Vielen Fragen und Anregungen bei der Vorstellung des „Betreuten Wohnens“ in Ober-Abtsteinachs Mitte

Großes Interesse aus der Bevölkerung und viele Nachfragen zum „Betreuten Wohnen“ auf dem Gelände der ehemaligen „Rose“: Bei der Info-Veranstaltung im Ratssaal stellten die Fachleute den aktuellen Stand der Planung vor. Man wolle „Stimmen sammeln“, um in den kommenden Beratungen möglichst breit aufgestellt zu sein, sagte Bürgermeister Rolf Reinhard. Er zeigte sich im Nachklapp mit dem Treffen „sehr zufrieden“.

Wenn das durch die Dossenheimer FWD Hausbau vorgestellte Konzept auf Widerhall stößt, so Reinhard einleitend, dann werde man es wie ausgearbeitet weiterführen. Wenn noch viele Anregungen einfließen müssten, dann werde man auch noch einen Monat nach hinten verschieben, erläuterte der Bürgermeister einleitend. Es gab zwar noch Rückmeldungen aus der Bevölkerung, aber wohl keine, die seiner Ansicht nach erst aufwändig eingepflegt werden müssten und damit für Verzögerung sorgen könnten.

Ulrich Stüdemann vom gleichnamigen Büro stellte den Bebauungsplan vor. In ihm wurden neben dem Rose-Areal auch ein Stück der Löhrbacher Straße und die Grünflächen mit aufgenommen. Wie die umliegenden Flächen sei er als Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe definiert. Stüdemann erläuterte weiter, welche Vorgaben erfüllt werden müssen, wie hoch, wie breit und wie viel gebaut wird.

FWD-Geschäftsführer Matthias Günther, der seinen Kollegen Marc Zenz mit nach Abtsteinach gebracht hatte, stellte verschiedene Umfragen vor, die die Firma im Vorfeld tätigte. Ein Rücklauf von etwa zehn Prozent der Haushalte bezeichnete er als gut. 46 Personen hätten sich positiv zum Betreuten Wohnen geäußert, 22 standen dem neutral gegenüber. Was für Günther heißt, dass sich die Leute mit dem Thema befasst hatten.

„Den Bedarf sehen wir deutlich“, meinte der FWD-Mann angesichts des geäußerten Kaufinteresses von 23 Personen. Allerdings müsse man bei diesen Zahlen immer auch einen gewissen Abschlag mit einplanen. Im Komplex sind aktuell 19 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen vorgesehen, bei starker Nachfrage können noch drei angehängt werden. „Viele wollen mit dem Kauf Vorsorge treffen“, sagte Günther.

Architekt Konrad Benstz beleuchte die verschiedenen Gebäude. Im Entwurf sei etwas entstanden, „was das genau Gegenteil der aktuellen Situation darstellt“, erläuterte er. Die Baumasse werde von oben nach unten an die Grünkante, zum Festplatz-Gelände hin, verlagert. An der Straße entstehe ein attraktiver Stadtraum, der auch für Veranstaltungen genutzt werden könne.

Wie Benstz ausführte, weisen die Wohnungen eine Grundfläche von 60 bis 80 Quadratmetern auf. Je nach Lage seien sie auch unterschiedlich geschnitten. „Es lohnt sich, genau hinzuschauen.“ Von der Löhrbacher Straße aus erfolgt die Zufahrt zur Tiefgarage mit zehn Plätzen fürs Betreute Wohnen und weiteren acht, die der Gemeinde zugeordnet sind. Im Erdgeschoss des einen Querbaus soll eine Arztpraxis mit 200 Quadratmetern angesiedelt werden.

Im senkrecht zur Straße stehenden Gebäude ist ein Gemeinschaftsraum mit etwa 50 Quadratmetern geplant. In den würde auch die Caritas einziehen. „Wir möchten das Miteinander fördern und eine Schnittstelle nach außen bilden“, ergänzte Reinhard. Auch sei eine Gewerbefläche vorgesehen, für die aktuelle Gespräche mit der Sparkasse als Mieter laufen. Hier ergänzte der Bürgermeister, dass man damit auch versuche, das Kreditinstitut auf absehbare Zeit im Ort zu halten, nachdem es anderswo schon Filialschließungen gebe. Laut Benstz sind alle Gebäude dreigeschossig geplant.

