Siedelsbrunner Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“: Es kommt auf das Wir-Gefühl an

Am 13. Juni gilt es. Dann besucht die Bewertungskommission des 36. Wettbewerbs „Unter Dorf hat Zukunft“ zwei Stunden lang den Hardbergort, um sich das beste Bild zu machen. Petra Jackstein vom Landratsamt des Kreises Bergstraße stellte im Ortsbeirat nun das Prozedere und die Anforderungen vor, denen sich Siedelsbrunn zu stellen hat. Am diesjährigen Regionalwettbewerb nehmen zwölf Orte aus den Kreisen Bergstraße (6), Odenwald (2) und Darmstadt-Dieburg (4) teil.

Im Ortsbeirat sei eine Teilnahme diskutiert worden, erläuterte Ortsvorsteher Helmut Gremm zu Beginn. Dann habe man Kontakt zur Glücksort-Gruppe aufgenommen, die sich seit zwei Jahren mit verschiedenen Projekten ins Dorfleben einbringe. Übereinstimmend lautete die Meinung, „dass wir uns beteiligen wollen“. Auch von den Vereinsvorsitzenden habe es positive Rückmeldungen gegeben. Das große Interesse spiegelte ebenfalls der voll besetzte Versammlungsraum im Feuerwehrhaus wieder.

„Es kommt auf das Wir-Gefühl an“, betonte Jackstein. Der Wettbewerb würdige das Engagement der Dorfgemeinschaften, „wenn Menschen ihren Ort lebens- und liebenswert machen“. Auch gehe es um das selbständige und aktive Gestalten des unmittelbaren Lebensumfeldes sowie die Entwicklung eigener Projekte für eine bessere Versorgung und Infrastruktur. Früher sollte das Dorf mal schöner werden, „heute braucht es Zukunft“, ging sie auf den veränderten Namen ein.

Laut Jackstein ist ein weiteres Kriterium, „wenn Altbewährtes durch neue Impulse weiter entwickelt wird“. Sie machte deutlich, dass keine fertigen Projekte vorgestellt werden müssen. Man könne auch eine begonnene positive Entwicklung aufzeigen. Einbeziehung der Generationen und nachbarschaftliches Zusammenleben oder soziale und kulturelle Angebote, die die Lebensqualität voranbringen, können ebenfalls vorgestellt werden.

Attraktives Vereinsleben sowie Vielfalt, Eigenart und Schönheit der ländlichen Umgebung sind der Kreis-Mitarbeiterin zufolge weitere Pfunde, mit denen ein Dorf wuchern kann. Das darf bei diesem Wettbewerb höchstens 3000 Einwohner haben. Nach dem Regional- geht es kommendes Jahr mit dem Landeswettbewerb weiter, ehe dann 2019 der Bundesentscheid folgt und danach wieder alles von vorn beginnt.

Jackstein stellte heraus, dass „besonders das Engagement und die Eigeninitiative“ gewertet und gewürdigt werden. Es werde das „aktivste, sozialste und zukunftsfähigste Dorf gesucht“, nicht (nur) das schönste. Die Besuchs-Kommission besteht aus fünf Personen, erläuterte sie. Inklusive Begrüßung und Abschluss sind genau zwei Stunden Zeit, um Siedelsbrunn von seiner besten Seite zu präsentieren. Für vier verschiedene Handlungsbereiche gibt es Punkte, ebenso für die Gesamtbetrachtung. Deshalb sollten vier Arbeitsgruppen gebildet werden, schlug sie vor.

Aus den Handlungsfeldern nannte sie wirtschaftliche Initiativen wie den Ausbau von Tourismus und Naherholung, Energiekooperationen und Ansätze zur Sicherung der Grundversorgung. Beim Punkt bürgerschaftliches Engagement werde das Ehrenamt gewürdigt oder Wert gelegt auf die Beiträge zum Dorfleben durch Vereine. Unter das Thema Siedlungsentwicklung fällt die Umnutzung leer stehender Gebäude oder der Umgang mit historischer Bausubstanz. Die Grüngestaltung im Dorf bezieht sich auf die naturnahe Gestaltung des Ortsrands oder die Anlage von Plätzen, Gewässern und Freiflächen mit heimischen Gewächsen.

Die Einführung sollte laut Jackstein mit einer Ortsvorstellung beginnen und könnte dazu von einem Gesangsvortrag umrahmt werden. Dann folge ein Rundgang oder auch eine Rundfahrt zu verschiedenen prägnanten Punkten, die die vier Handlungsfelder wiedergeben. Gefolgt vom Ausklang, „der auch gerne ein Fest sein darf“. Sie forderte die Orts- und Vereinsvertreter auf, „dabei alles zu sagen, was sie haben, denn wir können es nicht wissen“.

Sichtbare Ergebnisse und Veränderungen sind ihren Worten nach nur ein Teil des Ganzen. Eine Idee zu haben, wie man etwas anpacken kann und „sich auf den Weg dorthin zu machen, kann auch das Ziel sein“. Bewertet werde, wie die Bürger die Ausgangssituation aufgreifen und „in der Gegenwart die Zukunft gestalten“. Außerdem wird es beim Kommissionsbesuch gern gesehen, wenn praktisch „das ganze Dorf auf den Beinen ist“. Das zeige die hohe Identifikation der Einwohner mit ihrem Wohnort.

„Wir müssen ganz schnell in die Pötte kommen“, meinte Ortsvorsteher Gremm trocken mit Blick auf den knappen Zeitrahmen. Man habe aber bereits viele Dinge auf der Agenda. „Es fehlen nur noch ein paar Leute die mitmachen“, rief er die Bürger zu verstärktem Engagement auf. Mechthild Reinhard vom Glücksort-Projekt hatte noch einige Nachfragen zum Prozedere, die von Jackstein zu ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden.

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