OWK Affolterbach wanderte auf geschichtsträchtigen Wegen: Mit Ersheim wurde das einzige hessische Gebiet südlich des Neckar erkundet

Entlang des Neckars hinauf auf die Neckarhöhen führte eine Wanderung des OWK Affolterbach. Start war in Hirschhorn an der Ersheimer Kapelle, dem ältesten Kirchlein des Neckartals. Ersheim liegt auf einer halbinselartigen Landzunge, die als eine extreme Schleife des Neckars gebildet ist. Der Hirschhorner Stadtteil bildet hierbei das einzige hessische Gebiet südlich des Flusses.

Die auch als Ersheimer Kapelle bekannte katholische Friedhofskirche St. Nazarius und Celsus gilt als Kleinod der regionalen Gotik. Ein erstes Gotteshaus an dieser Stelle bestand vermutlich bereits im 8. oder 9. Jahrhundert. Die ältesten heutigen Bauteile stammen aus dem 14. Jahrhundert, als die Kirche Grablege der Herren von Hirschhorn war. Die Kirche ist älter als die am anderen Neckarufer liegende Stadt Hirschhorn und war bis zum 17. Jahrhundert die – nur mit einer Fähre erreichbare – Pfarrkirche der Stadt.

Die Landschaft an der Neckarschleife ist geschichtsträchtig. Funde belegen, dass das Gebiet bereits vor 6000 Jahren besiedelt war. Die erste Erwähnung der Landzunge mit Ersheim ist für das Jahr 773 im Lorscher Codex vermerkt. Erst nach Fertigstellung der Neckarstaustufe bei Hirschhorn mit Schleuse und Brücke im Jahr 1933 existierte eine Straßenverbindung.

Die Wanderroute führte auf einem ehemaligen Treidelpfad durch die Moosklinge hinauf nahe Moosbrunn. Als Treidelpfad wird ein Weg unmittelbar am Ufer von Flüssen oder Kanälen bezeichnet, auf dem Menschen und Zugtiere (Pferde) hölzerne Frachtschiffe mit Tauen flussaufwärts ziehen konnten. Die Treidelschifffahrt ging mit dem Bau der Bahnlinie im Neckartal im 19. Jahrhundert und dem Aufkommen von maschinengetriebenen Schiffen und Schleppern zu Ende. Aus den meisten Treidelpfaden sind mittlerweile Uferpromenaden, Rad- oder Wanderwege geworden.

Die weitere Route führte an einer ehemaligen Baumschule vorbei entlang der Hirschhorner Steige abwärts mit herrlichen Aussichten auf das Neckartal und auf das gegenüber liegende mittelalterliche Städtchen Hirschhorn mit seiner imposanten Burg. Die Wanderstrecke belief sich auf 13 Kilometer. Bei sehr schönem Wetter machte sich eine große Zahl Wanderer auf den Weg.

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