Wald-Michelbacher Spiel- und Basteltreff ging dieses Mal auf die Kreidacher Höhe zum Rodeln

Der Spiel- und Basteltreff für Flüchtlinge und Einheimische, eigentlich einmal im Monat im katholischen Gemeindehaus untergebracht, fand jetzt ausnahmsweise einmal an einer anderen Stelle statt. Was aber für die Teilnehmer mindestens ebenso viel Spiel und Spaß bedeutete. Denn lange geplant war eine Tour zum „Sommerrodeln“ auf der Kreidacher Höhe mit den Treff-Besuchern – Alt und Jung, Kindern, Eltern und Betreuern.

Eigentlich war diese Aktion schon im vergangenen Herbst vorgesehen, musste dann aber aufgrund der schlechten Witterung auf das Frühjahr verschoben werden. Weil man hoffte, dass sie besser sein würde – was zum Glück in Teilen zutraf. Seitens der Gemeinde wurde über Helga Parketta der Kontakt zum Betreiber der Sommerrodelbahn, Siegbert Müller, hergestellt. Dieser sicherte allen Teilnehmern eine Fahrt zum halben oder Gruppenpreis zu. Unterstützt wurde die Aktion ebenfalls von der Caritas Bergstraße.

Man bangte zu Beginn, ob das Wetter hält, aber brach dann bei unsicheren Aussichten auf – und sollte belohnt werden. Rund 40 Teilnehmer machten sich vom katholischen Pfarrheim aus zu Fuß auf den Weg. Einige „Fußkranke“ erwarteten die Gruppe bereits auf der Kreidacher Höhe, wo man sich vor dem Rodeln noch mit mitgebrachten kleinen Snacks stärkte.

Stolz waren die über Achtjährigen, dass sie bereits ohne Begleitung den Schlitten lenken durften. Sie machten davon auch rege Gebrauch. Doch die Jüngeren genossen ebenso die wilde Fahrt gemeinsam mit Papa, Mama oder einem der Betreuer. Ausgelassen tobten sich alle anschließend noch auf dem Spielplatz des Geländes aus. Für die Teilnehmer brachte der Ausflug großen Spaß mit sich. Sie machten sich gut gelaunt zu Fuß oder mit dem Auto auf den Rückweg nach Wald-Michelbach.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass eine gewisse „Ritualisierung“ im Ablauf vor allem bei den Kindern der Asylsuchenden sehr gut ankommt. So beginnt jedes Zusammentreffen mit einem bereits gut bekannten kleinen Lied und endet auch mit einem solchen. Oftmals unterliegen die einzelnen Freitage auch bestimmten Themen, die sich dann in einem darauf ausgerichteten Bastel- und Spiele-Angebot wiederspiegeln. Sehr zufrieden ist das Team mittlerweile über den Zuspruch, wenngleich meist nur die Flüchtlinge zu den Treffen kommen, die direkt in Wald-Michelbach wohnen.

Es geht beispielsweise nicht nur darum, den Kindern einen geeigneten Raum zum Spielen zu bieten, vielmehr stehen auch der Kontakt, das Miteinander im Vordergrund. Meist finden sich ähnlich viele Erwachsene wie Kinder zu den Treffen ein, die miteinander Tee trinken und sich unterhalten – oder auch einmal gerne eine „schnelle Lektion“ im Deutsch-Sprechen genießen.

Sobald das Team genug Verstärkung gefunden hat, könnte durchaus der vierzehntägliche Rhythmus wieder aufgenommen werden, den man aktuell zugunsten eines monatlichen aufgegeben hat. Ein großes Anliegen der Betreuer: „Wir wünschen uns noch mehr Zuspruch von den Einheimischen“, auch wenn deren Beteiligung gewachsen ist. Denn der Hauptzweck der Initiative besteht in der Integration der Geflüchteten. „Eine solche kann nur dann geschehen, wenn sich (noch mehr) deutsche Kinder bei den Treffen einfinden“, meint Mitinitiatorin Irina Burger.

Info: Der nächste Spiel- und Basteltreff findet am Freitag, 9. Juni, um 15.30 Uhr im katholischen Pfarrheim statt. Für Rückfragen steht Irina Burger unter Telefon 06207-605547 zur Verfügung.

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