Würdigung des ehrenamtlichen Engagements rund um den Feuerwehrhaus-Neubau in Wald-Michelbach

Vier Namen fielen während der Feuerwehrhaus-Einweihung immer wieder, wenn es um besondere Verdienste während der Bauzeit ging. Diese vier wurden am Schluss auch besonders gewürdigt. Saskia Kunkel und Tobias Johann vom Feuerwehr-Verein dankten auf Verwaltungsseite Matthias Hörr, der im Rathaus ständiger Ansprechpartner quasi rund um die Uhr war und immer wieder den Vermittler auf der Baustelle gab.

Auf Feuerwehrseite waren es drei Kameraden, die allein knapp die Hälfte der 6000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden während der Bauphase leisteten: Peter Capuani, Ralf Weiß und Bernd Hallinger. Sie erhielten Präsente für ihr Wirken, ihre Tätigkeit wurde von vielen Seiten gewürdigt. Auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller schloss sich diesen Dankesworten an.

Pfarrerin Martina Beyer und ihr katholischer Amtskollege Peter Pristas hatten zuvor das neue Haus gesegnet. Die Feuerwehr, so Beyer, sei eigentlich genau Jesus‘ Thema, meinte sie: Gemeinschaft stiften, wenn Menschen allein seien, helfen, wo Not herrsche, für andere da sein. Jesus würde sich sicher über die neuen Räume freuen, die diesen Zwecken dienten. Pristas sagte, ein Segen sei „keine Vollkasko-Versicherung, keine Käseglocke“. Sondern er solle Kraft für einen gemeinsamen Weg im Glauben und in der Zusammenarbeit geben.

Das neue Gebäude „ist das i-Tüpfelchen auf einer sehr guten Ausrüstung“, sagte Gemeindebrandinspektor Capuani. Er ging wie auch Architekt Gerhard Kunkel auf verschiedene Details des Gebäudes ein. Die Einweihung bezeichnete er als „großen Tag für die Wald-Michelbacher Feuerwehr“. Das Domizil werde nicht nur Heim für die Abteilung Mitte, sondern für alle Ortsteilwehren sein.

Dass der Weg bis dahin kein einfacher war, machte Capuani an ein paar Vergleichen fest. Was die Gespräche manchmal an Nerven kosteten, „hätte wohl für die Armierung der Bodenplatte gereicht“, sagte er schmunzelnd. Aber die Kompromissfindung sei erfolgreich gewesen, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. Sicher sei nicht „alles an jeder Stelle perfekt gelungen“, doch in der Summe könne man mehr als zufrieden sein.

Der Wehrführer zeichnete von Ost nach West die verschiedenen Gebäude-Teile nach, beginnend beim Übungshof mit Wasserentnahme-Möglichkeit. Die Waschhalle mit einer Grube für die Fahrzeug-Wartung schließt sich an, gefolgt von der Fahrzeughalle mit zehn Primärstellplätzen. Im hinteren Bereich finden sich Lager und Werkstatt, daneben die Atemschutzwerkstatt. Der Heizungsraum beherbergt auch eine kleine Elektrowerkstatt.

Den Lastenaufzug haben die Wehrleute wie auch die im Obergeschoss liegende Küche in Eigenarbeit und mit Vereinsmitteln gestemmt. Weiter gibt es im Erdgeschoss noch die Einsatzzentrale mit vier Funktionsräumen, oben den teilbaren Versammlungsraum und drei Büros sowie ein Zimmer für die Jugend mit Zugang zur Terrasse. Ralf Weiß und Bernd Hallinger bezeichnete Capuani als „zwei Allroundtalente“, die sich praktisch in allen Bereichen der Baustelle theoretisch und praktisch einbrachten.

An Architekt Kunkel gewandt, bat der Gemeindebrandinspektor lächelnd um „Verständnis“ für das, was im Zuge des Baus von Feuerwehrseite geäußert worden sei. Aber schließlich hätten beide Seiten immer ihre Arbeit getan. Capuani zeigte sich froh darüber, „dass die Kameraden der weißen Flotte“, also die DRK-Rettungswache, ebenfalls im Gebäude untergebracht ist. Zwei Fahrzeuge sind dort tagsüber stationiert, eines in der Nacht.

„Es war kein kurzer Weg von den ersten Planungen 2011 bis zur Fertigstellung“, meinte auch Architekt Kunkel. Deshalb sei es jetzt umso mehr „ein Tag der Freude“. Die Ausdauer habe sich gelohnt. Das Gebäude biete nun beste Bedingungen und Voraussetzungen für die Arbeit der Feuerwehr und den idealen räumlichen Rahmen auch für das DRK.

Er bezifferte die komplette eingeschossige Gebäudefläche auf 910 Quadratmeter, davon 176 qm für die DRK-Rettungswache und 635 qm für die Fahrzeughalle. Mit dem Obergeschoss komme man 1675 qm. Das Gebäude sei fast 80 Meter breit, fast 20 Meter tief, weise knapp 10.000 Kubikmeter umbaute Fläche auf. Dazu kämen 2800 Quadratmeter Pflaster, Hoffläche und Zufahrt. Er wünsche nicht nur arbeitsreiche, sondern auch fröhliche Stunden im neuen Haus, schloss der Architekt.

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