Ärger in Siedelsbrunn über die kaputte Weinheimer Straße

„Die Weinheimer Straße ist total kaputt“, machte Ortsvorsteher Helmut Gremm bei der der vergangenen Ortsbeiratssitzung seinem Ärger Luft. Durch die vielen Löcher „steht man im Bett, wenn morgens um 3.30 Uhr der erste Lkw durchfährt“, verdeutlichte er. Es gebe dringenden Handlungsbedarf: entweder eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30, „woran sich morgens eh keiner hält“, oder besser und sinnvoller eine grundhafte Sanierung. Denn „flicken hilft nicht mehr weiter“, so Gremm.

An drei Stellen auf Wald-Michelbacher Gemarkung seien die Landesstraßen marode, so Bürgermeister Joachim Kunkel. Neben Siedelsbrunn auch in Kreidach, wo es aber mehr die Oberfläche betreffe. Außerdem ist auch die Strecke im oberen Teil der Kerngemeinde betroffen. Das Problem: Alle drei fallen in die Zuständigkeit des Landes „und sind nicht in der Prioritätenliste von Hessen Mobil drin“, konnte er wenig Hoffnung auf eine baldige Sanierung machen.

Kunkel sprach sich deshalb neben dem gebetsmühlenartigen Vorstoß der Gemeinde bei der zuständigen Behörde dafür aus, „öffentlich Druck zu machen“. Dies könne über die Landtagsabgeordneten oder auch über die Medien geschehen. Allerdings, meinte er resigniert, „ist Wald-Michelbach auch nur eine von vielen Gemeinden in Hessen“ mit kaputten Straßen. Es bringe nichts, an den Symptomen herumzuflicken, „wir müssen die Ursachen angehen“, sagte er.

Er könne es sich leider auch nicht erklären, warum Siedelsbrunn nicht weiter oben in der Prioritätenliste stehe, meinte der Bürgermeister. „Wir haben es leider nicht selbst in der Hand.“ Hans Trumpfheller regte an, ob man nicht Teilreparaturen an besonders schlimmen Stellen angehen könne. Kunkel entgegnete, dass er zuerst versuchen wolle, die zuständigen Behördenvertreter in den Ort zu bringen, um eine Gesamtlösung zu bekommen. „Unter zehn Jahren passiert doch da gar nichts“, rechnete Trumpfheller mit dem Schlimmsten. Ein Zeitraum, der für den Bürgermeister „völlig inakzeptabel ist“.

Deutlich schneller gehen soll es mit dem Behinderten-WC auf dem ehemaligen Schulhof, das schon länger auf der Wunschliste des Ortsbeirats steht. Dieses Jahr sind laut Gremm Haushaltsmittel eingestellt, „die aber wohl nicht ausreichen“. Die Toilette im ersten Obergeschoss des Feuerwehrhauses sei für Menschen mit Handicap nicht zu erreichen, wodurch diesen der Besuch von Festen auf dem Gelände erschwert werde. Es habe dahingehend auch schon Beschwerden gegeben. Einzig mögliche Stelle für einen Neubau sei neben dem Musikpavillon.

„Barrierefreiheit ist immer ein Thema“, so der Bürgermeister. Über eine Planung sollen die Kosten ermittelt und dann geprüft werden, welche Eigenleistung möglich sei, sagte Kunkel. In Bezug auf eine Realisierung in diesem Jahr äußerte er sich eher skeptisch und rechnete mit 2018. Von Gremm wurde noch eine abgesackte Pflasterstelle im Hof angesprochen. „Da sollte man dringend drangehen.“ Kunkel sagte zu, den Bauhof vorbeizuschicken.

„Der Bergblick ist ein Flickenteppich“, sprach der Ortsvorsteher eine weitere Baumaßnahme an. Die Kosten für die Verlegung von Wasserleitungen und Kanälen sollen ermittelt werden, damit eine Anliegerbesprechung stattfinden kann. Das sagte der Rathauschef zu. „Wir setzen uns zusammen und diskutieren die bestehenden Optionen.“ Er will sich darüber hinaus erkundigen, ob diese Arbeiten vielleicht mit der Verlegung von Stromleitungen durch die Entega koordiniert werden können.

Die Planung für den Walderlebnispfad steht soweit, informierte Gremm. Jetzt müssen nur noch die Gelder für die Realisierung her. Was der schwierigere Part sein dürfte. Wie Sebastian Schröder von der ZKÜ ergänzte, wurde ein Vorantrag als Leader-Projekt gestellt. Es gehe um eine sechsstellige Summe, die über Gemeinde, Zuschüsse und Sponsoren gestemmt werden müsse. „Wir hoffen auf eine Rückmeldung in den nächsten Wochen“, sagte er.

Acht Module sind Bestandteil des Pfads, so Schröder. Darunter Vogelnest, Waldgarten bei Buddhas Weg, eine Aussichtsplattform mit Blick aufs Rheintal oder eine Info-Stelle zum Steinvorkommen im Odenwald. Vor allem die Plattform geht ziemlich ins Geld, informierte er.

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