Hammelstanz musste in der Halle stattfinden: Trotz des schlechten Wetters war das Siedelsbrunner Frühlingsfest gut besucht

So ungerecht kann das Wetter sein. Vergangenes Jahr strahlender Sonnenschein beim Frühlingfest in Siedelsbrunn, diesmal Landregen, mal stärker, mal schwächer. Ortsvorsteher Helmut Gremm zeigte sich mit dem Besuch trotzdem zufrieden. „Am Nachmittag war gut was los“, meinte er. Der Ortsbeirat hatte zusammen mit vielen Helfern der örtlichen Vereine das Fest im Bürgerhaus organisiert. Für die Bewirtung sorgten die Jugendlichen der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) von TV Siedelsbrunn und SG Wald-Michelbach.

Der Umzug mit Sommertagsstecken unter Federführung des Kindergartens ging am Mittag rasend schnell über die Bühne, denn alle wollten schnell ins Trockene kommen. Es wurde nur eine verkürzte Runde gelaufen. Schön geschmückte Fahrräder und dazu noch ein mit viel Liebe zum Detail hergerichteter Bollerwagen erfreuten das Auge. Zwei Erzieherinnen und zwei Praktikantinnen begleiteten die Kleinsten zusammen mit ihren Eltern hoch zur Halle.

Die Verbrennung des Winters in Gestalt eines zuvor gebauten Schneemanns musste dieses Mal vorgezogen, sonst wäre der Winter völlig durchweicht gewesen. Zur Begrüßung des Frühlings, der sich aber noch ziemlich bedeckt hielt, wurden drei Lieder gesungen: „Winter ade“, „Der Mai ist gekommen“ und „Alle Vögel sind schon da“. Alleinunterhalter Theo Kohl, der später auch die Besucher im Bürgerhaus unterhielt, war mit der Drehorgel nach draußen gekommen und begleitete die fröhliche Schar. Auch die Kinder sangen mit.

Später, in der der Halle, führte wieder Erwin Siefert durchs Programm. Die Kleinsten führten dort noch zwei Stücke auf: „Kinder sagt Halli Hallo“ und den Schäfchentanz. Natürlich durfte eine Zugabe nicht fehlen. Aktive, denen der Ortsvorsteher für ihr Engagement herzlich dankte, hatten im Vorfeld des Festes im Ort gesammelt, damit die am schönsten geschmückten Räder und Sommertagsstecken durch eine Jury ausgezeichnet und das Material für den gebauten Winter bezahlt werden konnte.

Früher wurde von den Bürgern viel gegeben, aber die Spendenbereitschaft habe leider inzwischen doch nachgelassen, meinte Gremm. Die Tradition sei eben nicht mehr so im Dorf präsent wie früher. Der andere Teilbetrag der Spenden soll dem Kindergarten für notwendige Anschaffungen zugutekommen. Zusammen mit dem Ortsbeirat hatten die Handballer den wie schon in den Vorjahren von Artur Emig zur Verfügung gestellten Maibaum auf dem Sportplatz errichtet.

Der traditionelle „Hammelstanz“ musste dieses Mal nach innen verlegt werden. Das Sportplatz-Gelände war einfach zu nass und es kam immer noch mehr von oben hinzu. Im etwas beengteren Bürgerhaus gingen beim improvisierten Tanz immerhin 70 Teilnehmer an den Start, nachdem es im vergangenen Jahr draußen bei herrlichem Sonnenschein rund um den Maibaum 100 gewesen waren. Gewinner 2017: Christiane Schmitt und Anna Wernz. Die beiden erhielten den Gegenwert eines Hammels in bar.

Der „Hammelstanz“ ist eine Gaudi mit einer Tradition mindestens so alt wie das Frühlingsfest, das bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gefeiert wurde. Bei ihm laufen Paare zur Musik rund um den Maibaum über einen Strick, der von zwei Personen gehalten wird. Nach ein paar Runden gibt im Wald der Förster einen Schuss ab. Das Paar, das vor oder über dem Strick steht, ist Gewinner. Diesmal wurde der Schuss auf dem Sportplatz abgegeben. In früheren Jahren gab noch einen echten Hammel zu gewinnen. Der Preis wurde vor einiger Zeit aus Tierschutzgründen in einen Geldbetrag umgewandelt.

Die Jugendlichen der HSG waren für die Bewirtung der vielen Gäste zuständig. 120 Heranwachsende von der Minis bis zur A-Jugend sind in der Spielgemeinschaft von TV und SG aktiv, etwa 40 von ihnen waren an diesem Tag im Einsatz, sagte Daniel Werner. Der hatte den Ablauf für den ganzen Tag koordiniert. In die HSG-Vereinskasse floss dann auch der Gewinn aus der Bewirtung. Verwendet werden soll er für Ausflüge, Trainingsgeräte und auch Übernachtungstermine.

„Sehr viele junge Leute standen hinter Theke und Grill und halfen abends beim Abräumen“, zollte Gremm den Jugendlichen ein großes Lob. Was ihn zur Aussage führte, dass das Frühlingsfest eine Veranstaltung mit und von Jugendlichen und Kindern sei, da die eingenommenen Gelder in vollen Umfang diesen zugutekommen.

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