ihre Krankheiten. Im zweiten Film kamen Jugendliche zu Wort, die aus verschiedenen Gründen nicht rauchen. Wobei Benedickt eines klar machte: „Wir wollen das Rauchen nicht verbieten“, weil es eine persönliche Entscheidung jedes einzelnen sei. Es gehe darum, die Jugendlichen aufzuklären und zu warnen. „Sie sollen besser Bescheid wissen und bewusster entscheiden.“

Aber auch lediglich durch die reinen Fakten fand Katharina Benedickt deutliche Worte: „Nur eine Zigarette setzt das Reinigungssystem der Lunge drei Tage komplett außer Gefecht“, sagte sie. Weitere drei Tage funktioniere es nur eingeschränkt. Die Schüler brächten den heutigen Nikotinkonsum noch nicht in Verbindung mit Krankheiten, die sich erst Jahre oder Jahrzehnte später zeigten, sagte sie.

Fragen der Kids betrafen auch das Thema E-Shisha oder E-Zigarette. Die Langzeitstudien hierzu fehlten noch, so Benedickt. Schädlich sei der Konsum aber allemal. „Rauchen geht zurück, Kiffen wird stärker zum Thema“, meinte sie. Die Fachfrau will ans Verständnis der Jugendlichen für die damit verbundenen Gefahren zu appellieren. Sie kennzeichnete den Shisha-Rauch als noch giftiger gegenüber dem von Zigaretten, da der Tabak bei nur 400 statt 900 Grad verbrenne und deshalb noch mehr Giftstoffe enthalten seien.

Die Erfahrungen der Schüler in den drei teilnehmenden Klassen waren ihrer Wahrnehmung nach sehr unterschiedlich. Manche hatten noch gar nicht mit den diversen Suchtmitteln zu tun, andere waren bereits gut im Thema drin. Fragen drehten sich um die Schädlichkeit des Passivrauchens, wenn etwa der Partner oder die Eltern zur Zigarette greifen.

Benedecikt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit eine E-Zigarette zwar Passivrauchen vermieden werde. Andererseits sei im Liquid auch Frostschutzmittel enthalten – eine Aussage, „die die Schüler erschreckte“. Außerdem wies sie darauf hin, „dass in zwei von drei Fällen Nikotin enthalten ist“ – obwohl es anders angegeben sei. Egal welche Form von Rauchen man wähle: „Sie ist schädlich.“ Es gebe keine wirklich ungefährliche Form.

„Es wird oft durch die Blume gefragt“, beobachtete Benedickt. Viele Themen seien nicht nur für den jeweiligen Jugendlichen, sondern auch für seine Mitschüler interessant, sagte sie. „Sie brennen ihnen auf den Nägeln.“ Mit den Wesensveränderungen und dem Einfluss auf die Psyche versuchte sie zu begründen, warum Kiffen im Gegensatz zum Zigarettenkonsum illegal sei. Egal wie: Die Gesundheit werde immer beeinträchtigt. Denn bei jeder Verbrennung entstünden Teer und Kohlenmonoxid.

Wie die Mitarbeiterin der Herzstiftung weiter erklärte, ist Lungenkrebs nicht die einzige Form von dadurch möglicher Krankheit. Da die Giftstoffe ins Blut gelangten, steige auch das Schlaganfall-Risiko oder könne Krebs in anderen Körperregionen auftreten. Und es bestehe die Gefahr eines Raucherbeins, so Benedickt.

Advertisements