Auf der Freifläche müssen dem Architekten zufolge einige Stellplätze laut den Bauvorschriften untergebracht werden. Daneben sei eine Außenterrasse für den Gemeinschaftsraum geplant. Für die weitere Platznutzung sei es wichtig, wie die Bepflanzung aussehen werde. Je nach deren Form lasse sich die 400-Quadratmeter-Fläche dann auch für Veranstaltungen in Anspruch nehmen.

Von der im vorherigen Entwurf kritisierten roten Gebäudefarbe sind die Planer inzwischen zugunsten eines hellen Tons abgekommen. Auch wurde an der Form der Außenfassade getüftelt. Laut Günther wurde für die Hauserker ein Sandsteinton analog des gegenüberliegenden Kirchenaufgangs gewählt. Die Mauer an der Abfahrt zur Tiefgarage wird ähnlich gestaltet. Seinen Worten nach gilt es „die Diskussion zu führen, was man mit dem Platz tun will“. Benstz wies auf den „Zentrumscharakter“ gegenüber Rathaus und Kirche hin und die der Fläche sowieso innewohnende Qualität hin.

Fragen und Antworten

Wie sieht der weitere Ablauf aus? Matthias Günther: Nach der Beratung in den Gremien startet der Wohnungsverkauf im August. Dafür werden Exposés angefertigt und das Projekt öffentlich vorgestellt. Mit dem Abriss der „Rose“ geht es im September/Oktober weiter. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2019 geplant.

Nach welchem System werden die Wohnungen vergeben? Günther: Es gilt das Windhundprinzip. Nach Vertriebsbeginn können sich Interessierte die Wohnung heraussuchen, die sie möchten. In der Regel gibt es immer einen Ortsbezug der Käufer.

Wie sieht es mit dem Durchgang zum Spiel- und Bolzplatz aus? Konrad Benstz: Der wird nicht tangiert. Während der Bauphase bleibt der Weg unterhalb der Apotheke frei zugänglich.

Wie geht’s mit dem Bolzplatz weiter? Rolf Reinhard: Die Planungen waren bisher zurückgestellt. Wenn das Betreute Wohnen fertiggestellt ist, werden sie wieder aufgenommen.

Warum ist der Komplex mit 19 Wohnungen relativ groß? Reinhard: Das ist auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Ich gehe davon aus, dass 19 Wohnungen sowieso nicht ausreichen werden. Günther: Erst ab einer Zahl von 16 oder 17 Wohnungen rechnen sich Bau und Betrieb.

Könnte man statt der Sparkasse in diesen Räumen nicht auch ein Café ansiedeln? Günther: Ein solcher Betrieb rechnet sich nach den bisherigen Erfahrungen nicht. Im Gemeinschaftsraum gibt es die Möglichkeit für Ehrenamtliche, in dieser Hinsicht tätig zu werden.

Gibt es eine 3D-Ansicht des Projekts, damit man auch einen Eindruck von den anderen Seiten bekommt? Günther: Aus Kostengründen bisher nicht, aber im Exposé werden weitere Ansichten vorhanden sein.

Warum wurde der senkrecht stehende Bau zur Apotheke hin geschoben? Sonst könnte ein größerer Platz entstehen? Reinhard: Das ist ein Trugschluss. Durch die Abfahrt neben der Apotheke und das dortige Gefälle wird bei anderer Ausrichtung keine zusätzliche Fläche gewonnen. Benstz: Zur Erschließung der waagrechten Baukörper sollte er mittig realisiert werden.

Ein modernes Gebäude fügt sich schlecht in den Altbestand ein. Günther: Wenn es gut gemacht ist, tut es das durchaus. Das Rathaus ist ebenfalls ein modernes Objekt.

Advertisements