Kämmerer im Überwald ärgern sich über neue Sparkassen-Gebühren für Kommunen

Leider war es kein Aprilscherz: Seit dem 1. April erhebt die Sparkasse Starkenburg von den Kommunen in ihrem Geschäftsgebiet Kontoführungs- und Buchungsgebühren sowie Strafzinsen ab einer bestimmten Einlagenhöhe. In den Finanzabteilungen der drei Überwald-Gemeinden ist man davon wenig begeistert, bedeutet es doch ungewollte Ausgaben. Die belaufen sich von wenigen hundert Euro bis in einen hohen vierstelligen Bereich. Der Ärger ist groß.

Im besten kommt noch Abtsteinach weg. Das liegt aber daran, dass die Hardberg-Kommune laut Kämmerer Rainer Berbner das Hauptkonto bei der Volksbank hat. Um die 300 Euro werden nun Berbner zufolge durch Gebühren auf Überweisungen, Einzahlungen und Scheckeinreichungen bei der Sparkasse fällig, schätzt er. Von den Strafzinsen in Höhe von 0,4 Prozent auf Guthaben über 250.000 Euro ist man dort praktisch nicht betroffen. Durch das Volksbank-Konto „kommen wir nicht in diese Größenordnung“.

In Grasellenbach und Wald-Michelbach hält sich die Freude darüber sehr in Grenzen, dass sich die Hausbank, für die die Kommunen Gewährsträger sind, an deren Kassen bedient. „Ich bin ganz begeistert von der Sparkasse“, umschreibt es Grasellenbachs Bürgermeister Markus Röth sarkastisch, was ihn zum 1. April erwartete. Er rechnet mit etwa 3000 Euro Mehrausgaben jährlich. Nimmt man die Eigenbetriebe dazu, dürften noch ein paar Euro draufkommen.

In Falle des Nibelungendorfs sind es vor allem die Überweisungen, die heftig zu Buche schlagen. Bei den Buchungen kann man auf ein ebenfalls existierendes Volksbank-Konto zurückgreifen. Die Strafzinsen fallen laut Röth nicht so sehr ins Gewicht, da sich über 250.000 Euro hinausgehende Gelder auch anderweitig unterbringen ließen. Doch: „Muss so was sein“, fragt der Rathauschef rhetorisch.

Das Kreditinstitut schütte viel Geld an Vereine aus, verlange aber andererseits jetzt höhere Gebühren von den Gemeinden. Für Röth widersinnig. „Wir überlegen die Bank zu wechseln“, macht er ganz klipp und klar deutlich. In ähnlicher Höhe, um die 3000 bis 4000 Euro, bewegen sich die Mehraufgaben in Neckarsteinach und Hirschhorn. In den beiden hessischen Neckartal-Städten bekam man schon relativ frühzeitig Nachricht von den Erhöhungen.

Im Gegensatz zu Wald-Michelbach. „Wir haben erst vor eineinhalb Wochen davon erfahren“, sagt der stellvertretende Finanz-Geschäftsbereichsleiter Andreas Sattler. „Uns trifft das bisschen härter“, meint er. Auch wenn die Gemeinde die Gelder auf weitere Konten verteilen kann, von denen sie jeweils eines bei der Volksbank Überwald und Weinheim hat, rechnet er „mit einem hohen vierstelligen Betrag“, der zusätzlich fällig wird.

„Das tut mehr als ein bisschen weh und ist sehr ärgerlich“, betont Sattler. Man wolle zwar nicht von der Sparkasse Starkenburg weggehen, aber natürlich die Gebühren niedrig halten. Deshalb sollen so viele Gelder wie möglich umgeschichtet werden. Die kurzfristige Nachricht, weil es die Terminlage anders nicht möglich machte, führte darüber hinaus dazu, „dass wir schnell reagieren mussten“, sagt Sattler.

Mit ihren Negativzinsen steht die hessische Sparkasse in der Region bislang allein da. Nicht nur die benachbarten Volksbanken erheben keine. Auch die angrenzenden Sparkassen weiter südlich, im Bereich Neckartal-Odenwald, wollen kein Geld von den Kommunen. Ebenso nicht Postbank, LBBW, BW-Bank oder die Volksbank im Neckartal.

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