SG Wald-Michelbach feierte das 70-jährige Bestehen und sich selbst

Was vergangenes Jahr aus organisatorischen Gründen doch nicht stattfinden konnte, hatte dieses Mal ein umso schöneren Rahmen und war für die Organisatoren ein voller Erfolg. Die SG als größter Verein der Gemeinde blickte auf ihre Gründung 1946 zurück. Dabei stellten sich die verschiedenen heutigen Abteilungen mit diversen Darbietungen vor. „Eine rundherum gelungene Veranstaltung“, bilanzierte Mitorganisator Hans-Georg Hering. Eine besondere Freude war es dem Vorsitzenden Gerhard Berger, Mitglieder aus dem Gründungsjahr zu ehren.

Berger blickte bei der Begrüßung auch auf die Vereinsgründung 1946 zurück. Diese durfte laut Auflage der amerikanischen Besatzungsmacht nur erfolgen, wenn sportliche und kulturelle Aktivitäten in einem Verein zusammengefasst wurden: Am 6. Januar war die SGK geboren, die Sport- und Kulturgemeinde Wald-Michelbach. Während die Fußballer bereits am Rundenbetrieb teilnahmen, beschlossen die Handballer im August, mit einer Herren- und Damenmannschaft anzutreten.

1948 fasste laut Berger die junge, aufstrebende Turnabteilung den Entschluss, erstmals eine Turnriege zu gründen. 1950 zogen die Fußballer auf den neu errichten Sportplatz in der Rudi-Wünzer-Straße um. 1952 kam eine Damen-Gymnastik-Gruppe hinzu. Im selben Jahr fand das erste Gau-Turnfest statt. Weit über 1000 Turner aus allen Orten des Gaus Bergstraße nahmen daran teil.

1955 nahmen die Tischtennis-Herren erstmals an einer Verbandsrunde teil und holten gleich ungeschlagen mit einem überragenden Ergebnis die Meisterschaft, führte Berger aus. 1959 trennten sich die kulturellen von den Sportabteilungen. Deshalb firmierte man ab dann als Sportgemeinde (SG), wie der Name auch heute noch lautet.

1976 wurde dank vieler Unterstützer eine Flutlichtanlage am Sportplatz erreichte. 1978 wurde das Jubiläum „75 Jahre Turnen in Wald-Michelbach gefeiert“. Die Faustballer ließen das Köhlerhandwerk wieder aufleben und errichten 1984 auf dem Schimmelberg den ersten Kohlenmeiler. Eine Tradition, die bis heute aufrechterhalten wird. Im Juni ist es wieder so weit. Im Rahmen des Überwälder Heimatfestes wurde 1996 das 50. Vereinsjubiläum begangen. „75 Jahre Fußball“ schloss sich 1998 an.

Das Jahr 2000 brachte für die Fußballer weitere Verbesserungen. Das neue Funktionsgebäude wurde errichtet und der erste Kunstrasen verlegt. 2012 wurde dieser erneuert und durch einen moderneren ersetzt. Eine optisch und funktionale gelungene Sportanlage, „um die uns viele Vereine beneiden“, so Berger. Er dankte allen, die „mit großem Idealismus, Engagement und Opferbereit“ in der Gründerzeit die Basis für den Verein legten. Aber auch allen, die sich in den folgenden sieben Jahrzehnten einbrachten.

Bürgermeister Joachim Kunkel gratulierte seitens der Gemeinde. „Es ist mir als alter SG’ler eine besondere Freude“, sagte er. Er würdigte die Vereinsarbeit in den vergangenen 70 Jahren und dankte allen, die sich dabei einbrachten und das SG-Schiff auf Kurs hielten. Der Verein sei ein wichtiger Bestandteil für das sportliche und kulturelle Leben in Wald-Michelbach.

Es sei „unglaublich“, wie sich die Turnabteilung entwickelt habe, meinte der Bürgermeister. Der Kinder- und Jugendarbeit zollte er sein „höchstes Lob“. Hier sei die SG ganz „fantastisch aufgestellt“. Kunkel weiß, wovon er redet, begann er doch schon als C-Schüler, spielte dann in der A-Jugend Fußball, war zehn Jahre in der ersten Mannschaft aktiv und daneben Schachspieler.

Mit einem Sketch der Turnerjugend hatte der Nachmittag in der Großraumsporthalle begonnen. Die zeigte, wie man die Heranwachsenden trotz Smartphone und Laptop noch für den Sport begeistern kann. Danach stellten sich die verschiedenen Abteilungen den vollen Rängen vor. Die Gruppe der Dreijährigen und die Montagsgruppen der Turner machten den Anfang, dann die Faustballer und die Gymnastikgruppen der Frauen. Es folgten Tischtennis, das Erwachsenen-Turnen, Rücken-Fit und die Gymnastikgruppe der Männer. Die Leistungsturner sowie Hand- und Fußballer bildeten den Abschluss, ehe dann die Turn-Showgruppe unter viel Beifall ihre Künste zeigte. Es folgte ein Mitmachprogramm.

Gründungsmitglied Hermann Egner, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht anwesend sein konnte, war Berger eine besondere Erwähnung bei den Ehrungen wert. Bei diesen standen „420 Vereinsjahre“ auf der Bühne. Dieser war auch zu Beginn lange Jahre in der Fußball-Abteilung aktiv. Auch Vereinswirt Ludwig Heid nannte der Vorsitzende – neben seinem „konstruktiven Kritiker und Berater über sehr viele Jahre“, Werner Lammer. Auf 38 Jahre Verbandstätigkeit blickt Ehrenvorsitzender Heinz Schwebel zurück, der zehn Jahre auch dem Verein vorstand.

Geehrte Mitglieder aus dem Gründungsjahr 1946: Hermann Egner, Emil Espig, Ludwig Heid, Werner Lammer, Hans-Günther Morr, Erich Mury, Hans Mury, Heini Scherpf, Heinz Schwebel

Erfolgreiche Mannschaften:

Jugendmeister männliche Jugend 1. Kreisklasse: Carina Roth, Lara Trautmann, Eric Petry, Samuel Staat, Paul Arnold, Nico Strasser, Fabian Schork, Leon Lickert, Luisa Schork, Jonas Schmitt.

Jugendpokalsieger männliche Jugend 1. Kreisklasse: Carina Roth, Lara Trautmann, Eric Petry, Jonas Schmitt

Schülerpokalsieger Schüler 2. Kreisklasse: Jacques Cimander, Til-Niklas Rosche, Jannis Karl

Organisatoren Sportgala: Sandra Norris, Heike Langer, Mark Norris, Hans-Georg Hering.

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