Abtsteinach ist „auf einem sehr guten Weg“: Fast durchweg Lob vom Revisionsamt für den Jahresabschluss 2015 der Gemeinde

Gute Noten für den Jahresabschluss 2015 der Gemeinde. Die beiden Vertreterinnen des Revisionsamts hatten bis auf ein paar formale Dinge nichts auszusetzen, als sie in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter die Prüfung erläuterten. Die geht in der Hardberg-Gemeinde immer rasend schnell. 14,5 Tage waren es dieses Mal zwischen November und Mitte März, die Mitarbeiterin Jessica Roggenbuck benötigte. „Sehr kompakt“, lobte die kommissarische stellvertretende Leiterin Johanna Schneider, die die gute Vorarbeit der Verwaltung herausstellte.

Der vorgelegte Jahresabschluss, wie ihn die Mandatsträger einstimmig feststellten und die Verwaltung ebenso einhellig entlasteten, schloss zum 31.12.2015 mit einer Bilanzsumme von 20,55 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 310.700 und belief sich zum Ende 2015 auf 5,76 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um knapp zwei auf 28 Prozent.

Die Kredite beliefen sich sieben Millionen Euro und erhöhten sich gegenüber 2014 um 284.700 Euro. Kassenkredite wurden 2015 in Höhe von 840.000 Euro aufgenommen. Der Jahresüberschuss belief sich auf 311.000 Euro, davon knapp 210.000 aus dem ordentlichen und 101.000 Euro aus dem außerordentlichen Ergebnis. Eine Steigerung um 800.000 Euro gegenüber 2014. Der Bestand an Zahlungsmitteln am Ende des Haushaltsjahres belief sich auf 737.000 Euro.

Gegenüber dem Plan gab es im Haushaltsabschluss kräftige Unterschiede. So verkehrte sich das ordentliche Ergebnis fast ins Gegenteil und wies statt 230.000 Euro Defizit einen ähnlich hohen Überschuss auf, somit eine Differenz von 439.000 Euro. Dafür ging aber das außerordentliche Ergebnis um fast 240.000 auf 101.000 Euro zurück. Das Jahresergebnis wuchs um 201.000 Euro an.

Schneider sagte, dass die Frist zur Aufstellung des Jahresabschlusses vier Monate nach Jahresende nicht ganz eingehalten worden sei. Andererseits gebe es Gemeinden im Kreis, die selbst frühere Jahresabschlüsse noch nicht fertig hätten. Abtsteinach sei somit „auf einem sehr guten Weg“. Wegen der alla-hopp-Anlage habe sich die Bilanzsumme um zwei Millionen Euro erhöht, führte sie aus.

Die Fachfrau erläuterte, dass die Gemeinde in ihrer Inventarisierungsrichtlinie einen fünfjährigen Rhythmus für die Inventur festgelegt habe. Mit dem Beschleunigungserlass habe das Hessische Innenministerium zugelassen, dass die Inventur bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2017 zurückgestellt werden könne. 2015 fand bereits eine statt, die nach Aussage der Verwaltung zu keinen Veränderungen im Anlagevermögen führte. „Eine vollständige Inventur (z.B. Bauhof, Friedhof, Feuerwehren) ist noch nicht erfolgt“, so Schneider.

Von der Möglichkeit, den Fehlbetrag aus 2009 mit dem Eigenkapital zu verrechnen, habe die Gemeinde bisher keinen Gebrauch gemacht, so die Mitarbeiterin des Kreises. Diese zwischenzeitlich abgeschaffte Möglichkeit solle aber wahrscheinlich mit Ausnahmen noch anwendbar sein auf solche Orte, die sie noch nicht in Anspruch nahmen, um damit nicht gegenüber anderen benachteiligt zu sein. So zumindest Auskünfte der Kommunalaufsicht.

Schneider sagte, dass Angaben zu Leistungsmengen und Kennzahlen bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses 2018 zurückgestellt werden könnten. Das Revisionsamt empfehle dennoch, die Teilergebnishaushalte schnellstmöglich um Ziele und Kennzahlen zur Messung der Zielerreichung zu erweitern und in unterjährigen Berichten darüber zu berichten. Im Jahresabschluss sollten die Teilergebnis- und -finanzrechnungen dargestellt werden.

Erwerb und Reparatur der „Rose“ mit 600.000 Euro seien zwar ohne Deckungsvorschlag geschehen, aber im Vorfeld mit der Kommunalaufsicht abgeklärt worden, warf Bürgermeister Rolf Reinhard ein. Wie Schneider sagte, habe die Prüfung „zu keinen Einwendungen geführt“. Die Verwaltung arbeite sehr gut, „wir haben absolut keine Bedenken“. Gemeindevertreter-Vorsitzender Frank Wetzel sprach für diese Arbeit Rainer Berbner und Steffi Ebert seinen Dank aus.

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