Arbeitseinsätze auf dem Grundstück in der Eiterbacher Straße Siedelsbrunn gehen weiter: Es entsteht ein lauschiges Plätzchen zum Verweilen

Das Bachgrundstück am Ausgang des Eiterbachtals nimmt Gestalt an. Seit vergangenem Jahr bringen es Mitglieder des Nabu und andere Ehrenamtliche auf Vordermann. Das Gelände war zuvor total vermüllt und musste von dem Unrat erst aufwändig befreit werden. Mit dem beginnenden Frühjahr gehen die Arbeitseinsätze weiter. Denn bis zum Besuch der Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ Mitte Juni soll alles fertig sein.

Die Wiederherstellung geschieht im Rahmen der Glücksorte-Aktion, die Ortsbeirat, Systelios-Klinik und Kloster Buddhas Weg angestoßen haben. „Wir versuchen schöne Plätze in Siedelsbrunn so herzurichten, dass man an ihnen verweilen kann“, erläuterte Nabu-Vorsitzender Alfred Wolf. Das Angebot richte sich nicht nur an Einheimische, sondern auch an die Gäste aus der Klinik und von Buddhas Weg. Ein anderes Beispiel seien Aussiedlerhof und Sieben-Täler-Blick am Kunstweg.

Das Grundstück gegenüber der Teichanlage in der Eiterbacher Straße hat der Nabu für 15 Jahre für kleines Geld gepachtet. Der hindurch fließende Bach speist den Teich auf der anderen Straßenseite. „Sumpfdotterblumen, Buschwindröschen und Schlüsselblumen haben bereits wunderbar geblüht“, freute sich Wolf über die Aktion des vergangenen Jahres. Allerdings wurde man damals nicht fertig.

Bei den bisherigen Einsätzen in den letzten Wochen wurde die über die Gemeinde angelieferte Erde verteilt. Ein Teil davon kam auf die andere Grundstücksseite, um eine Blühwiese anzulegen. „Die ist fertig und wird bald zum Blühen kommen“, so Wolf. Das etwa 800 Quadratmeter große Grundstück ist umrandet von Haselnusssträuchern. Da das Bachwasser auf die Wiese umgeleitet wurde, sollen sich dort auch Feuchtpflanzen entwickeln. Frösche finden sich schon jetzt in großer Zahl.

Beim aktuellen Arbeitseinsatz wurde mit Hilfe der bereit gestellten Erde eine ebene Fläche planiert, um dort Sitzbänke aufstellen zu können. Die werden aus gefällten Douglasien-Baumstämmen hergestellt, die Förster Jürgen Lampert aus dem heimischen Wald entbehren kann. „Das gibt einen schönen Platz zum Verweilen“, sagte Wolf, um Geschichten zu erzählen, um sich am Bachrand zu versammeln.

Bis zum Juni wollen sich die ehrenamtlichen Helfer so lange treffen, um alles fertig zu stellen. Dann soll das Gelände bei „Unser Dorf hat Zukunft“ als erfolgreiches Beispiel der Renaturierung einer einst vermüllten Fläche präsentiert werden. „Wir sind froh über jeden der mitmacht“, wünscht sich Wolf weitere Unterstützung aus dem Ort.

Auf dem Grundstück galt es im vergangenen Jahr zuerst die Überreste eines alten Hauses zu entsorgen, auf das ein Baum gestürzt war. Rigipsplatten und sonstiger Bauschutt lagen en masse herum. Das zuvor völlig verwahrloste Gelände wurde in mühevoller Kleinarbeit von Unrat und umgestürzten Bäumen befreit sowie das Bachbett gesäubert und freigelegt. Durch diese Freilegung kann der Bach wieder ungehindert den Teich mit klarem Wasser füllen. Auch wurden zwei oder drei Staustufen angelegt.

Das sehr idyllisch gelegene Talgrundstück beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen wie Sumpfdotterblumen, Wildapfel, Geißblatt und mehr. Eine Altholzinsel soll Igeln und wechselwarmen Tierarten wie Ringelnatter und Blindschleiche als Rückzugsgebiet erhalten bleiben, ein Bienenhotel ist im Gespräch. Die Eingriffe in die Natur fallen so gering wie möglich aus, damit sich eine natürliche Vielfalt ausbreiten kann.

Info: Die Arbeitseinsätze finden immer samstags ab 10 Uhr auf dem Bachgrundstück in der Eiterbacher Straße statt. Helfende Hände sind immer gerne gesehen. Infos bei Alfred Wolf unter Telefon 06207/7182. Nächster Termin: 29. April.

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