Für ein Foto mit ChrisTezz kamen seine Fans sogar aus Heidelberg nach Wald-Michelbach zur Volksbank Überwald-Gorxheimertal

Waren am Montag bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten die „Offiziellen“ dran, so hatte die Volksbank Überwald-Gorxheimertal nun für die Kids und junge Kundschaft (in spe) reserviert. Der YouTuber „ChrisTezz“ aus Abtsteinach kam für zwei Autogramm- und Selfiestunden bei der neuen Geschäftsstelle in der Ludwigstraße vorbei. Die ersten zehnjährigen Mädels erschienen bereits eine Stunde vor Beginn am Signier-Stand. Als es dann kurz nach 15 Uhr war, setzten die ersten „ChrisTezz“-Rufe ein, bis er sich endlich blicken ließ.

Die Idee, den 23-Jährigen nach Wald-Michelbach einzuladen, hatte Privatkundenberaterin Katja Gönnawein. Sie wurde wiederum von ihrem 15-jährigen Sohn Mica draufgebracht, der die Aktivitäten von Christian Reinhard, wie ChrisTezz mit bürgerlichem Namen heißt, auf dem Videokanal verfolgt. Das Geschäftsstellen-Team mit Leiterin Bianka Eckert, Dieter Ballmann, Elias Pliska, Jonas Guthy und Andrea Paegelow ging bereits vor einigen Wochen in die Vorbereitung des Events.

„Wir wollten was für die Jüngeren machen“, beschreibt Katja Gönnawein die Intention. Und zeigen, dass die Bank mit der Zeit geht, dass ein zeitgemäßes Gebäude auch bedeutet, dass das Kreditinstitut unter anderem durch seine Online-Filiale auf der Höhe der (Internet-)Zeit ist. Und eben an die Kunden von morgen denkt. Die Erwachsenen kämen wegen der Bankgeschäfte. Den Kids fehle aber noch der Bezug – den wolle man mit einer solchen Aktion herstellen und ihnen im Überwald etwas bieten. Mit Erfolg: Schon am Montag fragte eine Horde Mädchen drei Mal nach, wann denn endlich ChrisTezz da sei, schmunzelt sie.

Eine Projektgruppe, bestehend nicht nur aus den Mitarbeitern vor Ort, sondern auch mit Kollegen aus dem Background besetzt, kümmerte sich um die Aktivitäten rund die Einweihung. Dazu kamen gestern Helfer aus den anderen Geschäftsstellen der Voba Überwald-Gorxheimertal wie Affolterbach, Abtsteinach und Trösel. Mit Blick auf den erwarteten Andrang wurde die Hofwiese für den Autoverkehr gesperrt. Wie Eckert sagte, wird die Bank auch an Heimatfest und Gassenmarkt präsent sein.

Seinen jetzigen YouTube-Kanal betreibt Christian Reinhard seit sieben Jahren, war aber natürlich auch schon vorher aktiv. Er hat sich vor allem auf die Formate Comedy, Unterhaltung und Sketche spezialisiert. ChrisTezz lässt sich von dem inspirieren, „was mich beschäftigt“. Daneben hat er nach dieser Zeit auch ein Gespür dafür entwickelt, was seine Zielgruppe von ihm erwartet. Die ist vor allem zwischen 13 und 24 Jahren alt.

Am meisten werden seine diversen Folgen zum McDonald’s-Roulette geklickt. Seit etwa einem Jahr produziert er diese. „Alle Folgen zusammen haben bis zu zehn Millionen Aufrufe“, freut sich der 23-Jährige. Sein YouTube-Kanal selbst hat über 510.000 Follower. Was ihn rund um die Uhr als Vollzeit-Job fordert. „Vergangenes Jahr haben wir teilweise in einer Woche jeden Tag gedreht“, erzählt er. Sechs bis zehn Stunden dauert es, ein Video zu schneiden, sodass danach fünf bis zehn Minuten Laufzeit rausspringen.

„Das Internet ist schnelllebig und entwickelt sich ständig weiter“, weiß der 23-Jährige. Was für ihn bedeutet, dass er neben Bewährtem auch neue Ideen entwickelt. „Ich probiere öfter was aus“, sagt er. Das kann auch mal in die Hose gehen – beirren lässt er sich davon nicht. Unterstützung gibt’s von den Fans, die eigene Vorschläge einbringen. Wie etwa zum McDonald’s-Roulette. Hier probiert ChristTezz demnächst eine Idee aus, die als Kommentar gepostet wurde und 1200 „Gefällt mir“-Klicks erhielt.

Die ersten vier Jahre hatte Reinhard noch mit den Tücken des Land-Internets zu kämpfen, erzählt er lachend. Da gab es in Abtsteinach noch kein Glasfaserkabel und er musste zum Hochladen immer zu einem Freund gehen. Oder er verstopfte den ganzen Tag die heimische Leitung. Seine Follower kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Gebiet. Deshalb ist er auch in Bottrop, Wien oder Berlin bei Szene-Events zugegen. Dass es mal ein Einzelauftritt wie jetzt in Wald-Michelbach ist, kommt eher noch selten vor. „Nur zehn Minuten von daheim. Das ist cool“, freut sich der Volksbank-Kunde. „So nah hatte ich es noch nie.“

Vor allem die Selfies mit dem 23-Jährigen waren heiß begehrt. Geduldig setzte er sich jedes Mal wieder in Szene, signierte die Handys manchmal auch auf der Rückseite und ließ sich ablichten. Natürlich musste er genauso oft den Edding-Stift zücken, um sein Autogramm auf die entsprechende Karte, auf T-Shirts oder Unterarme zu schreiben. An die 300 Kids und Teenies zwischen sechs und 16 Jahren dürften es wohl gewesen sein, die ihm sogar selbstgestaltete Plakate mitbrachten. Sie nahmen dafür unter anderem Anfahrtswege von Heidelberg aus auf sich. Bei der Volksbank war man zum Schluss sehr zufrieden mit der Aktion, die völlig reibungslos ablief.

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