Mit starkem Blutspende-Endspurt kommt das DRK in Wald-Michelbach fast auf den normalen 100er-Schnitt

Am frühen Abend ist DRK-Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard überhaupt noch nicht zufrieden mit dem Besuch des ersten Blutspendetermins in diesem Jahr. 72 waren es gegen 19 Uhr, davon drei Erstspender. Doch nach Abschluss des vierstündigen Termins in der Mensa der Bachmann-Schule hatte sich ihre Miene aufgehellt. Denn ein starker Endspurt bescherte dem Team fast den 100er-Schnitt der sonstigen Veranstaltungen. 97 Bürger kamen zur Blutspende, 91 Mehrfach- und sechs Erstspender.

Drei Ärzte, sechs Mitarbeiter des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen und zwischen 15 und 20 Helfer des örtlichen DRK kümmerten sich um die Menschen, die freiwillig ihren Lebenssaft für andere geben. Wie Reinhard betonte, herrsche immer großer Bedarf an Blutkonserven, unabhängig von der Jahreszeit. „Neuspender sind immer willkommen“, betonte sie. Sechs an einem Tag wie dieses Mal seien sogar über den Durchschnitt.

Es gebe immer mehr Unfallopfer, weshalb man stetig Nachschub brauche. Mehr Bürokratie, mehr – sehr persönliche – Fragen und die Reduzierung der Bettenzahl vor drei Jahren waren ihren Worten zufolge allerdings nicht förderlich für die Teilnehmerzahl. Denn wegen letzterer Maßnahme wurden die Wartezeiten länger. „Wer freiwillig sein Blut spendet, will nicht noch eine Stunde warten“, machte Reinhard deutlich.

Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder viele Mehrfachspender, manche sogar dreistellig. Klaus Sieber, der ehemalige Wehrführer von Affolterbach, ist so einer, der jetzt die 105 vollmachte. Auf 95 brachte es Hans-Joachim Gallwitz. Für runde Zahlen gab es ein Präsent und eine Urkunde. Wolfgang Hien erhielt eine solche für 50-maliges Blutspenden, Frank Anlauf für 25 Mal, Martina Ehret, Corinna Grosskinsky und Gerhard Weihrauch für je zehn Mal. Die 50 will Hardberg-Revierförster Jürgen Lampert, der jetzt die 49. Blutspende absolvierte, nächstes Mal vollmachen. Auch Iris Reinhard geht mit ihren 46 stramm auf die halben Hundert zu.

In den ländlichen Regionen ist generell in Sachen Blutspende oftmals die Welt noch eher in Ordnung. Dazu kommt, dass der deutsche Süden dichter bevölkert ist als der Norden. Aber trotzdem haben die Helfer wie allerorten mit „fehlendem Nachwuchs“ zu kämpfen. Reinhard machte deshalb auch Werbung für ein Engagement im örtlichen DRK (Kontakt siehe unten).

Die örtliche Verbundenheit, der Bekanntheitsgrad der jeweiligen DRK-Mitglieder und das rege Vereinsleben tragen dazu bei, dass es im Odenwald prozentual mehr Blutspenden (und langjährige Blutspender) gibt als in den größeren Städten der Ballungsgebiete. „Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung“, weiß Cüneyt Demirel vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen. Wenn jemand an die Blutspende herangeführt werde, die Hemmschwelle von der Erst- zur Zweitspende überwunden worden sei, „bleibt er auch“.

Um die Bevölkerung zur Teilnahme an den Terminen zu ermutigen (jährlich etwa 5500 in Baden-Württemberg und Hessen), muss sich das DRK etwas einfallen lassen. Das ist dann eine kleine Aufmerksamkeit, etwa die obligatorische Tafel Schokolade. Und natürlich gibt’s nach dem Aderlass ein kräftigendes Essen zur Stärkung: Kassler, Rinds- oder Schweinswurst, Kartoffelsalat und Sauerkraut zusammen mit frischem Brot tischten die freiwilligen Helferinnen auf.

Statistisch gesehen wird laut DRK das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen zahlreiche Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. In der Urlaubszeit, zum Beispiel in den Sommerferien, sinkt außerdem die Zahl der Spender, sodass es zu Versorgungsengpässen kommen kann.

Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Täglich werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt.

Info: Wer Interesse an einer Mitarbeit im DRK-Ortsverband hat, kann sich bei Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard unter Telefon 0160/6777827 oder E-Mail reinhard.iris@online.de melden. Sie betreut auch die Jugendgruppe, bei der weitere interessierte Heranwachsende ebenfalls sehr gerne gesehen werden.

 

Wer darf Blutspenden?

Ein Blutspender

–              muss mindestens 18 Jahre alt sein und darf ein Alter von 72 Jahren nicht überschritten haben, bei Blutspendern über 68 bis maximal 71 Jahre ist eine zusätzliche Untersuchung durch den Hausarzt erforderlich

–              darf bei der ersten Blutspende nicht älter als 64 Jahre sein

–              muss ein Mindestgewicht von 50 Kilo haben

–              sollte sich gesund fühlen

–              sollte vor der Spende unbedingt ausreichend essen und trinken

–              darf innerhalb der letzten zwölf Stunden keinen Alkohol getrunken haben

–              darf keine Drogen innerhalb der letzten vier Wochen konsumiert haben

–              darf als Mann pro Jahr bis zu sechs Blutspenden leisten, als Frau bis zu vier

–              bringt ein gültiges amtliches Personaldokument mit Lichtbild mit

Advertisements