Die Nachfrage nach Führungen in Wald-Michelbach boomt

Die Nachfrage nach Führungen im Überwald boomt weiterhin, sagt Theo Reichert. Wenn ab 1. April die Solardraisine wieder fährt, sind es vor allem Besucher-Gruppen, die bei ihrem Aufenthalt in Wald-Michelbach den Ort und seine Geschichte erkunden wollten, meint der Geopark-vor-Ort-Begleiter und Nachtwächter. Im April starten dann auch wieder die Nachtwächter-Touren und Backtage, die weitere Gäste in den Ort holen.

„2016 war das bisher erfolgreichste Jahr für mich“, freut sich Reichert. Nach einen sehr verregneten Frühjahr mit wenig Führungen und vielen wetterbedingtem Absagen stieg die Nachfrage ab Juni sehr stark an. „Mit 1743 Gästen bei 86 Führungen gab es 2016 im Vergleich zu den letzten Jahren für mich eine gewaltige Steigerung“, so Reichert. Seinen Kollegen ging es ähnlich.

Positiv ist seinen Worten zufolge, dass auch Landschaftsführungen zu speziellen Themen wie Geologie oder Waldgeschichte stark zunahmen. Erfreulich war zu sehen, „dass viele Führungen dadurch zustande gekommen sind, weil Gäste bei Betriebs- oder Vereinsausflügen den Überwald kennengelernt hatten und danach mehr erfahren wollten“, so der Geopark-vor-Ort-Begleiter.

Reicherts persönliche Meinung deshalb: „Wir müssen viel mehr Landschafts- und Naturführungen anbieten, denn hier sehe ich noch ein großes Potenzial, um Menschen an unsere Gegend zu binden.“ Viele Gäste, die an seinen Führungen teilnahmen, „rufen mich immer wieder an und fragen nach interessanten Wanderungen“.

Um den Draisinenfahrern die Gemeinde auf die Schnelle näherzubringen, gibt es die einstündige Lokführertour. Aber daneben ist auch die Besichtigung des Überwald- oder Stoewermuseums mit seinen alten fahrbaren Untersätzen für die möglich, die bisschen länger bleiben können. Und schließlich die Ganztags-Entdeckertour von acht Stunden. Die kann dann schon einmal eine Wanderung über die Tromm mit zwischenzeitlicher Einkehr oder eine Exkursion in die „Grube Ludwig“ mit Erläuterung zur Bergwerksgeschichte bedeuten.

Die vielen gebuchten Führungen bringen es mit sich, dass die Geopark-vor-Ort-Begleiter nicht mehr so viel Zeit für ihre eigenen Tourangebote haben. Trotzdem gibt es im ersten Halbjahr wieder einige neue Wanderungen, Vorträge und Exkursionen. Da geht’s „vom Teufelsstein zum Muttergottesbrünnele“, um „Steine, Stollen und Schwellen“, den Waldlehrpfad im Dürr-Ellenbacher Tal oder den Kunstwegewanderung Siedelsbrunn/Wald-Michelbach.

Die einzelnen Themen entspringen laut Reichert jeweils den Vorlieben der Vor-Ort-Begleiter. „Jeder hat sein Spezialgebiet“, es wird nichts vorgegeben. Reichert selbst bietet eine Mountainbike-Tour an. Sie startet in Wald-Michelbach, führt über die Grube Ludwig und die Affolterbacher Höhe ins Dürr-Ellenbacher Tal, eines der landschaftlich schönsten im Odenwald.

„Die Geopark-Touren sprechen sich seit ihrem Start 2008 langsam herum“, weiß Reichert. Es gebe inzwischen „ein sehr vielfältiges Angebot“. Aber nicht nur aus den weiter entfernten Regionen Deutschlands kommen immer mehr Gäste wegen Sommerrodelbahn, Kletterwald oder Solardraisine in den Überwald. Auch die Menschen aus der Metropolregion entdecken seiner Beobachtung zufolge häufiger die Schönheiten des Odenwalds. Inzwischen habe sich herumgesprochen, was der ländliche Kreis Bergstraße Schönes zu bieten habe.

„Der Überwald wird immer bekannter“, ist für Reichert ein Grund für die steigenden Anfragen. Ein weiterer, gewichtiger sei die Solardraisinenbahn. Hierüber könne man seit der ersten vollen Saison auch etliche neue Kontakte verzeichnen. Denn zusammen mit der Draisine werde auch die Region als solche beworben, was zu diesem positiven Nebeneffekt führe.

Diesen Aufwärtstrend kann der Vor-Ort-Begleiter an seinen eigenen Touren festmachen. 80 bis 90 Prozent seien außerhalb der regulären Touren zustande gekommen. Über Hotels, Draisinenbesucher, Bekannte und natürlich Mund-zu-Mund-Propaganda. Letzteres zeige, „dass wir gute Qualität abliefern“. Kein Vergleich zu den Anfangsjahren. Und die Zahlen gehen immer weiter nach oben. „So viele Anfragen wie 2016 hatte ich noch nie, und die Tendenz setzt sich dieses Jahr weiter fort“, freut sich Reichert.

Theo Reicherts monatliche Nachtwächtertouren starten wieder am Freitag, 7. April, 20 Uhr am Einhaus. Am Tag darauf, 8. April, gibt es ab 10 Uhr den ersten Backtag. Am Sonntag, 2. April, ist auch das Geopark-Zentrum in Aschbach erstmals wieder von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Dort wird die Natursteingewinnung erklärt, da der Ort mitten im Grenzgebiet zwischen Standstein und Granit liegt. Es ist danach jeden ersten Sonntag im Monat während des Sommerhalbjahrs geöffnet. Die anderen drei Sonntage im Monat ist das Geopark-Team an der Hütte bei der Sommerrodelbahn präsent.

Weitere Nachtwächtertouren: 12. Mai, 20.30 Uhr, 9. Juni und 7. Juli, jeweils 21 Uhr, 11. August, 20.30 Uhr, 15. September und 13. Oktober, jeweils 20 Uhr. Der Überwälder Museums- und Kulturverein lädt zusammen mit den Landfrauen Wald-Michelbach immer am Tag drauf zum Backtag ein. Weitere Termine: 13. Mai, 10. Juni, 8. Juli, 12. August, 16. September und 14. Oktober, immer von 10 Uhr bis 13 Uhr. Angeboten werden ofenfrisches Sauerteigbrot, Kochkäse, leckerer Aufstrich und Streuselkuchen.

Weitere Infos und Anmeldungen: www.ueberwald.eu oder Telefon 06207-94240

 

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