Abtsteinacher Frühjahrsempfang: Gewerbegebiet, Betreutes Wohnen und Straßenbaumaßnahmen im Fokus – Ehrenplakette für Ehrenamtliche

Zu einem kommunalpolitischen Rundumschlag nutzte Bürgermeister Rolf Reinhard den Frühjahrsempfang der Gemeinde. Passend dazu lachte draußen auch die Sonne vom Himmel, während sich im Ratssaal die Gäste versammelt hatten. Die Erweiterung des Gewerbegebiets, das Betreute Wohnen auf dem „Rose“-Gelände und Straßenbaumaßnahmen in Unter-Abtsteinach standen dabei im Fokus.

Reinhard blickte zu Beginn auf die Bürgermeisterwahlen vor zwei Wochen zurück. Gewinnerin und künftige Rathaus-Chefin Angelika Beckenback war ebenfalls unter den Besuchern. Der noch bis Ende Juni amtierende Bürgermeister lobte den fairen Verlauf und die hohe Wahlbeteiligung. „Abtsteinach geht es relativ gut“, meinte er im Anschluss. Er hoffe, dass dies auch in den kommenden Jahren so anhalte.

Allerdings, so Reinhard, „leben wir noch ein Stück weit von der Hand in den Mund“. Denn die sieben Jahre nach Einführung der Doppik „waren nicht gut“. Man musste aufgrund finanzieller Zwänge an die freiwilligen Leistungen ran und moderate Gebührenanpassungen vornehmen. Die Entscheidungen, die Bürger zu belasten, „fielen nicht leicht“, machte er deutlich. Im Ergebnis, sagte der Bürgermeister, „haben wir einen guten Weg gefunden“.

Der Ausbau des Gewerbegebiets sei „fast abgeschlossen“. Er sei kein Selbstzweck gewesen, betonte Reinhard. Man habe auch eine Balance zwischen den Belastungen der Bürger durch die Baumaßnahmen und den wirtschaftlichen Interessen herstellen müssen. Alle Grundstücke dieser letzten Erweiterung seien bereits an örtliche Firmen vermarktet. „Das ist mir ganz wichtig zu betonen“, so Reinhard.

Die dort ansässigen Firmen generierten Gewerbesteuer, betonte er. Und nicht zuletzt könne man durch die hohe Wasserabnahme der Firma MET als größtem Verbraucher die Gebühren stabil halten. Buchhaus, Koch oder Jöst mit seiner Verwaltung würden sich neu oder größer ansiedeln, dazu komme noch ein Wertstoffhof für die Allgemeinheit, wodurch sich kurze Wege ergäben.

Zum Thema Betreutes Wohnen sagte der Bürgermeister, dass die aktuell vorgestellten Pläne noch nicht in Stein gemeißelt seien. Sondern es handle sich um einen Vorentwurf, der noch mit den Bürgern diskutiert werde. Im April wolle man die Pläne der Öffentlichkeit vorstellen. Danach sollen sie als Entwurf in die Gremien. „Erst dann beginnt das offizielle Verfahren“, so Reinhard. Er wolle ein möglichst breites Einvernehmen über die Planung herstellen. Im Juni oder Juli „werden wir hoffentlich über die Offenlage befinden“, sagte er.

Nach dem Satzungsbeschluss könnte dann der Bau beginnen, erläuterte der Bürgermeister. Die Planungen mit der Firma FWD liefen Hand in Hand. Die meisten Wohnungen bis auf einen Hauskomplex seien nach Süden, Richtung Festplatz ausgerichtet, erläuterte er. Dadurch ergebe sich von der Apotheke her ein Platzcharakter an der Löhrbacher Straße. Im Hauptgebäude könnte sich die Sparkasse ansiedeln, eventuell auch ein Café. Geplant sei daneben ein Gemeinschaftsraum.

Und, ganz wichtig, eine Arztpraxis. Als Nachfolgerin Von Dr. Jung werde dort Dr. Büttner in die 200 Quadratmeter großen Räume einziehen. Das sei „ein Riesenpfund für die Gemeinde und ihre Wohnqualität“ und sichere die hausärztliche Versorgung über lange Zeit hinweg. „Einen zweiten Rettungsweg benötigen wir auf jeden Fall“, ging Reinhard auf die aktuelle Diskussion ein. Denn die Wohnbebauung müsse auch von unten erreichbar sein. Wie genau dieser aber gestaltet werde, „ist noch Thema der Diskussion“. Auf jeden Fall gebe es genug Fläche.

