Feuerwehr Schönmattenwag veranstaltete das erste Mal seit der Fusion gemeinsam den Fastnachtshaufen

Hell lodern die Flammen, vom kräftigen Wind gepeitscht. Der prasselnde Funkenregen ist ein Schauspiel für sich, nachdem zum Glück der prasselnde Regen eine Stunde vorher aufgehört hatte. Und die meterhohen dunklen Rauchwolken machen im ganzen Ulfenbachtal von Wald-Michelbach bis hinter in den Flockenbusch klar, dass es hier brennt. Und zwar ganz gewaltig. Aber zum Glück beobachtet von der fusionierten Feuerwehr. Denn die Brandschützer aus Ober- und Unter-Schönmattenwag veranstalteten zum ersten Mal gemeinsam ihr Fastnachtsfeuer mit ausgedienten Weihnachtsbäumen.

In beiden Feuerwehrvereinen hat der sogenannte Fastnachtshaufen eine etwa 20-jährige Tradition. Verbunden ist damit die alljährliche Sammlung von nicht mehr benötigten Weihnachtsbäumen etwa Mitte Januar. Die geschieht durch die Jugendfeuerwehr mit Unterstützung von Aktiven aus der Einsatzabteilung. Der Jugendwehr kommen auch die Spenden der Bürger zugute, die sich darüber freuen, die nadelnden Tannen nicht selbst entsorgen zu müssen. Ausflüge, Zeltlager und kleinere Anschaffungen der 33-köpfigen Truppe werden dadurch bestritten.

In die Kasse der Nachwuchs-Brandschützer fließen auch die Erlöse aus der Bewirtung während des großen Feuers, das an der Jagdgenossenschaftshütte in Ober-Schönmattenwag mehr als zwei Stunden vor sich hin lodert. Der dortige freie Platz ist optimal dafür, weil die nächste Bebauung weiter entfernt ist. Angesichts des großen Funkenflugs eine gute Wahl. Und das Feuerwehrhaus ist gleich nebenan, für den unwahrscheinlichsten Fall der Fälle. In Unter-Schönmattenwag wurde das Fastnachtsfeuer bisher neben dem Haus des Gastes angezündet.

In der Hütte selbst kümmern sich die Jugendlichen und Feuerwehrvereinsmitglieder um das Wohl der Gäste. Kreppel, selbstgemachte Gulaschsuppe und belegte Brötchen gab es gegen eine Spende, daneben auch diverse Getränke. „Das ist bei uns gute Tradition“, lacht der Ober-Schönmattenwager Vereinsvorsitzende Jürgen Walter. Auf diese Weise „kommt oftmals mehr zusammen, als wenn wir Geld verlangen würden“.

Über 300 Bäume wurden von der gemeinsamen Wehr aufgeschichtet, erzählt sein Sohn, der Gesamt-Kommandant Tobias Walter. 20 Jugendliche waren für die Sammlung in den beiden Ortsteilen unterwegs. Wurde das Feuer zuerst auf dem Lammertskopf, dann im Raubacher Weg angezündet, so zog man letztendlich aufgrund der günstigen Lage zur Jagdgenossenschaft um. Dessen Vorsitzendem Albert Klos galt deshalb auch der Dank von Walter, dass Hütte und Vorfeld zur Verfügung gestellt wurden.

Aus einer familiären Tradition heraus entstanden, kommt heute eine schöne Zahl von Bürgern aus beiden Ortsteilen zusammen, um sich das prasselnde Feuer anzuschauen. Je dunkler es wird, desto mehr werden es, da die hell lodernden Flammen vor dem Hintergrund der benachbarten Hügel eine ganz besondere Kulisse bilden. Die Bäume brannten, nachdem die Nässe erstmal draußen war, wie Zunder.

Damit die Gäste bei kaltem Wind was Warmes im Magen haben, hatten sich die Jugendlichen am gleichen Tag zusammen mit dem stellvertretenden Kommandanten René Zink ab 9 Uhr morgens an die Herstellung der Gulaschsuppe gemacht, die reißenden Absatz fand. Zink hob den Fastnachtshaufen als eine der letzten noch bestehenden Traditionen im Ort hervor – außerhalb der Kerwe.

Dass beide Feuerwehren die Veranstaltung gemeinsam bestritten, hatte noch einen weiteren, für manche sehr wichtigen Vorteil. Denn wie schon in der Kerweredd im vergangenen Jahr angedeutet worden war, gibt es noch Differenzen zwischen den Wehren in Bezug auf die Größe der Bierflaschen. „Owwer“ pflegt die 0,5-Liter-Flasche, „Unner“ die 0,33er, von den Kollegen liebevoll „ein Maul voll“ genannt. Somit ist die Bemerkung aus dem Hintergrund, was die Vorzüge der gemeinsamen Feier im oberen Ortsteil anbetrifft, durchaus ernst zu nehmen…. „Endlich eine gescheite Bierflaschengröße“, hieß es schmunzelnd.

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