„Auf jede Fläche, die wir haben, kommt keine Gülle drauf“: Jahreshauptversammlung des Kocherbacher Vereins Luna

Luna hat sich für dieses Jahr einiges vorgenommen. Eine durch Pachteinnahmen und Zuschüsse gut gefüllte Vereinskasse ermöglicht es dem Kocherbacher Verein zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft, in diesem Jahr drei Projekte anzugehen. Dabei handelt es sich um den verstärkten Anbau von alten Kartoffelsorten, ökologische Pferdehaltung und den Einstieg in die Wasserbüffel-Zucht. Bei der Jahreshauptversammlung im „Lamm“ stellte das Vorstandstrio mit Dr. Thomas Michel, Heinz Trautmann und Gerhard Ader die Themen vor.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Michel blickte sein Vertreter Trautmann auf 2016 zurück. Das brachte etliche Fortschritte und Neuerungen mit sich. Er nannte die Eintragung als landwirtschaftlicher Betrieb mit der Erlaubnis zur Erzeugung von Futtermitteln oder die Erhöhung des Obstbaum-Bestands von 64 auf 80. Fünf Hektar Äcker habe man an die Biobauern Schierenbeck/Mauermann verpachtet, sieben Hektar Grünflächen werden zusammen mit anderen Partnern bewirtschaftet.

Trautmann erwähnte außerdem die Einsaat von 250 Blühstreifen, den Testanbau von zwei alten Kartoffelsorten auf 200 laufenden Metern, erste Pachtzahlungen und Förderungsbescheide des Landwirtschaftsamts. Durch Info-Veranstaltungen sei das Interesse an Luna in der Öffentlichkeit gewachsen, freute er sich. Man habe darüber hinaus die Kontakte über die Kreisgrenzen hinaus ausgedehnt und arbeite gut mit den Behörden zusammen. Dass 90 Prozent der Grenzpfosten an den eigenen Flächen nicht mehr vorhanden sind, führte in der Runde zu einer Diskussion über die Ursachen.

Schriftführer Gerd Ader erläuterte, dass die Luna eigenen Flächen innerhalb der nächsten 14 Tage noch einmal vermessen werden. Die neuen, stabilen Begrenzungspfosten „kommen dann richtig tief in die Erde und es wird groß Luna drauf geschrieben“, sagte er. Dann könne sich keiner mehr rausreden, er habe sie einfach übersehen. Außerdem werde man alles bildlich dokumentieren. „Das sind halt Lernprozesse“, so Ader.

Den sehr positiven Kassenbericht erstattete Jürgen Klieber. Das Plus ermöglicht verschiedene Investitionen in diesem Jahr. Die Kasse wurde von Thorsten Ader und Klaus Oberle geprüft und für gut befunden. Der einstimmigen Entlastung des Vorstands stand somit nichts im Weg. Martin Monnheimer folgte als Kassenprüfer auf Oberle, der bereits zwei Jahre dieses Amt ausfüllte.

Mit einem Blick auf die erfolgreichen Infoveranstaltungen zum Thema Landpachtverträge und EU-Agrarpolitik sowie der Vorstellung des Biobauernhofs Zimmermann in Beerfelden leitete Ader über zur Vorstellung des Projekts einer ökologischen Pferdehaltung. Diese übernahm Theresa Bartmann, seit drei Jahren in der Heckenmühle wohnhaft. Ziel sei es dabei, eine Pensionspferdehaltung anzustreben. Pro Hektar Land seien zwei Pferde zugelassen. Auf den vier Hektar bei der Heckenmühle könnten vier oder fünf Tiere in Robusthaltung stehen, sagte sie.

Die Pferde hätten einen Unterstand, seien aber sonst das ganze Jahr draußen, erläuterte die 22-Jährige. Damit die Wiesen nicht zu intensiv genutzt werden, sollen sie in Sommer- und Winterweide unterteilt werden. Als Vorteile für Luna nannte sie die Heugewinnung aus eigenen Flächen, die sinnvolle Nutzung der Wiesen, Generierung von Mitgliedsbeiträgen oder Aktionen mit Vereinen und Kindergärten. Damit lasse sich „ein Vorzeigeprojekt schaffen“.

„Das passt als erstes Projekt dieser Richtung in unser Konzept rein“, betonte Ader. Die Versammlung sah dies genauso. Die Vereinsgelder sollen darüber hinaus in die Ausweitung des Kartoffelanbaus fließen. Schon im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass dies eine gute Investition sei. Luna will außerdem „in Wasserbüffel machen“ und greift dabei auf das Wissen der Partner Joachim Mauermann und Michael Schierenbeck zurück, die bereits welche bei Gras-Ellenbach halten. Beide referierten ein wenig über die damit verbundenen Aufgaben.

Noch vor Pfingsten will der Verein eine Info-Veranstaltung über die Auswirkungen intensiver Düngung anbieten und Richtung Herbst wieder ein paar Bäume pflanzen. Dann soll es auch Schnittkurse geben. „Auf jede Fläche, die wir haben, kommt keine Gülle drauf“, fasste Ader das Credo von Luna zusammen. „Ein ganz einfacher Satz.“ Wie viel dadurch vermieden wird, machte Trautmann deutlich: eine Million Liter im Jahr weniger durch die ökologische Bewirtschaftung der Luna-Flächen.

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