Als letzten Punkt sprach der Rathauschef auf die aktuellen Straßenbaumaßnahmen an. In diesem Jahr gehe es auch in der Hauptstraße los, sagte er. Bis Ende des Jahres sollen dafür die Arbeiten in der Ring- und Waldstraße sowie Am Wildenberg beendet sein. Dort müsse sich die Baufirma ranhalten, da sie eine ziemlich lange Winterpause eingelegt habe.

Eigentlich ist Deadline Ende Oktober, aber der Ausfall im Winter kann in Abzug gebracht werden. Somit könnte es bis Mitte November werden. „Sonst muss die Firma Strafe zahlen“, betonte er. Demnächst sollen zwei bis drei Trupps parallel arbeiten, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom 14-jährigen Musikschüler Allexandro Agypuan. In diesem Zusammenhang wies Reinhard auch auf das 25. Jubiläum der Musikschule Weschnitztal/Überwald hin, die von der Gemeinde mit einen Pro-Kopf-Betrag unterstützt werde.

 

 

Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist unbezahlbar

Verleihung von Ehrenplaketten der Gemeinde und Würdigung eines sportlichen Erfolgs beim Frühjahrsempfang

 

Abtsteinach. Ohne das Ehrenamt würde das Leben in den Kommunen viel ärmer sein. Deshalb war es Bürgermeister Rolf Reinhard eine große Freude, auf dem Frühjahrsempfang neben einer erfolgreichen Sportlerin drei ehrenamtlich Aktive mit der Ehrenplakette der Gemeinde auszeichnen zu können. Diese Form, sich in die Gesellschaft einzubringen, sei in Deutschland besonders ausgeprägt, sagte. Gerade aus China zurück, wusste Reinhard zu berichten, dass es so etwas wie ein Vereinswesen dort überhaupt nicht gebe.

„Viele tun es mit Inbrunst“, meinte der Bürgermeister an die Aktiven gerichtet. Es sei auch ein Stück weit Lebensaufgabe, sich in dieser Form zu engagieren. Als umso wichtiger bezeichnete er es, dass die Gemeinde diesen Leuten auch offiziell Dank sage. „Denn ihre Arbeit ist unbezahlbar.“ Mit Hans-Josef Arnold und Michael Jöst wurden die Vorsitzenden der beiden Fußballvereine geehrt. Abtsteinach habe zwei Sportanlagen, „außergewöhnlich für einen so kleinen Ort“.

Hans-Josef Arnold war von 1974 bis 1986 Kassenwart der SG Unter-Abtsteinach und steht dem Verein seit 1989 bis heute und damit seit über 25 Jahren als Vorsitzender vor. Mit dem Bau des Sportplatzes in Unter-Abtsteinach 2005 sowie der Sanierung und Erweiterung des angeschlossenen Clubhauses 2013 konnte unter seiner Federführung eine moderne Sportanlage geschaffen werden, sagte Reinhard. Zudem habe er als Mitorganisator der Kirchweih in Unter-Abtsteinach sowie einer Vielzahl sportlicher und kultureller Veranstaltungen dafür Sorge getragen, das Gemeindeleben zu bereichern. Arnold engagiere sich von 1981 bis heute als Beigeordneter im Gemeindevorstand und stand diesem Gremium von 1997 bis 2016 als Erster Beigeordneter vor.

Michael Jöst war 1971 bis 1972 als Schriftführer sowie von 1979 bis 1985 als Jugendleiter beim FC Ober-Abtsteinach tätig. Er ist seit 1985 bis heute und damit bereits seit über 30 Jahren Vorsitzender. Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes in Ober-Abtsteinach 2006 sowie der stetigen Renovierung des angeschlossenen Clubhauses konnte der FCO-Sportanlage unter seiner Federführung ein modernes Gesicht verliehen werden. Zudem trug Jöst als Mitorganisator der Kerwe in Ober-Abtsteinach sowie einer Vielzahl sportlicher und kultureller Veranstaltungen dafür Sorge, das Gemeindeleben zu bereichern.

An Elisabeth Esther, die laut Reinhard „viel im Hintergrund wirkt und überall mit herum wuselt“, also im Gemeindeleben überall präsent ist, soll die Plakette nachgereicht werden. Britta Vogler erzielte 2016 mit den Hemsbacher „Penguin Tappers“ im Stepptanz nationale und internationale Erfolge. Höhepunkt war der Weltmeistertitel im Dezember in Riesa in der Hauptklasse 2 Formation mit der Aufführung „Bullets Over Broadway“. Bereits im November errang sie mit ihrem Team den Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Weinheim.

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