Das Wattenmeer übt auf die Viertklässler der Grundschule Schimmeldewog eine ganz besondere Faszination aus

Die Beschäftigung mit dem Wattenmeer hat Tradition in der Grundschule Schimmeldewog. Nicht nur theoretisch in Form eines Unterrichtsprojekts, sondern auch ganz praktisch in Gestalt einer einwöchigen Exkursion nach Föhr immer direkt nach den Sommerferien. Die Viertklässler lernen dann den einzigartigen Lebensraum des norddeutschen Wattenmeers kennen, einem Teil des Unesco-Weltnaturerbes. Eine drei- bis vierwöchige Aufbereitung im Unterricht folgt, ehe dann ein „Föhr-Abend“ alles Erlebte noch einmal für Eltern und Geschwister sowie im Folgenden für die Grundschüler der anderen Klassen vorstellt.

Schon seit elf Jahren bietet die Grundschule Schimmeldewog den neuen Viertklässlern diese einzigartige Unterrichtsfahrt an, die im Schullalltag ihresgleichen sucht. „Die Kinder befassen sich auf der Insel und danach im Unterricht damit, was sie besonders fasziniert“, erläutert Klassenlehrerin Simone Hentschel-Gärtner. Die Fahrt ist geprägt von zahlreichen Unternehmungen, ausgedehnten Wattwanderungen mit einem Führer, Museumsbesuchen in Wyk und natürlich der Beschäftigung mit der Hauptsache, dem Wattenmeer als einzigartigem Natur- und Lebensraum.

Das Kunstmuseum an der Westküste ist ein weiteres Ziel, es gibt Kutterfahrten, die von der Schutzstation Wattenmeer angeboten werden, und Infos über naturgerechten Fischfang. Auch der Artenschutz und das Mikroskopieren sind Teil der Unterrichtswoche. Jeden Abend gibt es einen Abschluss mit Vorlesen und Liedern. Den großen Wochenhöhepunkt bildet zum Ende hin der Grillabend mit Party. Untergebracht sind Kinder und Betreuer in zwei Jugendherbergen in Nieblum, „dem schönsten Ort auf Föhr“.

Mit auf Föhr waren in der ersten September-Woche 17 Kinder, am Projekt Wattenmeer arbeiteten dann alle 20 Viertklässler mit. Zur Präsentation waren 18 dabei, dazu auch noch neben der Klassenlehrerin Hentschel-Gärtner Nina Reuber, ebenfalls mit auf Föhr, sowie Schulleiterin Sabine Herold. Vom Mitmachmuseum auf Föhr nahmen die Schüler einige Ideen mit, die sie in ihre Elternrallye verpackten. Bei der wurden die vorher in drei Powerpoint-Präsentationen vorgestellten Infos abgefragt.

Über das Weltnaturerbe der Unesco referierten Jakob In het Panhuis und Johannes Müller, über das Wattenmeer Matti Arnold und Paul Walter. Das Thema Müll im Meer beleuchteten ausführlich Beeke Falter und Eleni Rothermel, die eindringlich dazu aufriefen, das eigene Müllaufkommen zu vermindern. Die Moderation übernahmen Emma Weigand und Johannes Müller. Die Gestaltung und Präsentation des Föhr-Abends wurde dabei selbständig von den Schülern übernommen, die Lehrer blieben außen vor.

Weil die Klasse „technisch sehr versiert ist“, standen dieses Mal die Präsentationen im Vordergrund. Das muss aber nicht immer so sein, betonte Hentschel-Gärtner, sondern es komme auf die jeweiligen Vorlieben der Schüler an. „Ich bin selbst Gast“, schmunzelte sie, konnte allerdings diese Rolle doch nicht ganz durchhalten, als es mal mit der Technik und dem Ablauf hakte.

Verschiedene Plakatwände behandelten die verschiedenen Themenkomplexe, die auch in den Referaten ihren Widerhall fanden. Da ging es zum einen um Dünen- und Küstenschutz, das Watt mit Ebbe und (Sturm-)Flut oder Sandbänken, die Inseln und Halligen im nicht nur schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Dinge, die zuvor auch in die Powerpoint-Vorstellungen Eingang gefunden hatten. Die gab es nach der Präsentation für die Eltern noch einmal ein paar Tage später für die gesamte Schülerschaft mit anschließender Rallye und nun auch als ständige Ausstellung im Schulflur.

Die Föhr-Woche „war eine Riesenherausforderung für Kinder in dem Alter“, stellte Hentschel-Gärtner fest. „Aber auch für die Eltern“, lächelte sie. Denn die mussten sich daran gewöhnen, dass ihre Sprösslinge über eine Woche 800 Kilometer entfernt waren. Auch „wenn manche am Anfang skeptisch gewesen sind“, gab es danach nur positive Rückmeldungen. Denn die Veränderung bei den Kids ist spürbar: „Sie sind danach selbstbewusster, stehen mehr auf eigenen Füßen“, hat die Lehrerin festgestellt.

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