Einstimmig verabschiedeter Abtsteinacher Haushalt weist ein schönes Plus auf

Der Haushalt 2017 ist unter Dach und Fach. Und das auch noch einstimmig samt Investitions- und Stellenplan, was Bürgermeister Rolf Reinhard in Verzücken versetzte. Diese bezog sich nicht nur auf die nackten Zahlen, weil vor diesen ein Plus-Zeichen stand. Sondern auch darauf, dass diesmal so viel Einmütigkeit in der Gemeindevertretung herrschte, was Reinhard in den vergangenen 24 Jahren „sehr selten“ notiert hatte.

Nachdem auch der Rest der Sitzung von Harmonie und ausdrücklichem Lob für seine Arbeit von CDU-Seite geprägt war, flachste der Bürgermeister beim anschließenden gemütlichen Beisammensein: „Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich es mir doch noch einmal überlegt.“ Er spielte damit auf seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl am 12. März an und hatte so die Lacher auf seiner Seite.

Verschiedene kleinere und größere Veränderungen gegenüber dem Plan sorgten dafür, dass das ordentliche Ergebnis mit 47.000 Euro mehr als doppelt so hoch ist wie bei der Einbringung vorgesehen. Durch Grundstücksverkäufe im Gewerbegebiet und am Kirchberg beläuft sich das außerordentliche Ergebnis auf 488.000 Euro. Reinhard machte aber deutlich, dass damit die Sondererlöse „abgefrühstückt“ seien, „die Rosinen sind rausgepickt“. Wegen der anstehenden Investitionen in Betreutes Wohnen und neues Feuerwehrhaus könne man diese Gelder aber „sehr gut gebrauchen“.

Diese beiden Punkte sind es auch, die vor allem zu den Verschiebungen im jetzt verabschiedeten Etat führten. Für verschiedene Maßnahmen rund um das altengerechte Wohnen in der ehemaligen „Rose“ wurden Mittel zusätzlich aufgenommen, während andere fürs Feuerwehrgerätehaus ins kommende Jahr geschoben werden. Angesichts des hohen Zahlungsmittelüberschusses im Finanzhaushalt wies Reinhard darauf hin, dass es zahlreiche Ausgabeverpflichtungen aus den Vorjahren für die dort aufgeführten 1,6 Millionen Euro gebe, wodurch sich die Summe stark relativiere.

In Bezug auf Letzteres sagte der Bürgermeister, er hoffe, dass die prognostizierte Entwicklung so eintreffe und in vier oder fünf Jahren ein neues Gebäude neben dem Netto-Markt stehe. Letztendlich spiele hier auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine Rolle, in der Hoffnung, dass die Gemeinde weiter von guten Gewerbesteuereinnahmen und Zuweisungen profitiere. Mit der Feuerwehrspitze habe es in den vergangenen Tagen noch einmal „intensive Gespräche“ gegeben.

Der Rathauschef zeigte sich erfreut darüber, dass es ihm in den letzten Monaten in Amt und Würden gelungen sei, „einen sehr guten Haushalt 2017 zu präsentieren“, der auch gute Aussichten für die Folgejahre aufweise. Dem Antrag des Bürgermeisters auf Einrichtung einer zweiten Bühne im Bauhof, mit Kosten von 25.000 Euro veranschlagt, folgte die Gemeindevertretung bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Rund das geplante Betreute Wohnen in der „Rose“ finden sich nun erkleckliche Summen im Haushalt. Das sind zum einen die Abrisskosten von 200.000 Euro, der Erwerb von Geschäfts- und Gemeinschaftsflächen mit 100.000 Euro, die Planung der Platzgestaltung mit 20.000, deren Ausführung mit 120.000 Euro und der Ankauf von Parkplätzen in der Tiefgarage mit 90.000 Euro.

Zuvor hatte das Gremium diverse Vorschläge aus dem Finanzausschuss einstimmig übernommen. Vorsitzende Karin Oberle hatte das Ergebnis der dortigen Beratungen vorgetragen. Der Birkenweg soll, weil in schlechtem Zustand, saniert werden. Im Vorfeld wird es nun Gespräche mit den Anwohnern geben. Für 2018 wird dann das Geld eingestellt. Auch werden die abgesenkten Straßenabläufe in der Mackenheimer Straße für 3200 Euro saniert und dann dem Kreis in Rechnung gestellt.

Abtsteinacher Haushalt 2017

Ergebnishaushalt: Ordentliches Ergebnis 47.181 Euro, Außerordentliches Ergebnis 487.676 Euro, Überschuss 534.857 Euro

Finanzhaushalt: Saldo aus laufender Verwaltungstätigkeit 497.620 Euro, Saldo der Investitionstätigkeit 1,424 Millionen Euro, Saldo der Finanzierungstätigkeit -314.400 Euro, Zahlungsmittelüberschuss 1,6 Millionen Euro.

Kredite keine, Höchstbetrag der Kassenkredite 1,2 Millionen Euro.

Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer: jeweils 400 v.H.

 

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