Zum Olfener Hochmoor „Rotes Wasser“ führt am 9. April eine Geopark-Tour ab Wahlen

Zum Olfener Hochmoor „Rotes Wasser“ wandern am Sonntag, 9. April, ab Wahlen die beiden Geopark-vor-Ort-Begleiter Eva und Friedel Sattler. Beide bieten diese Tour erstmals an. Das Olfener Moor ist ein im Odenwald seltenes Hochmoor, das geschützte Pflanzen wie zum Beispiel Wollgras, Sonnentau und Moosbeere beherbergt. Auch viele selten gewordene Libellenarten fühlen sich hier heimisch.

Los geht es um 13.30 Uhr im Grasellenbacher Ortsteil Wahlen, vorbei am sagenumwobenen Siegfriedbrunnen und über den Hausberg, den Spessartskopf. Auf dessen Höhenrücken werden historische Grenzsteine passiert, die als stumme Zeitzeugen die früheren Grenzen der Grafschaften Erbach und Pfalz markieren. Die Frühlings-Wanderung auf idyllischen Waldwegen verspricht sehenswerte Ausblicke und Wissenswertes zu der den Überwald prägenden Geologie und historischen Entwicklung.

Am Zielpunkt, dem Olfener Moor, erwartet die Gäste das Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren und seiner besonderen Atmosphäre. Ein solches Moor entsteht, wenn (kalkarmes Regen-) Wasser nicht versickern kann. Heidekräuter, Wollgräser, Birken, Weiden und Torfmoose vermodern dann in diesem Wasser. Torfmoose wuchern in der Mitte eines solchen Moores am meisten, deshalb wölben sich Hochmoore mit der Zeit uhrglasförmig, woher auch der Name stammt.

Das „Rote Wasser“ ist Lebensraum für viele selten gewordene Tiere, etwa Libellen. Unter anderem wurden schon folgende, teilweise sehr seltene Libellenarten im Moor gesichtet: kleine Moosjungfer, frühe Adonislibelle, kleiner Blaupfeil, Hufeisen-Azurjungfer, schwarze Heidelibelle, gemeine Winterlibelle, Vierfleck-Libelle, blaugrüne Mosaikjungfer, große Königslibelle, zweigestreifte Quelljungfer, Herbst-Mosaikjungfer. Im März/April ist das Moor Laichgewässer für Kröten und Frösche. Im Sommer kann man die Mooreidechse auf dem Steg beobachten.

Entstanden ist das Moor „in einem stark vernässten, stellenweise vertorftem Bachtal“. Die Vegetation bildet ein kleinräumiges Mosaik von Nieder- und Zwischenmoorgesellschaften, nährstoffarmen Nasswiesen sowie Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden. Der Name stammt von dem rötlichen eisenhaltigen Wasser, welches dort auftritt.

Die Überwälder Geopark vor-Ort-Begleiter laden Besucher ein, die Freizeit- und Urlaubsregion auf ganz unterschiedlichen Touren zu erkunden. Der Wald als Lebens- und Naturraum, Kultur- und Siedlungsgeschichte oder Bergbau sind ebenso Aspekte wie Geologie, Morphologie, Mineralogie, Mythen, Sagen und Märchen, Kunst und Kultur. Mit den Begleitern unterwegs zu sein, das bedeutet Erholung und Spannung zugleich für einen ganz besonderen Tag.

Info: Wanderung „Rotes Wasser“ Sonntag, 9. April, 13.30 Uhr, ab Wahlen. Die Wegstrecke von etwa acht Kilometern wird in drei Stunden bewältigt. Eine Schlusseinkehr ist möglich. Anmeldung erforderlich unter 06207-943837 oder E-Mail sattlereva@gmx.de

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