Bürgermeister Kunkel zum Einstieg bei Entega: „Das ist Quatsch in Potenz“

„Das ist Quatsch in Potenz, das ist erstunken und erlogen“: Bürgermeister Joachim Kunkel fand zum Schluss der Ortsbeiratssitzung in Siedelsbrunn deutliche Wort über kursierende Gerüchte, er würde nach seinem Amtsende am 30. Juni gleich am nächsten Tag beim Energieversorger Entega einsteigen, der die Windenergieanlage „Stillfüssel“ verantwortet. „Ich habe daran null Interesse“, so Kunkel in einer Erklärung. Das beruhe auf Gegenseitigkeit. „Mir ist wichtig, dass Sie alle wissen, dass dies Unsinn ist“, betonte er an die Zuhörer gewandt.

Für ein paar „persönliche Worte zum Thema Wind“ nutzte der Bürgermeister seine letzte Teilnahme an einer Ortsbeiratssitzung im Höhenortsteil. Vor fünf Jahren, 2012, habe er an selber Stelle die rechtlichen Konflikte zum Thema Windkraft „sehr deutlich dargestellt“, sagte er. Seit dieser Zeit sei das Thema jedes Jahr im Gremium behandelt worden. Aber nicht nur dort, auch in der Gemeindevertretung. Diese habe versucht, über einen eigenen Teilflächennutzungsplan das Verfahren zu steuern.

Kunkel wies auf die europaweite Ausschreibung des Verfahrens und die Einschaltung eines externen Büros hin. Mit der Priorisierung des Stillfüssel-Gebiets habe man versucht, dem Landesziel einer Flächenbereitstellung von zwei Prozent für Windkraft zu entsprechen und gleichzeitig weitere Windparks auf Gemeindegebiet zu verhindern. „Bei allen unterschiedlichen Meinungen ist das Gesagte auf Zahlen und Fakten aufzubauen“, betonte der Bürgermeister. Allerdings sei das nicht immer der Fall gewesen.

Nach der Kommunalwahl habe es Gesprächsangebote an die Bürgerinitiative Gegenwind gegeben, die aber nicht angenommen worden seien, so Kunkel. Danach hätten sich die Fronten schnell verhärtet. Das Ganze mündete dann „in Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen“. Der Stil des guten Tons wurde laut dem Rathauschef verlassen.

Aus dem Gremium wurde hinterfragt, ob sich nicht die Planungen gegenüber früheren Darstellungen in Bezug auf die Zahl der Windräder und ihre Höhe im Zuge des Prozesses verändert hätten. Gemeindevertreterin Christiane Hennrich plädierte dafür, sich nicht am Vergangenen abzuarbeiten, sondern zu schauen, dass die Gemeinde bei künftigen Planungen „die Hand drauf hat“. Ziel müsse es sein, „dass keine weiteren Windräder auf unserer Gemarkung gebaut werden“.

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