„Irish Voices“ entführen am 9. Juni in Hammelbach nach Irland und Schottland

Über die grünen Hügel des Odenwalds weht ein musikalischer Gruß von der Grünen Insel Irland. Das Folk-Quartett „Irish Voices“ spielt am Freitag, 9. Juni, um 20 Uhr im Hammelbacher Pfarrzentrum auf Einladung von katholischer öffentlicher Bücherei (KÖB) und Kulturbüro. Wer die Gruppe aus dem Odenwald kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder „My heart will go on“ sowie Folksongs aus der BlueGrass-Szene. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ Freitag, 9. Juni, 20 Uhr, katholisches Pfarrzentrum Hammelbach. Einlass mit Bewirtung ab 19 Uhr. Es werden zwei irische Whiskeysorten zum Verkosten angeboten und Kleinigkeiten zum Essen. Eintritt 5 Euro. Reservierungen bei Martine Rüdinger unter E-Mail martine.ruedinger@gmx.de.

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