SG Wald-Michelbach will mehr Mitgliederwerbung betreiben – Vorstand auf Versammlung bestätigt

Die SG, der größte Verein der Gemeinde, steht finanziell auf gesunden Füßen. Etwas Sorgen bereitet aber die zurückgehende Mitgliederzahl, wurde auf der Versammlung im Sportlerheim deutlich. Der bewährte Vorstand macht für die nächsten zwei Jahre weiter, danach bahnt sich aber ein Umbruch an. Mit viel Wehmut wurde die Auflösung der Freizeitsportabteilung „Stammtisch Heid“ zur Kenntnis genommen. Aus den einzelnen Abteilungen gab es diverse sportliche Erfolge zu vermelden.

Vorsitzender Gerhard Berger nannte als eines der Hauptthemen für die kommende Zeit, „die Mitgliederentwicklung aktiver zu gestalten“. 854 zählt der Verein aktuell noch, ein leichter Rückgang gegenüber 2015. Zu ihren Hoch-Zeiten hatte die SG allerdings 940 Mitglieder. Deshalb sei es „mehr denn je notwendig, Werbung zu betreiben“. Ein Ansatz könnte laut Berger sein, die Eltern der aktiven Kinder mehr einzubeziehen. Die Statistik verschiebe sich derzeit hin zu den aktiven Sportlern.

Als weiteren Punkt führte der Vorsitzende an, die Sparte Freizeit- und Gesundheitssport auszubauen und zu propagieren. Dies könne gerade bei einer immer älter werdenden Bevölkerung ein guter Ansatz sein. Daneben gelte es einen Blick auf die Einnahmen zu haben, da eine solide Finanzbasis „wichtig für die Weiterentwicklung ist“. Eine Konsolidierung war seinen Worten zufolge auch deshalb möglich, weil es viele Spenden und Fördergelder gab.

Die Kooperationen lassen sich Berger zufolge gut an. Zum einen gibt es die im Handballbereich als HSG zusammen mit dem TV 02 Siedelsbrunn, zum anderen beim Jugendfußball als JFV jetzt neben der Eintracht auch mit den beiden Teams aus Abtsteinach. Insgesamt seien 200 Jugendliche aktiv, was eine bessere Besetzung der Altersgruppen ermögliche. Die Faustballer kooperieren erfolgreich mit Reichelsheim.

Berger erwähnte außerdem die Anschaffung eines neuen Kleinbusses und die erfolgreiche Teilnahme am Heimatfest. Zehn Flüchtlinge seien derzeit in der Fußballbereich aktiv, einer im Tischtennis. Deren Unterstützung wolle man aufrechterhalten. Wie der Vorsitzende sagte, weist die Homepage noch Lücken auf. Die einzelnen Abteilungen seien gefordert, „sich hier stärker einzubringen“. Die Sportgala zum 70-jährigen Bestehen des Vereins bezeichnete er als „rundum gelungene Veranstaltung“. Es wäre ein Vorteil für die Entwicklung der SG, wenn die Lasten auf mehr Schultern verteilt werden könnten, schloss Berger seinen Bericht.

Kassenwart Jürgen Fendrich berichtete von Geldbewegungen im sechsstelligen Bereich. Im vergangenen Jahr gab es seinen Worten nach wieder einen Überschuss. Das in der letzten Zeit erwirtschaftete Vermögen „bildet eine gesunde Basis“. Tim Seitz hatte zusammen mit Frank Anlauf die Kasse ohne Beanstandungen geprüft. Auf seinen Antrag hin wurde der Vorstand entlastet.

Berger freute sich, dass sich der komplette Kernvorstand bereit erklärt hatte, eine Amtszeit dranzuhängen. Die Amtsinhaber wurden jeweils einstimmig bestätigt. Ihm sei die SG, der er seit 1979 angehört, „eine Herzensangelegenheit“, sagte Berger. Er kündigte aber an, mit 70 Jahren, also in wenig mehr als zwei Jahren, kein Vorsitzender mehr zu sein. Dann müssten Jüngere ran. In der Fußball-Abteilungsleitung gibt es jetzt schon den Wechsel von Berger hin zu Georg Maurer. In der Leitung des Wirtschaftsausschusses wird sich Dimitri Loenko engagieren.

Der Vorsitzende bedauerte, dass nach wie vor das Ressort Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand unbesetzt bleibt. Dabei sei ein wirkungsvoller Außenauftritt unter Einbeziehung der sozialen Medien wichtiger denn je. Nach sechs Jahren gab es wieder eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge. Einstimmig votierte die Versammlung für eine Erhöhung um 50 Cent pro Monat auf jetzt vier Euro bei Jugendlichen und fünf Euro bei Erwachsenen.

Den „Stammtisch Heid“ wird es in Zukunft nicht mehr geben. Jürgen Lampert skizzierte die Entwicklung der seit 1979 bestehenden Freizeitsportabteilung, mit der er Mitte der 80er Jahre erstmals in Kontakt kam. In früheren Jahren gab es ein reges Abteilungsleben. Ein Spielbetrieb fand aber in der letzten Zeit praktisch sowieso nicht mehr statt, die Geselligkeit wurde aber noch gepflegt. Nun habe man sich mit Bedauern dazu entschlossen, die Abteilung aufzulösen. „Der Stammtisch gehörte zur Tradition dazu“, meinte Berger bedauernd. Aber für die weiterhin sportlich Aktiven wird die Soma jetzt zur neuen Heimat.

