Nach sechs Jahren des Wartens ist das neue Auto da: Scharbacher Feuerwehr nahm das Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser in Betrieb

Große Freude bei der Scharbacher Feuerwehr. Nach sechs Jahren des Wartens konnte nun endlich das neue Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF/W) in Dienst gestellt werden. Ende vergangenen Jahres hatten es fünf Brandschützer in Görlitz abgeholt, danach wurde es für die Zwecke der Ortsteilwehr aufgerüstet. Zwischenzeitlich war es schon bei zwei Einsätzen im Dienst. 40.000 Euro fürs Fahrgestell steuerte das Land bei, weitere 40.000 für Aufbau und Ausrüstung die Gemeinde.

Das alte Fahrzeug aus dem Jahr 1988 wurde von den Gerätewarten super in Schuss gehalten, sodass es weit über die normale Lebensdauer von 25 Jahren hinaus in Betrieb war. Aus dem ausrangierten TSF wurde fast alles übernommen, was noch verwendbar war. So Pumpe, Tragkraftspritze, das komplette Inventar und die bereits auf digital umgestellte Funktechnik.

Neu hinzu kamen der Wassertank mit 800 Liter, ein Lichtmast, ein Schwimmsaugkorb, um beim Abpumpen aus einem Teich die Steine aussortieren zu können und eine weitere Stauwand, um Bäche aufzustauen. Letztere beide haben in der Gesamtgemeinde nur die Scharbacher in ihrem Fahrzeug. Vier Atemschutzgeräte, Hygienebad und Umfeldbeleuchtung komplettieren den Sieben-Sitzer, der einen Platz mehr als das bisherige Fahrzeug aufweist.

Kommandant Lother Schmitt freute sich, neben dem neuen Gemeindebrandinspektor Timo Lammer auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller willkommen heißen zu dürfen. Die Segnung übernahmen der evangelische Pfarrer Stefan Ningel und Pfarrvikar Janusz Pycia für die Pfarrgruppe Überwald. Schmitt dankte den Gerätewarten, die das Fahrzeug einsatztauglich machen.

Für Bürgermeister Markus Röth ist die Übergabe eines Feuerwehrautos „nicht alltäglich“. Gerade weil man es schon 2011 beantragt habe. Es sei eine „schöne Pflicht“ für die Gemeinde, die Einweihung vorzunehmen. Röth freute sich, dass jetzt ein Schlusspunkt gesetzt werden könne, nachdem die Terminfindung für die Aufbauarbeiten in Görlitz auch nicht immer einfach gewesen seien.

Den symbolischen Generalschlüssel der Gemeinde gab GBI Lammer weiter an die Bürger von Scharbach, denen dieses Fahrzeug diene. „Es soll die Sicherheit im Ort verbessern“, betonte er anlässlich der Übergabe an die Ortsbevölkerung und Wehrführer Lothar Schmitt. Dieser sagte, am 21. Dezember hätten sich fünf Kameraden auf den 632 Kilometer langen Weg an die polnische Grenze gemacht, um das neue TSF abzuholen. Das Kennzeichen GR 3481 sei dasselbe wie der Funkname.

Für die Wehrleute gab es an diesem Tag aber noch einen weiteren Grund zur Freude. Denn sie bekamen auch einen Ersatz für das bisherige Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Wie Feuerwehrvereins-Vorsitzender Waldemar Schmidt sagte, kratzte der Verein alle seine Mittel zusammen und kaufte für 2250 Euro von den Kameraden aus Lauten-Weschnitz den gebrauchten VW-Bus. Der wurde zu Zwecken der Verkehrsabsicherung umgebaut.

Schmidt erläuterte, dass die Scharbacher Wehr früher gar kein MTF hatte, bis 2002 der Kindergartenbus der Gemeinde übernommen und umgebaut wurde. „Er hat 15 Jahre treue Dienste geleistet“, so Schmidt. Das jetzige Angebot kam gerade zur rechten Zeit, meinte er. Da die Anschaffung eine große finanzielle Belastung bedeute, „sind Spenden immer willkommen“, schmunzelte der Vorsitzende.

Die erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz betonte die Wichtigkeit der Feuerwehrarbeit und würdigte die Tätigkeit rund um die Uhr, die sich nicht nur auf die Brandbekämpfung beschränke. Sie nutzte ihren Besuch mit der Familie in Scharbach, „um einfach einmal Danke zu sagen“. Die Landtagsabgeordnete Karin Hartmann zeigte sich stolz über die gut ausgestatteten und ausgebildeten Feuerwehren in der Gemeinde. Die Zusammenarbeit mit den Gremien laufe reibungslos. Das Bestreben um den Aufbau einer Jugendwehr habe in den vergangenen Jahren sichtbar Früchte getragen, meinte sie mit Blick auf die vielen jungen Kräfte in Verantwortung.

„Nach Jahren des Wartens ist das neue Fahrzeug endlich Realität“, freute sich KBI Müller. Zum Glück hielten die alten Autos dank der guten Pflege durch die Gerätewarte länger als die veranschlagten 25 Jahre. Ein Wassertank sei gerade beim Erstangriff und bei Kleinbränden von Vorteil, sagte er. Da die Bestellung über das Land immer in größeren Stückzahlen erfolge, sei erst 2015 die Zusage gekommen, erläuterte Müller.

Bürgermeister Markus Röth hatte bei der Fahrzeugübergabe auch noch zwei Urkunden im Gepäck, eine zur Ernennung und eine zur Beförderung. Dennis Reim von der Scharbacher Wehr wurde kommissarisch zum zweiten stellvertretenden Gemeindebrandinspektor ernannt. Kommissarisch deshalb, weil er die dafür notwendigen Lehrgänge gerade absolviert. Diese hat jetzt Marco Stein, der Kommandant der Hammelbacher Wehr, bestanden und wurde deshalb zum Oberlöschmeister befördert.

 

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