Mit dem CV Kapital ging’s am Rosenmontag in Schönmattenwag in ferne Welten

Fremde Welten galt es zu erkunden, noch nie gesehene Wesen zu erleben und Raum und Zeit zu durchqueren. Die Schönmattenwager Narren traten eine „Reise durchs Weltall“ an. Überdimensional bestimmte das vom Vorsitzenden Willi Kristen gemalte Bild auf der Rückwand im Haus des Gastes, wohin die Reise durch ferne Galaxien bei der Rosenmontagssitzung des CV Kapital gehen würde. Dem hatten sich auch die Gäste angepasst, tief in die Kostümkiste gegriffen und kannten bei ihren Verkleidungen keine Zwänge.

Moderator Sebastian Siefert machte die über 300 Gäste mit dem Motto der Sitzung vertraut. Die ließen sich fast vier Stunden lang von den Narren trefflich unterhalten. Unterstützt wurde Siefert auf der Bühne von Matthias Sauer und Werner Weihrauch. Für die richtige Technik sorgte Manuel Ritter. Neben etlichen Eigengewächsen oder Schönmattenwager Leihgaben von anderen Vereinen machten auch Fastnachter aus der Umgebung dem CV Kapital ihre Aufwartung.

Die Hirschhorner Ritter hatten ihre Minigarde, den Solistenblock und ihre Hoheiten vorbeigeschickt. Denn Tina I. und Lothar II., die im 50. Jubiläumsjahr zusammen mit Funkenmariechen Steffi Mölle die Karnevalisten vom Neckar repräsentieren, wohnen gerade ein paar Meter weiter in Unner-Schimmeldewog. Sie entboten dem Verein die besten Grüße aus der Fastnachtshochburg das Ulfenbachtal abwärts.

Beide, in der Hirschhorner Verwaltung tätig, schmunzelten, dass das Prinzenpaar-Dasein fast in Stress ausarte, da sie es als Rathausmitarbeiter nicht so sehr mit der anstrengenden Arbeit hätten. Die Löhrbacher „Apolonia“ Tanja Kunkel, das Tanzstudio Phantasie aus Birkenau oder „Power Generation“ vom CCA Affolterbach schauten ebenso vorbei wie die Hirschhorner „Rhythmix“-Gruppe.

Siefert machte das Publikum zu Beginn mit den närrischen Regularien vertraut. In vier Stufen sollte der Beifall immer tosender werden: „Wir klatschen mit den Händen, wir trampeln auf den Boden, wir pfeifen, wir nehmen die rechte Hand und schreien Ahhh“. Wie gut es der Saal verstanden hatte, ließ sich nach jeder Darbietung ablesen. Zwischendurch gab‘s auch ab und an eine Rakete, wenn eine Gruppe sich besonderen Applaus verdient hatte.

Die Minis des CV Kapital in Glitzerkostümen sorgten für einen wahren Jubel- und Beifallssturm, wie sie ohne jede Scheu über die Bühne hopsten. Viel Beifall heimsten auch die Kleinsten der Hirschhorner Ritter, die Minigarde, ein. Ihr elfjähriges Bestehen feierte in diesem Jahr die CV-Garde. Sie glänzte mit ihrer in Eigenregie einstudierten Darbietung.

Die „Löhrbächer Apolonia“ Tanja Kunkel hatte so etliche Weisheiten übers Alter, die Männerwelt und ihren Misserfolg bei derselbigen im Gepäck. Wenn Adeles Willi erst Freitag statt Dienstag beerdigt wurde, fragte sie: „Geht’s ihm wieder besser?“ Auch das Malheur mit der Urne war für einige Lacher gut. Dann noch die Verwechslung von Rhein und Neckar mit der A5, und fertig war die krachende Bütt.

Wummernde Discobässe begleiteten die Gruppe „Power Generation“ von der CCA Affolterbach bei ihrem Auftritt, mit dem sie ins „Highschool Musical“ von Walt Disney entführte. Puschel, Bälle, hautenge Kostüme und viel Tanz begeisterten. Vom Moderator gab’s am Abend auch mal wieder einen Witz über seinen Freund Herbert, der so allerlei erlebte. Der Gag zum Schluss kam unten im Publikum dann erst auf den zweiten Sitz an, dafür umso heftiger.

Michaele Noe und Luzia Siefert demonstrierten in ihrem Auftritt die Schwierigkeiten von Frau bei der Führerschein-Prüfung. Es ging natürlich schief, was schief gehen konnte, als im heimischen Wohnzimmer die Trockenübung stattfand. Selbst ein Knöllchen für zu schnelles Fahren holte sich die Testpilotin. Ein Riesenlacher war die Geschichte mit dem Publikum, zu der Siefert drei „Freiwillige“ herausdeutete. Die machten die Märchen-Erzählung aber aus dem Stehgreif zusammen mit Matthias Sauer zu einer großen Gaudi, bei der sich die Zuschauer vor Lachen bogen.

Nachdem der Solistenblock der Hirschhorner Ritter über die Bühne gewirbelt war, entführte die Gruppe „Rhythmix“ zu Alice ins Wunderland. Farbenprächtige Kostüme, fetzige Rhythmen und tolle Tanzeinlagen waren ein Augen- und Ohrenschmaus. Auch vom Tanzstudio „Phantasie“ aus Birkenau gab es grazile Bewegungen zu sehen. Die Mädchen hatten sich in Robotorkostüme geschmissen, von denen es im Halbdunkel nur so blinkte und blitzte. UV-Effekte taten ein Übriges für die gelungene Darbietung.

Mit dem Männerballett ging es dieses Mal in die USA. An Trump kamen auch die Fastnachter nicht vorbei. Dessen Extravaganzen und erratische Entscheidungen brachten die Männer unter dem Gejohle der Zuschauer bestens rüber. Denn die „MGV Schwalben“ ließen auch Putin oder Erdogan einmarschieren, wobei sich dann die Potentaten wahlweise von russischen Schönheiten oder türkischen Bauchtänzerinnen verwöhnen ließen und eine große Bunga-Bunga-Party feierten. Angela Merkel machte den Abschluss dieser illustren Runde.

Eine Rakete gab’s für die Showtanzgruppe des CV Kapital, „Limited Edition“, nach ihrer gelungenen Darbietung. Als kleine grüne und größere blaue Männ- bzw. Mädchen entführten sie in Narrenwelten, die noch nie ein Fastnachter zuvor gesehen hatte. Ein krönender Abschluss des Programms, der dann im großen Finale mit allen Aktiven auf der Bühne mündete.

Ein schallendes Helau verabschiedete zwar offiziell, aber natürlich ging es an der vom MGV Sängerbund betriebenen Bar noch lange, lange weiter. Schluss war aber dann wie in den Jahrzehnten der CV-Kapital-Rosenmontagssitzung zuvor noch lange nicht: Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten nach Hause.

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