 

Auf der Mitgliederversammlung der SG Wald-Michelbach stellten die verschiedenen Abteilungen ihre Aktivitäten im vergangenen Jahr vor. Den Anfang machte Gerhard Berger mit seiner Bilanz der Fußballabteilung. Bei der ersten Mannschaft geht es nach einer Niederlagenserie in der Hinrunde derzeit sehr eng zu, sagte er. Sie steht auf einem Relegationsrang, allerdings sind die rettenden Plätze nur einen Punkt entfernt. Er sei „überzeugt vom Klassenerhalt“, so Berger, denn die Einstellung unter Trainer Sebastian Prasch stimme. Die zweite Mannschaft rangiert derzeit auf einem Mittelfeldplatz in der Kreisklasse D. Der Soma-Betrieb „läuft in geregelten Bahnen“, so Berger, auch die Geselligkeit komme nicht zu kurz.

Er verlas ebenfalls den Bericht von Jugendleiter Jürgen Gärtner. Der nannte die Fußball-AG an Überwald-Gymnasium und Adam-Karrillion-Schule. „Kinder, die dieselbe Schule besuchen, wollen gerne im gleichen Verein spielen.“ Beim JFV stelle die SG derzeit 61 von 200 Jugendlichen. „Vor knapp zehn Jahren hatten wir jedoch allein 150“, kennzeichnete er den Zeitenwechsel. 28 ehrenamtliche Betreuer seien aktiv.

Für die Handball-Abteilung berichtete Markus Grieser von den verschiedenen Rundenteilnahmen. Im Jugendbereich war es seinen Worten zufolge schwierig, „en gutes Ergebnis einzufahren“. Kleine Kader und junge Altersklassen hätten bessere Chancen verhindert. Während bei den Mädchen alle Jugendmannschaften besetzt seien, konnte bei den Jungs keine A- und B-Jugend gestellt werden. Das wirke sich natürlich auch auf den Nachwuchs der Senioren aus.

Nach intensiven Vorbereitungen wurde Mitte 2016 die Handballspielgemeinschaft mit Siedelsbrunn gegründet. In der HSG mit dem TV 02 „werden die Stärken beider Vereine zusammengeführt“, so Grieser. Es sei wichtig für den Handball im Überwald, gemeinsam zu agieren, sagte er. Grieser hoffte, dass dadurch auch im männlichen Jugendbereich wieder mehr Spieler zusammenkommen. Bei den Minis sei die Resonanz aber sehr positiv, „hier wird mit bis zu 30 Kids trainiert“.

Auf ein „recht erfolgreiches Jahr“ blickte Marcus Schwabedissen bei der Tischtennis-Abteilung zurück. Elf Mannschaften gingen an den Start, „mehr als wir jemals hatten“. Zehn Aktive gebe es bei den Damen, 30 bei den Herren, 50 bei Schülern und Jugendlichen. Damit sei man einer der stärkten Vereine im Kreis Bergstraße. Schwabedissen nannte 116 Trainingseinheiten im vergangenen Jahr. Rudi und Ulli Vogel hätten 250 Spieltage organisiert.

Schwabedissen erwähnte daneben die Teilnehme der ersten Schülermannschaft in der Hessenliga. Man habe derzeit drei Schnuppermannschaften im Spielbetrieb. Aktuell wird noch in der Rudi-Wünzer-Halle trainiert und gespielt. Die Sanierung der angestammten Heimat, der Sporthalle des ÜWG, solle vor den Sommerferien abgeschlossen sein.

Bei den Kindern und Jugendlichen seien die Turner die mitgliederstärkste Abteilung mit über 100, sagte Abteilungsleiterin Sandra Norris. Die Drei- bis 16-Jährigen sind in fünf verschiedenen Gruppen aktiv. Die SG sei darüber hinaus einer der teilnehmerstärksten Vereine im Turngau Bergstraße. Auch das Erwachsenenturnen habe Zuwachs bekommen, hier sind jetzt fast 20 Männer und Frauen aktiv.

Zum Kinderturnen der Drei- bis Sechsjährigen kommen ihren Worten nach immer mehr hinzu, mittlerweile seien es fast 30 Jungen und Mädchen. Norris erwähnte, dass die ersten Wettkämpfe im Frühjahr bereits sehr gut liefen. Das vergangene Jahr sei „ein Erfolg für die Turnabteilung“ gewesen und lasse mit Freude in die Zukunft blicken, hob sie hervor.

Robert Vetter berichtete für die Faustballer, dass man in der laufenden Saison in die Bezirksliga wechselte, weil die Wege in der Verbandsliga zu weit wurden. Highlight der Abteilung ist wieder der Kohlenmeiler auf dem Schimmelberg. Der wird in diesem Jahr vom 10. bis 18. Juni veranstaltet, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Hedi Merkel erstattete Bericht für die Abteilung Damengymnastik I, Margareta Alter für die Damengymnastik II. Von 20 Mitgliedern sprach Petra Fendrich bei der Aerobic-Abteilung. Man wolle auf Vereinsebene ein qualitativ gutes Angebot offerieren, sagte sie. Wie Hans-Georg Hering erläuterte, kommt die Herren-Gymnastik auf zehn bis zwölf regelmäßige Teilnehmer.

SG Wald-Michelbach Vorstandsneuwahlen: Vorsitzender Gerhard Berger, zweiter Vorsitzender Hans-Georg Hering, Schriftführerin Sandra Norris, Beisitzer Mark Norris, Dirk Helfrich, Andreas Farda, Kassenprüfer Tim Seitz, Thomas Johann. Neue Abteilungsleiter: Rudi Vogel (Tischtennis), Georg Maurer (Fußball).

 

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